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Übungen WS 2011/2012

 

 

 

 

Kapitel 6:   Minimax-Regel versus Nivellierung?

 

 

 

 Gliederung:

 

Konkretisierung

Zielbegründung: Nivellierung

Zielkonflikte: Nivellierung

Zielbegründung: Maximin-Regel

 

 

            Konkretisierung

 

Wir wollen uns heute mit der Frage befassen, ob sich die Verteilung der Einkommen (Wohlfahrt) eher an dem Nivellierungsziel oder eher an der von John Rawls in seiner Theorie der Gerechtigkeit entwickelten Minimax-Regel ausrichten sollte. Es handelt sich hierbei um eine Frage nach einem Ziel aus dem Bereich der Sozial- und Verteilungspolitik. Teile dieser Übung sind meinem ins Archiv gestellten Artikel: Wege zur Gerechtigkeit entnommen.

 

Das vor allem von Sozialisten propagierte Ziel der Nivellierung der Einkommen besteht in der Forderung, die in der Realität zu beobachtende Einkommensdifferenzierung abzubauen. Jedes marktwirtschaftliche System ist dadurch ausgezeichnet, dass die einzelnen wirtschaftenden Personen ein recht unterschiedliches Einkommen beziehen. Dieser Tatbestand hängt in erster Linie damit zusammen, dass auch die erwerbswirtschaftlich eingesetzten Vermögen ungleich verteilt sind und auf diesem Wege zu den Arbeitseinkommen auch die Kapitaleinkünfte kommen, die bisweilen ein Vielfaches der durchschnittlichen Arbeitseinkommen ausmachen.

 

Aber auch in den noch aus dem Mittelalter stammenden feudalen Wirtschaftssystemen findet sich oftmals eine sogar noch viel größere Ungleichheit in den Einkommen und in den Konsummöglichkeiten, wobei ehemals Adlige oftmals über große Ländereien verfügten, die ihnen ohne Arbeitseinsatz hohe nominelle wie auch reale Einkünfte brachten.

 

Sozialisten gehen im Allgemeinen davon aus, dass Einkünfte eigentlich nur aus eigener Arbeitskraft entstammen dürften und dass die Arbeitsanstrengungen allein bei weitem nicht so große Differenzierungen in den Einkommen hervorbringen könnten, wie sie in der Realität vorkommen.

 

Als Maßstab dafür, inwieweit dieses verteilungspolitische Ziel bereits realisiert ist, dient der Nivellierungsgrad (oder auch sein Gegenteil der Differenzierungsgrad). Werden z. B. nur zwei Einkommensgruppen unterschieden, z. B. die Kapitalisten (Unternehmer) und die Arbeitnehmer, so lässt sich der Nivellierungsgrad an einem Quotienten messen, dessen Zähler die durchschnittlichen Einkommen der Arbeitnehmer und dessen Zähler die durchschnitt­lichen Einkommen der Unternehmer enthält. Die Nivellierung ist dann umso größer, je größer der Quotient ist, bei einer vollkommenen Nivellierung wäre dieser Quotient gerade eins. Die Unternehmer erhielten in diesem Falle genauso hohe Einkommen wie die Arbeitnehmer. Der entsprechende Differenzierungsgrad würde in diesem Falle dem Kehrwert des Nivellierungsgrades entsprechen (Unternehmerkommen / Arbeitnehmer­einkommen).

 

Ein besserer, genauerer Maßstab für die Nivellierung findet sich in der nach Max O. Lorenz benannten Lorenzkurve. Sie stellt eine grafische Darstellung der personellen Einkommensverteilung dar. M. O. Lorenz wählte einen nichtlogarithmischen Maßstab und rechnet mit Prozentwerten. So werden bei der Lorenzkurve die Einkommensempfänger zusammengefasst, die ein bestimmtes Einkommen oder weniger erhalten.

