Startseite

 

A L L G E M E I N E

W I R T S C H A F T S P O L I T I K

V O N  B E R N H A R D  K Ü L P

 

 

 

Gliederung:

 

01. Betrachtungsweisen            

02. Methoden                              

03. Zielanalyse                             

04. Mittelanalyse                        

05. Trägeranalyse                        

06. Politische Ökonomie              

07. Wohlfahrtstheorie                

08. Ordnungsanalyse                  

09. Ordnungskonzeption           

10. Ordnungsdynamik       

 

Kapitel 10: Ordnungsdynamik Teil III

 

 

Gliederung:

 

1. Einführung in die Problematik

2. Die Frage nach der Stabilität einer Ordnung

3. Ordnung und Entwicklungsstand

4. Die Interdependenz der Ordnungen

5. Stützung einer Ordnung durch ausländische Mächte

6. Der Einfluss von Ideen und Persönlichkeiten

7. Eigendynamik der Systeme ?

8. Zur Konvergenzthese

 

 

 

7. Eigendynamik der Systeme ?

 

Bei unseren bisherigen Überlegungen wurde der Wandel in den Ordnungssystemen einerseits damit erklärt, dass die einzelnen Ordnungsformen unterschiedliche Merkmale aufweisen oder damit, dass unterschiedliche Entwicklungen der Wirtschaftsordnungen in den einzelnen Ländern darauf zurückgeführt werden können, dass eine unterschiedliche Interaktion mit den politischen Ordnungsformen stattfand.

 

Bisweilen begegnet uns die Vorstellung, dass Ordnungen ähnlich wie Lebewesen eine biographische Entwicklung durchlaufen: Sie haben eine Geburtsstunde, sie haben in den ersten Jahren nach ihrer Entstehung mit Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen, zeigen jedoch nach Überwindung dieser Anfangsschwierigkeiten die Fähigkeit, sich an die stets wandelnde Umwelt anzupassen; als reifere Volkswirtschaften stellen sich jedoch fast unüberbrückbare Schwierigkeiten ein, sie verlieren ihre Anpassungsfähigkeit, sie beginnen wie die älteren Menschen an Sklerose zu leiden, an der sie dann auch eines Tages zugrunde gehen.

 

Diese Thesen von einer Sklerose reifer Volkswirtschaften wurde in der Literatur vor allem von Mancur Olson vertreten. Die älteren Industriegesellschaften seien nicht mehr in der Lage, sich an die Veränderungen der Umwelt anzupassen und würden an dieser zu geringen Flexibilität schließlich zugrunde gehen. Natürlich ist es richtig, dass im historischen Ablauf fast keine Wirtschaftsordnung über Jahrhunderte hinweg Bestand hatte, die im Altertum und im Mittelalter entstandenen Wirtschaftsordnungen sind alle mit der Entstehung der Neuzeit untergegangen. Allerdings zeigt eine nähere Betrachtung auch, dass es oftmals eben nicht endogene, sondern von außen aufgezwungene Prozesse waren, welche den Zerfall vergangener Wirtschaftssysteme herbeigeführt haben.

 

Fragen wir uns aber trotzdem, aufgrund welcher einzelner Prozesse Wirtschaftsordnungen in der Vergangenheit zugrunde gingen. Wir hatten im zweiten Abschnitt dieses Artikel bereits aufgezeigt, dass die Stabilität eines Systems vor allem von drei Faktoren bestimmt wird: von der Preisflexibilität, welche angibt, wie schnell und wie stark Datenänderungen und die sie auslösenden Ungleichgewichte Preisänderungen hervorrufen, weiterhin von der Preiselastizität des Angebots und der Nachfrage, also von der Frage, wie schnell, in welchem Umfang und in welche Richtung Angebot und Nachfrage auf Preisvariationen regieren; schließlich von der Frage, wie häufig Datenänderungen eintreten und wie sich diese Datenänderungen auf die Gleichgewichtslage auswirken. Atomisierte Datenänderungen verursachen in weit geringerem Maße Marktungleichgewichte als Datenänderungen, welche von den Regierungen per Gesetz für die gesamte Volkswirtschaft verordnet werden.

 

Nun gibt es verschiedene Faktoren, welche eine Reduzierung der Stabilität bei zunehmender Wohlfahrt verursacht haben. Man muss davon ausgehen, dass Anpassungsprozesse an Datenänderungen im Allgemeinen als unangenehm und lästig angesehen werden. Es nimmt deshalb kein Wunder, dass die Individuen bestrebt sind, mit wachsender Wohlfahrt die Zeiten, in welcher Anpassungen zu erfolgen haben, auszuweiten. Die Preisanpassung erfolgt dann nur noch in gewissen Abständen, so werden etwa tarifliche Lohnerhöhungen nur noch nach Auslaufen eines Tarifvertrages beschlossen, wobei die Vertragsdauer in der Regel ein bis zwei Jahre dauert. Die Planungssicherheit sowohl der Arbeitnehmer wie Arbeitgeber erhöht sich zwar hierdurch, aber die Zeit, welche verstreicht, bis ein Ungleichgewicht abgebaut ist, wird länger und mit ihr werden natürlich auch die Wohlfahrtsverluste größer, welche dadurch eintreten, dass die Preisrelationen längere Zeit nicht mehr den Knappheitsverhältnissen entsprechen.

 

Zwar kann dieser Tendenz dadurch entgegengewirkt werden, dass innerhalb der Tarifvertragsdauer eine Marktkorrektur durch Erhöhung oder Verringerung übertariflicher Lohnzuschläge erfolgt. Aber die Praxis der Arbeitsgerichte hat den Anpassungsprozess wiederum vermindert, in dem die Gerichte dann einen Rechtsanspruch auf Weiterzahlung von übertariflichen Lohnzuschlägen bejaht haben, wenn diese Lohnzuschläge schon längere Zeit gezahlt worden seien. Die Unternehmungen können in diesen Fällen diese Lohnzuschläge nur noch dann bei Bedarf reduzieren, wenn sie bei der Einführung dieser Zuschläge eigens darauf hingewiesen haben, dass diese nicht auf Dauer gezahlt werden können.

 

Auch die Anpassungszeiten der Mengenreaktionen auf Preisvariationen wurden im Zuge der Ausweitung der Kündigungsfristen erhöht und damit erneut die Zeit der Marktanpassung an die Datenänderungen verlängert. Gerade durch diese Tendenzen besteht die Gefahr, dass Unternehmungen, welche in Absatzkrisen geraten, nicht mehr in der Lage sind oder zumindest größere Schwierigkeiten haben, sich auf Marktänderungen anzupassen, z. B. dadurch, dass sie die Produktion auf andere Produkte umstellen, was natürlich auch eine Entlassung einiger Arbeitskräfte nach sich ziehen kann.

 

Es besteht hier auch die Gefahr, dass der konjunkturelle Aufschwung hinausgezögert wird, da die Unternehmungen Neueinstellungen erst dann vornehmen werden, wenn sie sicher sein können, dass die Zunahme von Aufträgen eine langfristige Erholung signalisiert. Kündigungsschutz ist berechtigt und notwendig, wenn es darum geht, Arbeitnehmer willkürlich zu entlassen, nicht aber dann, wenn nur durch Entlassungen eine Anpassung an die Datenänderungen möglich ist.

 

Eine Verschlechterung des Anpassungsprozesses wird mit zunehmendem Wachstum aber auch durch die Art des technischen Fortschrittes ausgelöst. Technischer Fortschritt ist in vielen Fällen damit verbunden, dass – wie bereits gezeigt – zu immer größeren und kapitalintensiveren Produktionsanlagen übergegangen wird und dass im Zuge dieser technischen Änderungen der Anteil der Fixkosten an den gesamten Kosten einer Unternehmung ansteigt. Fixkosten zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Höhe von der Ausbringungsmenge unabhängig ist, sodass die Stückkosten mit wachsender Produktionsmenge zurückgehen. Die Stückkosten einer Produktionsanlage im Werte von 10000 € betragen, wenn nur eine Produktionseinheit produziert würde, ebenfalls 10000 €, sie fallen jedoch bei einer Produktionsmenge von 10000 auf 1 €.

 

Ist nun der Anteil der Fixkosten an den Gesamtkosten sehr hoch, steigen nicht nur die fixen, sondern auch die gesamten Stückkosten bei einem Rückgang der Produktion, mit der Folge, dass die Unternehmungen bestrebt sind, die Güterpreise bei einem Absatzrückgang zu erhöhen. Ein Abbau des Angebotsüberhanges könnte jedoch nur dann erwartet werden, wenn die Preise bei Absatzrückgang fallen und nicht steigen würden.

 

Nun hat bereits Erich Schneider darauf aufmerksam gemacht, dass der Mechanisierungsprozess, also die Erhöhung des Anteils der Kapitalkosten nicht unbedingt bedeuten muss, dass die Fixkosten ansteigen. Es liegt immer an der Entscheidung einer Unternehmung, ob sie bestimmte Kostenarten als fixe oder als variable Kosten einplant. Würde eine Unternehmung z. B. eine Produktionsanlage anmieten und im Mietvertrag die Miethöhe davon abhängig sein lassen, wie viel Produkte mit dieser Anlage produziert werden, hätten diese Kapitalkosten die Eigenschaft variabler Kosten. Es müssen sich aber in diesem Falle Anbieter von Produktionsanlagen finden, welche bereit sind, dieses hierdurch entstehende Risiko (, dass die Mieteinnahmen von der Höhe der Produktion abhängen,) auf sich zu nehmen.

 

Die Oligopoltheorie hat auf eine weitere Ursache für eine Verzögerung des Anpassungsprozesses hingewiesen. Unter den Bedingungen oligopolistischer Konkurrenz müsse sehr oft damit gerechnet werden, dass der Preis nach unten unflexibel sei; erklärt wird diese Tatsache damit, dass die Preis-Absatz-Funktion einen Knick aufweist, wenn Oligopolisten damit rechnen, dass ihre Konkurrenten zwar Preissenkungen, nicht aber Preiserhöhungen bei ihren eigenen Produkten übernehmen. Ein Knick in der Preis-Absatzfunktion bewirkt jedoch, dass die hiervon abgeleitete Grenzumsatzfunktion (die erste Ableitung der Preis-Absatz-Funktion) an der Stelle des Knicks einen Sprung aufweist.