 

Auf der x-Achse wird hierbei die kumulierte Zahl an Einkommensempfänger abgetragen, auf der y-Achse hingegen der Prozentsatz des Gesamteinkommens, den diese Gruppe jeweils besitzt. Man erhält hierbei eine im Ursprung beginnende, im allgemeinen überproportional steigende Kurve, die unmittelbar erkennen lässt, wie viel Prozent der Einkommensempfänger, von der untersten Einkommensstufe an gerechnet, x Prozent des Gesamteinkommens erhalten.

Eine Gleichverteilung wäre erreicht, wenn diese Kurve in eine 45° -Linie übergeht. Die Fläche, welche die Lorenzkurve mit der Kurve der Gleichverteilung umschließt, misst den Grad der Differenzierung. Vergleicht man z.B. Lorenzkurven aus verschiedenen Zeiten, so lässt sich die Veränderung der Differenzierung in der Zeit bestimmen. Auch lässt sich auf diese Weise der Differenzierungsgrad verschiedener Länder oder Regionen in einer bestimmten Zeit bestimmen und miteinander vergleichen.

 

 

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: ger14

 

Kritisch muss als erstes darauf hingewiesen werden, dass dieser Maßstab nur scheinbar objektiv die tatsächliche Differenzierung misst. Es wird stillschweigend unterstellt, dass Abweichungen von der Gleichverteilung bei allen Einkommensklassen gleich gewichtet werden, was ein eindeutiges Werturteil darstellt und keinesfalls allgemein akzeptiert werden dürfte.

Abweichungen vom Gleichheitsprinzip in den untersten Einkommensklassen dürften aus Gerechtigkeitsgründen ein ganz anderer Stellenwert zuerkannt werden als Abweichungen bei den obersten Einkommensklassen. Auf keinen Fall kann man davon sprechen, dass in zwei Ländern mit auf diese Weise festgestellten gleichem Differenzierungsgrad dem Postulat der Gerechtigkeit in gleicher Weise entsprochen wird, wenn eine größere Abweichung bei den untersten Einkommensklassen in dem einen Land dadurch kompensiert wird, dass die Abweichungen bei den höchsten Einkommensklassen dementsprechend geringer sind.

Wenn man Differenzierungsgrade zur Beurteilung der Frage heranzieht, inwieweit die Verteilung der materiellen Güter gerecht erfolgt, so geht man offensichtlich von der stillschweigenden Annahme aus, dass die tatsächliche Differenzierung wesentlich höher ist, als sie gerechterweise sein sollte, so dass jede Verringerung in der Differenzierung als ein Weg auf mehr Gerechtigkeit, eine Zunahme der Differenzierung jedoch als ein Weg hin zu noch mehr Ungerechtigkeit angesehen wird.

Es ist jedoch  fraglich, warum ein noch so exakt bestimmter Differenzierungsgrad irgend etwas über das Ausmaß an Gerechtigkeit aussagen sollte. Da nach Gerechtigkeitsvorstellungen nur gleiches gleich, ungleiches aber ungleich  zu behandeln ist, sagt ein Differenzierungsgrad ohne Kenntnis dessen, in welchen Punkten sich die einzelnen Personen gleichen und unterscheiden, überhaupt nichts über den Grad der Gerechtigkeit aus. Unter Umständen könnte sehr wohl ein Land mit einer höheren Differenzierung dem Gerechtigkeitsgebot besser entsprechen, als ein Land mit einem geringeren Differenzierungsgrad.

John Rawls hatte hingegen die Maxime entwickelt, dass die in der Realität entstehenden Einkommens­differenzierungen sowie die verteilungspolitisch wirksamen politischen Maßnahmen solange berechtigt oder zumindest unbedenklich sind, als diese Zustände oder Maßnahmen geeignet erscheinen das Einkommen der untersten Einkommensschichten zu erhöhen.

 

Gerade aus diesen Gründen bietet das von John Rawls formulierte Maximin-Prinzip eine gute Grundlage, wirtschaftspolitische Maßnahmen auf ihre Gerechtigkeit hin zu überprüfen. Nach diesem Prinzip kann eine wirtschaftspolitische Maßnahme dann als gerechtfertigt und in Einklang mit dem Gerechtigkeitspostulat gesehen werden, wenn diese Maßnahme geeignet ist, das Einkommen der untersten Einkommensklasse (der Ärmsten also) zu steigern und zwar unabhängig davon, inwieweit diese Maßnahmen auch den reicheren Bürgern zugute kommen. Selbst dann, wenn die Einkommen der Reicheren in stärkerem Maße ansteigen sollten als die Einkommen der Ärmsten, wenn also der Differenzierungsgrad ansteigen sollte, würde Rawls immer noch von einer Maßnahme sprechen, die mit der Gerechtigkeit in Einklang steht, die mehr und nicht weniger Gerechtigkeit bringt.

 

Man achtet also mit anderen Worten nicht auf die relativen Einkommensverhältnisse und ihre Änderungen, sondern allein darauf, was mit dem Einkommen der Ärmsten absolut und real passiert. Steigt dieses an, so ist es eine gerechtfertigte (gerechte) Maßnahme und nur dann. Eine Nivellierung der Einkommen, die zu keiner Steigerung in den Einkommen der Ärmsten führen würde, wäre in diesem Sinne nicht der Gerechtigkeit dienend. Das von Rawls entwickelte Maximin-Prinzip bedeutet also: Maximiere das Einkommen der untersten (minimalen) Einkommensklasse.

 

Man kann diese Überlegungen in einer Graphik zusammenfassen, in  der auf der Y-Achse das Einkommen der einkommensschwächsten Bürger und auf der X-Achse die Einkommen der übrigen Bürger abgetragen werden. Die Wirkungszusammenhänge der wirtschaftspolitischen Maßnahmen seien derart, dass diese Maßnahmen zunächst beiden Einkommensgruppen zugute kämen, dass u. U. sogar die Einkommens-Quote der Ärmeren anstiege, dass aber bei Ausdehnung der Maßnahmen das Einkommen der besser verdienenden Bürgern stärker stiege, obwohl auch das Einkommen der Ärmeren nach wie vor ebenfalls ansteige, bis dann schließlich nur noch das Einkommen der Reichen steige, das der Ärmeren falle.

 

Wir erhalten auf diese Weise in unserem Diagramm eine Kurve, die vom Koordinatenursprung ausgehend zunächst ansteigt, irgendwann ein Maximum erreicht und dann wieder abfällt. Anhand dieser Kurve lässt sich der Unterschied unterschiedlichster politischer Varianten ablesen.

 

 

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: ger20

 

 

Ziehen wir vom Koordinatenursprung aus eine Linie, so misst der Winkel dieser Linie  die Einkommensquoten. Entspricht dieser Winkel 45°, so erhalten beide Einkommensgruppen die gleiche Einkommensquote von 50%. Schneidet nun die wirtschaftspolitische Maßnahmen-Kurve diese 45°-Linie, so würde das Maximum an Gerechtigkeit nach sozialistischer Sicht erreicht, jede Gruppe würde das gleiche Einkommen beziehen. Hier wäre der Anteil der bisher Armen-Gruppe, die nun das gleiche Einkommen wie die andere Gruppe bezieht, maximiert.

 

Legt man das Maximin - Prinzip von J. Rawls zugrunde, so würde eine Ausweitung der Maßnahmen von diesem sozialistischen Optimalpunkt aus nach wie vor dem Gerechtigkeitspostulat genügen, da annahmegemäß das Einkommen der Ärmsten weiter ansteigen würde, obwohl bereits die Einkommen der Reicheren stärker anstiegen und somit die Einkommensquote der Ärmeren bereits zurückginge. Dort, wo die Maßnahmenkurve ihr Maximum erreicht, ist dann auch der Maximin-Punkt erreicht, eine weitere Ausdehnung der Maßnahmen würde wieder zu einer Minderung der Einkommen der Ärmeren führen, widerspräche also der Gerechtigkeitsforderung, obwohl das Gesamteinkommen beider Gruppen nach wie vor ansteigen würde.