 

Kommt es nun zu einer Verringerung der Kosten durch Absenkung der Angebots- (Grenzkosten-)kurve, so führt dies zunächst zu keiner Mengenanpassung, da aufgrund des Knicks der Nachfragekurve der Schnittpunkt nach wie vor bei der bisherigen Ausbringungsmenge liegt:

 

Beschreibung: orddyn1

 

 

Was hat jedoch nun dieses Verhalten der Oligopolisten mit dem Wachstumsprozess zu tun? Wir können davon ausgehen, dass der Mechanisierungsprozess nicht nur zu einer Erhöhung der Fixkosten, sondern gleichzeitig auch oftmals zu einer Verringerung in der Anzahl der konkurrierenden Unternehmungen führt: Die Marktform der vollständigen Konkurrenz wird zugunsten oligopolistischer Marktstrukturen verlassen. Vorausgesetzt wird hier stillschweigend, dass die Ausweitung der Gesamtproduktion geringer ausfällt als die Ausweitung der Produktionskapazität einer einzelnen Unternehmung.

 

Allerdings kann dieser Prozess dadurch wiederum verhindert oder zumindest verlangsamt werden, dass im Zuge des Wirtschaftswachstums der internationale Handel ansteigt und mit ihm die Zahl der konkurrierenden Unternehmungen. Die Zahl der inländischen Unternehmungen geht dann zwar zurück, die inländischen Unternehmungen konkurrieren jedoch nun vermehrt mit ausländischen Unternehmungen mit der Folge, dass die Zahl der insgesamt konkurrierenden Unternehmungen aufgrund dieser Wachstumsprozesse keinesfalls zurückgehen muss.

 

Übrigens dürften auch monopolistische Marktstrukturen dazu beitragen, dass die Preise im Zeitablauf möglichst konstant gehalten werden. Die Monopolisten versuchen beim Käufer eine Verknüpfung zwischen Preiskonstanz und Konstanz der Qualität herzustellen. Der konstant bleibende Preis soll als Indiz für gleichbleibende Qualität gelten.

 

Auch der Umfang der nicht atomisierten Datenänderungen dürfte im Zuge des Wachstums angestiegen sein. Wir haben oben darauf hingewiesen, dass die Stabilität eines Ordnungssystems nicht nur davon abhängt, in welchem Maße auf Datenänderungen reagiert wird, sondern dass auch der Umfang der Datenänderungen die Stabilität gefährden kann, vor allem dann, wenn vorwiegend nicht atomisierte Datenänderungen zu erwarten sind. Je mehr Datenänderungen eintreten, welche zum selben Zeitpunkt auftreten und in die gleiche Richtung weisen, umso größer sind die hierdurch verursachen Ungleichgewichte und umso länger wird der Abbau der Ungleichgewichte dauern.

 

Der Wachstumsprozess und der mit ihm einhergehende Anstieg in der durchschnittlichen Unternehmungsgröße hat nun auch die Entstehung von Verbänden begünstigt, welche den Versuch unternehmen, durch lobbyistische Aktivitäten auf die Politik Einfluss zu nehmen. Es werden Subventionen gefordert, welche die Anpassung der Preisrelationen an die veränderten Knappheitsverhältnisse erschweren mit der Folge, dass die realen Anpassungsprozesse immer weniger geeignet sind, Ungleichgewichte abzubauen.

 

 

8. Zur Konvergenzthese

 

Im Rahmen des Abschnitts über die Interdependenzproblematik haben wir gesehen, dass die einzelnen Subsysteme unseres Gesellschaftssystems in Beziehung zueinander stehen. Es gibt jedoch nicht nur Beziehungen der einzelnen Subsysteme zueinander, sondern auch Zusammenhänge zwischen den Ordnungssystemen der einzelnen Staaten zueinander. Mit dieser Problematik soll sich dieser Abschnitt nun befassen.

 

Die hier zu behandelnde Konvergenzthese ist entstanden aus den wechselseitigen Beziehungen der westlichen und kommunistischen Staaten. Nach dieser These führten die Wechselbeziehungen beider Staatengemeinschaften zueinander zu einer systematischen Annäherung. Jedes System übernimmt gewisse Eigenschaften des jeweils anderen Systems. Denkt man diesen Zusammenhang zu Ende, so müssten sich schließlich beide Systeme einander gleichen.

 

Rein äußerlich scheinen die Tatsachen diese These zu bestätigen. In der Tat sind die marktwirtschaftlichen Systeme zunächst als reine Laisser-faire – Volkswirtschaften entstanden, in dem alle wesentlichen wirtschaftlichen Aufgaben dem Markt überlassen wurden. Mit der Zeit entstand jedoch das Bedürfnis, vor allem aufgrund der teilweise verheerenden sozialen Zustände zu Beginn der Industrialisierung, durch sozialpolitische und später auch konjunkturpolitische Maßnahmen die marktwirtschaftlichen Systeme menschlicher zu gestalten.