 

Nach einer streng liberalen Vorstellung wäre eine solche Ausweitung der Maßnahmen nach wie vor gerechtfertigt, da das Sozialprodukt immer noch steigt. Erst in dem Punkte wo die Maßnahmenkurve die negativ geneigte 45° - Linie tangiert, wäre der Optimalpunkt (die Maximierung des Sozialproduktes) erreicht, eine weitere Ausdehnung der Maßnahmen wäre auch nach radikalliberaler Sicht unerwünscht, da nun die Einkommen der Reicheren weniger steigen als die Einkommen der Schwachen fallen, mit dem Ergebnis, dass das Gesamteinkommen nun sinkt. 

 

Zielbegründung: Nivellierung

 

Wenn man nach der Begründung fragt, weshalb es denn erwünscht sei, die bestehende Einkommens­differenzierung zu verringern, so wird oftmals auf das Egalitätsprinzip verwiesen. Alle Menschen seien im Grunde gleich und deshalb wäre es auch ideal, wenn jeder das gleiche Einkommen erzielen würde. Da jedoch diese Forderung realiter wohl kaum – auch nicht annähernd – verwirklicht werden könnte, komme es im Sinne eines Zweitbesten darauf an, zumindest die Kluft zwischen den höchsten und niedrigsten Einkommen zu vermindern.

 

Dieses Egalitätsprinzip ist nicht zu verwechseln mit dem Gleichheitsprinzip. Danach soll gleiches gleich behandelt werden, ungleiches aber auch ungleich. Dieses Gleichheitsprinzip liegt wohl jeder bisher entwickelten Theorie von Gerechtigkeit zugrunde. Mit der Bejahung dieses Prinzips ist jedoch nur sehr wenig bereits entschieden. Was als gleich und als ungleich zu gelten hat, darin unterschieden sich seit jeher die Geister. So wird im Allgemeinen davon ausgegangen, dass es nur gerecht sei, wenn derjenige, der mehr leistet, auch ein höheres Einkommen erhalte. Wir sprechen hier vom Leistungsprinzip. Darüber hinaus wird auch im Allgemeinen darauf hingewiesen, dass der Bedarf des einzelnen sehr unterschiedlich ist und dass aus einem unterschiedlichen Bedarf auch ein unterschiedlich hohes Einkommen gerechtfertigt sei. Hier liegt das sogenannte Bedarfsprinzip vor.

 

Nun muss allerdings darauf hingewiesen werden, dass das Egalitätsprinzip zwar von Vertretern des Urkommunismus zur Zeit der französischen Revolution zugrundegelegt wurde, dass aber der reale Kommunismus, vor allem auch der Sowjetkommunismus der Vergangenheit sehr wohl Wohlfahrtsunterschiede ermöglichte, dies galt z. B. für die Helden der Arbeit, die für besondere Leistung ausgezeichnet wurden, aber auch für die Funktionäre, denen zwar zumeist kein wesentlich höheres Einkommen zugestanden wurde, die aber Privilegien besaßen, aufgrund derer sie Zugang zu materiellen Gütern und Einrichtungen erhielten.

 

De facto wurde also das Egalitätsprinzip in der Vergangenheit nie von maßgebenden Philosophen ernsthaft gefordert, es erlang jedoch im Rahmen der älteren Wohlfahrtstheorie eine gewisse Bedeutung. Im Rahmen der älteren Wohlfahrtstheorie wurde nämlich der Versuch unternommen, nachzuweisen, dass die Gesamtwohlfahrt einer Volksgemeinschaft gerade dann maximiert werde, wenn alle Bürger ein gleichhohes Einkommen erlangen würden.

 

Die Beweisführung ist denkbar einfach. Man unterstellt für jeden Bürger eine gleiche Bedarfsstruktur, was sich graphisch in der Identität aller Grenznutzenkurven niederschlägt. Solange nun Einkommens­ungleichheit zwischen zwei Personen besteht, solange würde eine Nivellierung einen Wohlfahrtsgewinn bringen. Dem Reicheren wird eine Einkommenseinheit wegbesteuert, der Reiche erfährt deshalb einen Nutzenentgang in Höhe seines Grenznutzens, der Ärmere, dem diese Einkommenseinheit in Form einer Subvention zugeführt wird, erhält einen Nutzenzuwachs, wiederum entsprechend seinem Grenznutzen. Da der Grenznutzen von der Einkommenshöhe abhängt und da beide Grenznutzenkurven identischen Verlauf nehmen, - so wird unterstellt - wird der Nutzenentgang beim Reicheren immer geringer sein als beim Ärmeren und jede Umverteilung zugunsten des Ärmeren wird solange für die Gemeinschaft per Saldo einen Nutzengewinn bringen, bis alle Einkommensunterschiede aufgehoben sind.

 

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: ger3

 

 

Wir tragen auf der X-Achse das Einkommen der einzelnen Einkommensempfänger, auf der Y-Achse die Höhe des Grenznutzens ab, der annahmegemäß mit wachsendem Einkommen sinkt. Es wird für alle Personen (in diesem 2 Personenmodell für beide Personen) ein identischer Verlauf der Grenznutzenkurve unterstellt.

Der Reichere habe im Ausgangspunkt ein Einkommen in Höhe von A, der Ärmere hingegen ein Einkommen in Höhe von B. Wird nun dem Reichen eine Einkommenseinheit wegbesteuert, so entgeht dem Reichen ein relativ niedriger Nutzen entsprechend dem Grenznutzen bei Punkt A, während die gleiche Einkommenseinheit dem Ärmeren zu seinem bisherigen Einkommen hinzugefügt einen Nutzengewinn bringt, der relativ groß ist, und der dem Grenznutzen bei Punkt B entspricht. Da der Nutzenentgang beim Reichen kleiner ist als der Nutzenzuwachs beim Armen, hat die Umverteilung von Reich zu Arm per Saldo der Gemeinschaft einen Nutzengewinn gebracht.

Alle Nutzensteigerungen über den Weg der Umverteilung sind im Punkt C ausgeschöpft, hier entsprechen sich Nutzenentgang und Nutzenzuwachs, das Einkommen beider Personen ist inzwischen gleich groß, es herrscht Egalität, die ein Wohlfahrtsmaximum garantiert.

Um zu diesen Ergebnissen kommen zu können, müssen eine Reihe von Zusatz-Annahmen gemacht werden, die z. T. geradezu heroisch und unrealistisch genannt werden müssen.

Da wäre als erstes die Annahme des ersten Gossen’schen Gesetzes zu nennen, die gar nicht so unbestritten sein dürfte, wie sie zunächst angenommen wurde. Bei einer Vielzahl von Gütern wie z. B. einer kunstvoll zugerichteten Speise oder einem Musikstück, sind die einzelnen Genusselemente so vielfältig, dass oftmals erst beim zweiten oder dritten Konsumieren der volle Genuss spürbar wird. Es scheint so, dass auch bei einer Reihe von Konsumgütern eher ein Nutzenverlauf zu erwarten ist, der dem Verlauf der klassischen Grenzkostenkurve ähnelt.

Dort (in der Kostentheorie) ging man davon aus, dass bei einer Ausweitung der Produktion die Kostenzuwächse zunächst zurückgehen und erst ab dem so genannten Kostenminimum, dort also, wo die einzelnen Produktionsfaktoren in einem optimalen Verhältnis zueinander stehen, die Grenzkosten bei einer weiteren Produktionsausweitung ansteigen. Ähnlich könnte man vermuten, dass zumindest bei einem Teil der komplexeren Konsumgüter ein Mehrkonsum zunächst den Grenznutzen steigert und erst ab einer bestimmten kritischen Konsummenge der Grenznutzen zurückgeht. Beim ersten Konsum erkennt man noch nicht alle Feinheiten, diese Erkenntnis kommt erst beim zweiten und dritten Versuch, was zu einem anfänglichen Anstieg des Nutzenzuwachses ( des Grenznutzens) führen dürfte.

In diesem Falle würde der Verlauf der Grenznutzenkurve wie folgt sich verändern: Die Grenznutzenkurve würde zunächst mit wachsendem Einkommen bis zu einem bestimmten Scheitel ansteigen, um dann bei weiteren Einkommenssteigerungen  - wie auch oben schon unterstellt -  abfallen.