 

Man erkannte, dass der Markt bei der Verteilung der Einkommen nur das Leistungsprinzip berücksichtigen kann und dass deshalb dem Bedarfsprinzip nur durch staatliche Systeme entsprochen werden kann. Vor allem ein Familienlastenausgleich und ein befriedigender Schutz vor den sozialen Risiken der Krankheit, des Unfalls, des Alters und der Arbeitslosigkeit lassen sich marktwirtschaftlich allein kaum befriedigend lösen. Insoweit als gerade die kommunistischen Staaten insgesamt mehr Vorkehrungen für soziale Belange trafen, näherten sich in der Tat die westlichen Volkswirtschaften den kommunistischen Staaten mit der Zeit an.

 

Umgekehrt kann man auch feststellen, dass die kommunistischen Länder, welche in einem ersten Schritt den Vorstellungen einer reinen Zentralverwaltungswirtschaft entsprachen, mit der Zeit – vor allem unter Chruschtschow und später unter Gorbatschow – eine Annäherung an die marktwirtschaftlichen Systemen vollzogen haben. So wurde unter Chruschtschow unter dem Stichwort des Konsumkommunismus eine gewisse begrenzte Konsumfreiheit eingeführt und unter Gorbatschow eine starke Dezentralisierung der Planung vollzogen.

 

Betrachtet man allerdings die Beziehungen zwischen den westlichen und kommunistischen Volkswirtschaften etwas genauer, so stellt man fest, dass auf keinen Fall eine geradlinige Annäherung beider Staatensysteme stattfand. Natürlich ist es richtig, dass der Westen einige politische Lösungen der kommunistischen Staaten übernahm genauso, wie die kommunistischen Staaten bereit waren, gewisse Merkmale marktwirtschaftlicher Systeme zu übernehmen.

 

Es war aber keinesfalls eine immer größer werdende, kontinuierliche Annäherung; vielmehr wechselten sich Perioden der Annäherung mit anderen Perioden ab, indem sich die Staaten stärker um eine gegenseitige Abgrenzung bemüht haben. Der Kommunismus in Russland begann mit einer Verstaatlichung und Zentralisierung beinahe der gesamten Produktion und Verteilung, mit einem Abgabezwang für Lebensmittel, einem Verbot des privaten Handels. In Folge dieser radikalen Umstruktuierung der Volkswirtschaft war es zu einem gravierenden Rückgang in der Produktion und zu drastischen Versorgungsengpässen bis hin zu einer schweren Hungersnot gekommen. Die Bevölkerung reagierte hierauf mit Streiks und Unruhen. Im März 1921 setzte sich Lenin auf dem X. Parteitag der KPR(B) mit seinem Konzept der Neuen Ökonomischen Politik (NEP), einer vorübergehenden Liberalisierung der Wirtschaft, durch, welche einen Aufschwung vor allem der Agrarproduktion brachte.

 

Im Jahre 1927/28 hatte sich die Wirtschaft Russlands so weit erholt, dass Stalin die liberale Übergangsperiode der Neuen Ökonomischen Politik Lenins für beendet erklären und die Planwirtschaft einführen konnte. Mit dem ersten Fünfjahresplan (1928-1932) wurde die Industrialisierung, vor allem durch Ausbau der Schwerindustrie, eingeleitet und durch Liquidierung der Kulaken die Landwirtschaft durch Bildung von Kolchosen und Sowchosen kollektiviert. Nachdem die Produktion von Konsumgütern lange Zeit vernachlässigt worden war, leitete Chruschtschow eine Wende ein, in dem er vor allem eine Steigerung der Konsumgüterproduktion in Aussicht stellte.

 

Kommunistische Wirtschaftswissenschaftler plädierten dafür, Elemente des Kapitalismus in die kommunistische Wirtschaftsordnung einzubringen, um auf diese Weise die Produktion zu steigern. Das Profitdenken sollte als Anreiz zur Steigerung der Effektivität in den Betrieben anerkannt werden. Vor allem Kossygin und stand diesen Gedankengängen wohlwollend gegenüber. So wurde zwar das Prinzip der zentralistischen Wirtschaftsplanung im Prinzip beibehalten, mit Hilfe einer Betriebskalkulation, einer Bedarfsproduktion und Lohnanreizen wurden jedoch einige Elemente des Kapitalismus eingeführt.

 

Schließlich brach in den 90 er Jahren des letzten Jahrhunderts der Kommunismus zusammen, was sicherlich der Konvergenzthese widerspricht. Entsprechend den Vorstellungen der Konvergenzthese hätte ja der Kommunismus dadurch, dass er sich den marktwirtschaftlichen System angenähert hat, auch an Stabilität gewinnen müssen.

 

Auch innerhalb der westlichen Staaten zeichnete sich keinesfalls eine geradlinige Annäherung an planwirtschaftliche Elemente ab. Vielmehr brachte es bereits der Umstand, dass in Demokratien Parteien abgewählt werden können, mit sich, dass bald mehr marktwirtschaftliche Elemente, bald mehr planwirtschaftliche Methoden eingeführt wurden. Erlangten bei den Wahlen die konservativen und liberalen Parteien die Oberhand, wurden marktwirtschaftliche Elemente gestärkt, kam es jedoch zum Sieg der sozialistischen und sozialdemokratischen Parteien, so näherten sich die Volkswirtschaften wiederum einer staatlichen Planwirtschaft an.

 

Fragen wir uns nun danach, welche Kräfte darüber entscheiden, ob eine Konvergenz der Systeme stattfand oder auch ausblieb. Angewandt auf die Beziehungen zwischen den westlichen und kommunistischen Systemen der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg waren es vor allem zwei Faktoren, welche eine gewisse Konvergenz erwarten ließen.

 

Auf der einen Seite hing die Verteidigungsbereitschaft der beiden Weltmächte entscheidend von dem Verhältnis des wirtschaftlichen Wachstumsniveaus ab. Der eine Block konnte sich nur dann als sicher vor Übergriffen der feindlichen Macht fühlen, wenn seine Verteidigungsanlagen in etwa der des Feindes entsprachen. Das war aber nur möglich bei etwa gleichem Wohlstandsniveau des Gegners.

 

Ist das Wachstumsniveau einer Volkswirtschaft wesentlich geringer als das des jeweils anderen Blocks, so gerät dieser Staat ins Hintertreffen: Der materielle Wert der Verteidigungsanlagen ist geringer, wenn beide Blöcke etwa den gleichen Prozentsatz des Inlandsproduktes für Verteidigungszwecke verausgaben. Also müsste der Staatenblock mit dem geringeren Wachstumsniveau einen größeren Prozentsatz des Inlandsproduktes für Verteidigungszwecke reservieren, um überhaupt vor Angriffen des Gegners sicher zu sein.

 

Aber gerade hierin liegt ein zweites Problem. Die Ideologien beider Machtblöcke nahmen für sich in Anspruch, den ‚wahren’ Bedürfnissen der Bevölkerung besser zu entsprechen. Nun kann kein Zweifel darüber bestehen, dass die Marktwirtschaft im Hinblick auf das Ziel der Maximierung der materiellen Wohlfahrt das effizientere System darstellt. Wenn der Kommunismus als wirtschaftlich schwächeres System ohnehin einen geringeren Prozentsatz des Inlandsproduktes für die Konsumbedürfnisse der Bevölkerung ausgeben muss, steht das kommunistische System unter starkem Druck, die effizienteren Produktionsmethoden einer marktwirtschaftlich gesteuerten Volkswirtschaft zu übernehmen.

 

Wie kommt es aber dann, dass vor allem in der Entwicklung der kommunistischen Staaten der Annäherungsprozess trotzdem immer wieder gestoppt wurde? Nun setzt der Zwang zur Übernahme der effizienteren Methoden des Marktes offensichtlich voraus, dass die Bevölkerung in den kommunistischen Staaten auch von dem Wohlstand in den westlichen Staaten erfährt. Diese Voraussetzung war aber lange Zeit nicht gegeben. Die kommunistischen Machthaber schotteten die einheimische Bevölkerung vor ausländischen Einflüssen weitgehend ab.

 

Die Bevölkerung durfte nicht ins Ausland reisen und der Versuch, sich Informationen über die Verhältnisse im Ausland durch Presse und Rundfunk zu besorgen, wurden unter Strafe gestellt. Auf diese Weise konnten die kommunistischen Staaten lange Zeit verhindern, dass die einheimische Bevölkerung ihren Konsumstandard mit dem der Ausländer vergleichen konnten und auf diese Weise konnte damit auch das Streben nach mehr Konsumfreiheit unterdrückt werden. Aus diesen Gründen waren die kommunistischen Machthaber lange Zeit auch nicht bereit, einen größeren internationalen Handel zuzulassen, da jede Öffnung der Handelsgrenzen notwendiger Weise mit sich bringt, dass die einheimische Bevölkerung Informationen über die Verhältnisse im Ausland erhält.

 

Diese Möglichkeiten der Abschottung sind allerdings im Zuge der modernen Nachrichtentechnik immer mehr zurückgegangen. Das Lesen von ausländischen Zeitungen ließ sich noch relativ leicht dadurch unterbinden, dass man den Import von Zeitungen nicht zuließ. Das Abhören von Nachrichten aus ausländischen Rundfunkstationen war schon etwas schwieriger, da Radiowellen keine Grenzen kennen und das Abhören von ausländischen Sendern zwar verboten werden konnte und durch Einsatz von Störsendern etwas erschwert werden konnte, aber einfach deshalb nicht gänzlich unterbunden werden konnte, da die Einhaltung dieses Verbotes kaum kontrolliert werden konnte.

 

Noch schwieriger gestalten sich die Kontrollmöglichkeiten gegenüber Fernsehen und vor allem dem Internet. Worte aus ausländischen Sendern können als falsch und demagogisch hingestellt werden, während Bilder aus dem Fernsehen für sich sprechen und die Zustände im Aus- und Inland so darstellen, dass sie durch Gegenpropaganda kaum widerlegt werden können.

 

Bei unseren bisherigen Überlegungen bezogen wir die These von der Konvergenz ordnungspolitischer Systeme stets auf das Verhältnis inländischer zu ausländischer Staaten. Man spricht allerdings auch davon, dass innerhalb einer politischen Ordnung die mit einander konkurrierenden Parteien die Tendenz aufweisen, sich einander anzunähern.

 

Auch in diesem Zusammenhang können wir historisch feststellen, dass die Parteien zu Beginn demokratischer Ordnungen unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ansprachen und sich deshalb entscheidend voneinander unterschieden. Wir kennen konservative und liberale Parteien, welche traditionell die Interessen der Unternehmer und der bürgerlichen Führungskräfte vertreten haben, und diese Parteien haben sich deutlich abgehoben von den sozialistischen und sozialdemokratischen Parteien, welche das Interesse der Arbeitnehmer in den Mittelpunkt ihrer Ziele stellen.

 

Nun zwingt der Wettbewerb der Parteien diese dazu, in den Wahlen die Mehrheit zu erringen, nur dann werden sie mit der Regierungsbildung beauftragt; in der Regel ist aber keine Bevölkerungsgruppe so groß, dass sich eine Partei nur auf ihre Stammwähler und auf eine eng begrenzte Bevölkerungsgruppe stützen kann. Der demokratische Wettkampf in den Wahlen zwingt somit die Parteien, möglichst viele Bevölkerungsgruppen anzusprechen und das wiederum führt zwangsweise dazu, dass sich die einzelnen Parteien in ihren Leitvorstellungen immer mehr annähern.

 

Im Rahmen der ökonomischen Theorie der Demokratie wurde deshalb auch die These entwickelt, dass der Wettbewerb der Parteien schließlich dazu führt, dass alle Parteien den gleichen Kompromiss zwischen den Interessen der einzelnen Bevölkerungsgruppen an­steuern. Die Zielvorstellungen der Wähler und die Verteilung der Bevölkerung auf die einzelnen Bevölkerungsgruppen legen ein ganz bestimmtes Bündel an politischen Maßnahmen fest, das zur Erlangung der Mehrheit bei den Wahlen notwendig ist; legt man rationales Verhalten der Politiker zugrunde und unterstellt man, dass ein effektiver Wettbewerb zwischen den Parteien besteht, so müsste entsprechend dieser Theorie jede Partei das gleiche Bündel an politischen Maßnahmen in Aussicht stellen.

 

Diese Schlussfolgerung bedarf allerdings gewisser Einschränkungen. Als erstes gilt es festzustellen, dass dieser Annäherungsprozess eher bei einem Mehrheitswahlrecht als bei einem Proporzwahlrecht Gültigkeit hat. Bei einem Mehrheitswahlrecht, wie es vor allem in den angelsächsischen Staaten verwirklicht ist, erlangt eine Partei in einem Wahlbezirk nur dann einen Sitz im Parlament, wenn sie die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erlangt; dieses Ziel können nur große Parteien verwirklichen, welche die meisten Bevölkerungsgruppen ansprechen. Das Mehrheitswahlrecht kennt deshalb auch fast nur den Wettbewerb zwischen zwei großen Parteien, die eine Partei geht als Sieger aus den Wahlen hervor und stellt die Regierung, die andere Partei unterliegt und bildet im Parlament die Opposition.

 

Bei einem Proporzwahlsystem entspricht die Zusammensetzung im Parlament im Allgemeinen der Aufteilung der Wähler auf die einzelnen Parteien. Hier tritt in der Regel eine Vielzahl kleinerer Parteien zur Wahl. Die einzelnen Parteien können es sich leisten, eine kleine Interessengruppe zu vertreten, ohne dass hierdurch ihre Chancen, an der Regierung teilzunehmen, verringert werden. Der Zwang, sich den Vorstellungen der anderen Parteien anzunähern, entfällt hier weitgehend. Keine Partei erreicht hier die Mehrheit, es sind deshalb Koalitionsregierungen notwendig. Die Regierungsfähigkeit wird hier weniger daran gemessen, ob die Mehrheit der Wähler hinter dieser Partei steht, sondern daran, inwieweit zwischen den Regierungsparteien gemeinsame Zielvorstellungen bestehen, welche eine Regierungsarbeit möglich machen.

 

Aber auch in einem Mehrheitswahlsystem wird der Annäherungsprozess immer wieder unterbrochen. Eine Opposition hat nur dann Aussicht, bei der nächsten Wahl die Mehrheit zu erlangen, wenn sie nachweisen kann, dass sie die politischen Geschäfte besser führen kann als die derzeitige Regierung. Es scheint notwendig, sich von der gegnerischen Partei deutlich abzugrenzen.

 

 

Zusammenfassung:

 

01. Die Stabilität eines Systems wird einmal daran gemessen, inwieweit es bei Konstanz der Spielregeln in der Lage ist, Datenänderungen zu verarbeiten und damit sich selbst zu erhalten. Es wird zum andern überprüft, ob das System selbst in der Lage ist, seine Spielregeln so zu verändern, dass ein Überleben wahrscheinlicher wird.

 

02. Das wirtschaftliche System der ehemaligen Ostblockstaaten muss in diesem Sinne als besonders instabil gelten. Auf der einen Seite gestattete das politische System der kommunistischen Staaten keine Abwahl unbeliebter Politiker im bestehenden System. Unzufriedenheit kann sich nur in einer Revolution niederschlagen. Auf der anderen Seite ist die Produktion der Güter nicht am Bedarf der Konsumenten ausgerichtet. Selbst dann, wenn die Politiker willens wären, die Güterproduktion am Bedarf der Bürger auszurichten, würde das System der Zentralverwaltungswirtschaft keine dem Markt vergleichbare Institution zur Eruierung des Konsumentenbedarfs kennen.

 

03. Es lässt sich beobachten, dass Volkswirtschaften zu Beginn ihrer Entwicklung zur Industrienation im Allgemeinen bürokratisch verwaltet wurden. Dies galt in der Vergangenheit für die meisten europäischen Staaten. Dieser Zusammenhang lässt sich aber auch in der neueren Zeit für einen Teil der kommunistisch-planwirtschaftlichen Systeme feststellen, soweit diese Volkswirtschaften bei Übernahme des Systems noch Agrarwirtschaften waren. Die DDR war bei Übernahme des Kommunismus Ende des 2. Weltkrieges allerdings eine Industriegesellschaft.

 

04. Insofern wich die DDR von der allgemein beobachtbaren Gesetzmäßigkeit ab. Das planwirtschaftliche System wurde jedoch der DDR von außen (Russland) aufgezwungen. Entsprechend der kommunistischen Ideologie sind allerdings erst die Industriegesellschaften in einem fortgeschrittenen Stadium zum Kommunismus fähig. Dieser kommunistischen Voraussage widersprach jedoch der historische Tatbestand, dass der Kommunismus in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts in Russland begann, das in der damaligen Zeit noch eindeutig als Agrargesellschaft zu gelten hatte.

 

05. Die These von der Interdependenz der Systeme besagt, dass die Ziel- und Wertvorstellungen der Individuen ganz bestimmte Ordnungen in Wirtschaft und Politik nahe legen. So beruht z. B. die marktwirtschaftliche Ordnung auf dem Grundsatz, den einzelnen Individuen die Produktions- und Konsumfreiheit einzuräumen.

 

06. Im politischen Bereich entspricht der Freiheitsidee die Forderung nach einer demokratischen Ordnung, da allein in einer demokratischen Verfassung dem einzelnen Bürger das Recht vorbehalten ist, in periodisch stattfindenden Wahlen über die Politiker und damit über die zu realisierenden politischen Programme abzustimmen. Umgekehrt gilt, dass ein System einer staatlichen Planwirtschaft nur in einer politischen Diktatur erfolgreich sein kann.

 

07. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass in der ehemaligen DDR die politische Diktatur und das staatlich-planwirtschaftliche Wirtschaftssystem von der russischen Besatzungsmacht aufoktroyiert wurde, genauso wie es unbestreitbar ist, dass sich dieses System nur solange halten konnte, als es von der Sowjetunion mitgetragen wurde. Aber auch die BRD vor 1989 ist ein gutes Beispiel dafür, wie Ordnungsstrukturen durch äußeren Eingriff verändert werden. So ist es sicherlich der amerikanischen Besatzungsmacht und deren Wirtschaftsverfassung zu verdanken, dass in der amerikanischen Zone schon sehr früh marktwirtschaftliche Strukturen errichtet werden konnten.

 

08. Im Rahmen einer wirtschaftswissenschaftlichen Erklärung spielen die einzelnen Persönlichkeiten nur eine untergeordnete Bedeutung. Es sind die objektiven Datenänderungen und die Strukturen der einzelnen Gesellschaftssysteme, die letztlich den Verlauf der Ereignisse bestimmen. Umgekehrt betonen Historiker im allgemeinen die überragende Rolle von Einzelpersönlichkeiten für den Verlauf der Geschichte.

 

09. Vor allem M. Olson hat die These aufgestellt, dass Industriegesellschaften in ihrer Spätphase einer Art Sklerose unterliegen und immer in geringerem Maße in der Lage sind, sich an die durch die Umwelt induzierten Änderungen anzupassen. Wenn diese These auch primär für marktwirtschaftlich organisierte Gesellschaften aufgestellt wurde, lässt sich dieser Gedanke auch auf die kommunistischen Staaten sinngemäß übertragen, auch dann, wenn z. T. andere Gesetzmäßigkeiten diesen Sklerose-Prozess ausgelöst haben.

 

10. Die Konvergenzthese besagt, dass die Ordnungssysteme verschiedener Länder im Zeitablauf  konvergieren müssen. Man begründet diese These damit, dass ein Konkurrenzkampf der Systeme untereinander bestand und dass sich die Politiker aufgrund dieses Wettbewerbes gezwungen sahen, diejenigen Elemente des jeweils anderen Systems zu übernehmen, die sich dort bewährt haben.

 

11. Kritisch muss jedoch hinzugefügt werden, dass diese Tendenz nicht geradlinig verläuft, dass z. B. in den demokratischen Staaten Zeiten der zunehmenden Regulierung mit Zeiten der Deregulierung abwechseln und dass auch in den kommunistischen Staaten (z. B. in China) eine solche Pendelbewegung (in gewissen Zeiten Regulierung, in anderen Zeiten Deregulierung) festzustellen ist.

 

12. Dass das kommunistische System schließlich zusammengebrochen ist, widerspricht eindeutig der Konvergenzthese. Entsprechend der Konvergenzthese hätte die Stabilität des kommunistischen Systems zunehmen müssen, und zwar in dem Umfang, in dem sich die kommunistischen Machthaber gezwungen sahen, die positiven Seiten der Marktwirtschaft zu übernehmen.

 

 

Fragen zu Kapitel 10:

 

01. Unter welchen Voraussetzungen gilt das Marktgleichgewicht als stabil?

 

02. Unter welchen Voraussetzungen gilt ein Ordnungssystem als stabil?

 

03. Inwieweit beeinflusst der Entwicklungsstand einer Volkswirtschaft das Ordnungssystem?

 

04. Warum begannen Volkswirtschaften zumeist als eine staatliche Planwirtschaft?

 

05. Warum trat mit der Weiterentwicklung einer Volkswirtschaft eine Liberalisierung ein?

 

06. Was hat Walter Eucken unter der Interdependenz der Ordnungssysteme verstanden?

 

07. Bringen sie ein Beispiel dafür, dass ein Ordnungssystem von außen aufoktroyiert wurde?

 

08. Wie wird der Verlauf der Geschichte von der historischen Wissenschaft erklärt?

 

09. Wir wird der Verlauf der Geschichte von der Wirtschaftstheorie erklärt?

 

10. Was hat Olson unter seiner These der Sklerose wirtschaftlicher Systeme verstanden?

 

11. Was besagt die Konvergenzthese?

 

12. Hat sich die Konvergenzthese bewahrheitet?

 

 

Antworten zu Kapitel 10:

 

01. Das Marktgleichgewicht gilt immer dann als stabil, wenn Ungleichgewichte automatisch dazu führen, dass Angebotsüberhänge zu Preissenkungen, Nachfrageüberhänge hingegen zu Preissteigerungen führen und wenn diese Preisvariationen selbst wiederum dazu beitragen, dass sich Angebot und Nachfrage so an diese Preisänderungen anpassen, dass das Ungleichgewicht abgebaut wird.

 

02. Ein Ordnungssystem gilt immer dann als stabil, wenn sich die Spielregeln der jeweiligen Ordnung an die Datenänderungen automatisch so anpassen, dass  das System vor einem Zusammenbruch bewahrt bleibt.

 

03. Historisch gesehen waren die meisten Volkswirtschaften in ihrer ersten Entwicklungsphase staatliche Planwirtschaften.

 

04. In der ersten Entwicklungsphase war es zunächst notwendig, durch öffentliche Infrastrukturen die Voraussetzungen für eine überregionale Volkswirtschaft zu schaffen.

 

05. Die staatliche Bevormundung der unternehmerischen Aktivitäten behinderte den wirtschaftlichen Fortschritt.

 

06. Walter Eucken wollte mit der These von der Interdependenz der Ordnungssysteme zum Ausdruck bringen, dass sich die wirtschaftlichen und politischen Subsysteme einander bedingen.

 

07. In der ehemaligen DDR hatte die sowjetische Siegermacht zwangsweise ein kommunistisches System errichtet.

 

08. Historiker gehen vorwiegend der Frage nach, inwieweit der Verlauf der Geschichte durch Ideen und Persönlichkeiten geprägt wurde.

 

09. Der Wirtschaftstheoretiker untersucht vorwiegend, inwieweit wirtschaftliche Veränderungen auf Änderungen in den Daten und Strukturen zurückgeführt werden können.

 

10. Olson war der Auffassung, dass auch wirtschaftliche Systeme ähnlich wie die Menschen Alterungsprozesse durchmachen.

 

11. Entsprechend der Konvergenzthese nähern sich die marktwirtschaftlichen und kommunistischen Systeme einander an, da aufgrund des Wettbewerbs der Systeme jedes System sich gezwungen sieht, die Teile des gegnerischen Systems zu übernehmen, in denen das andere System überlegen ist.

 

12. Die Konvergenzthese wurde durch den Zusammenbruch des Ostblocks widerlegt, da sich nach dieser These der Ostblock eigentlich dem westlichen System hätte annähern und damit stabilisieren müssen.