 

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: ger4

 

Man mag dieser ersten Kritik  geringere Bedeutung beimessen, wenn man unterstellt, dass der tatsächliche Konsum in der Regel eben bereits bei einer Menge liegt, die jenseits dieses Nutzenmaximums gegeben ist.

Des weiteren  ist darauf hinzuweisen, dass nicht alle Forscher das erste Gossen’sche Gesetz von Einzelgütern auf die Einkommen übertragen haben. So wird oftmals in der Haushaltstheorie in Analogie zu den homogen-linearen Produktionsfunktionen im Bezug auf das Einkommen ein Grenznutzenverlauf unterstellt, der homothetisch verläuft, bei dem also der Grenznutzen bezogen auf das Gesamteinkommen konstant bleibt, im Gegensatz zu dem partiellen Grenznutzen bezogen auf ein einzelnes Gut, für den nach wie vor ein abfallender Verlauf unterstellt wird. Damit würde natürlich die Rechtfertigung für eine progressive Besteuerung  und erst Recht für eine Egalität in den Einkommen entfallen.

 

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: ger5

 

Größere Kritik verdient die Annahme, dass der Einkommenstransfer ohne jeden Verlust vor sich geht, dass also jeder Euro, der dem Reicheren abgenommen wird, 100% dem Ärmeren zugute kommt. Dies ist natürlich in der Realität nicht möglich. In Wirklichkeit entstehen bei dem Versuch, einen Einkommens nivellierenden Transfer durchzuführen, eine Menge zusätzlicher Kosten, mit dem Ergebnis, dass der Ärmere immer nur einen  - wohl kleinen - Bruchteil des beim Reichen wegbesteuerten Euros schließlich erhält.

Als erstes muss eine Verwaltung errichtet werden, die Ressourcen benötigt, um die Höhe der tatsächlichen Einkommen eines jeden festzustellen. Gleichzeitig  muss ausgerechnet werden, wie viel Steuern der eine zu zahlen hat und wie viel Subventionen der andere erhalten soll.  Es ist weiterhin damit zu rechnen, dass ein Teil der Reicheren bestrebt sein wird, ein geringeres Einkommen zu deklarieren, um auf diese Weise Steuern zu sparen; genauso wird ein Teil der Ärmeren ebenfalls bestrebt sein, ein zu geringes Einkommen zu deklarieren, um höhere Subventionen zu erzielen. Dieser Missbrauch verbraucht Ressourcen und  muss kontrolliert und bekämpft werden, was wiederum Ressourcen verschlingt.

Aber auch dann, wenn wir Steuer- oder Subventionsehrlichkeit unterstellen, werden von diesem Transfer  Ressourcen vernichtende Effekte ausgehen. Da die bisherigen Aktivitäten nach der Besteuerung nun ein geringeres Nettoeinkommen erbringen, wird der Reichere vermutlich seine Aktivitäten verringern, da alternative Aktivitäten z.B. Freizeitaktivitäten für ihn relativ gesehen nutzbringender werden. Gleichzeitig hat auch der Ärmere einen Anreiz, weniger eigenes Leistungseinkommen zu erwerben, da Subventionen ohne eigene Leistung erworben werden und damit selbst bei einem gesamten geringeren Einkommen wegen geringerer Leistungen der Gesamtnutzen höher ausfallen kann als bei bisherigem Leistungsaufkommen.

Beide Effekte vermindern das gesamte Inlandsprodukt und mit ihm die Gesamtwohlfahrt. Es leuchtet ohne weiteres ein, dass bei Berücksichtigung dieser Nebeneffekte das Wohlfahrtsoptimum nicht mehr bei einer Egalität, sondern bei einem ganz bestimmten, von den näheren Umständen abhängigen Differenzierungsgrad liegen wird.

Der Umfang dieser Nebeneffekte dürfte selbst wiederum davon abhängen, in welchem Umfang die nivellierende Umverteilung durchgeführt werden soll. Wird nur eine geringe Umverteilung angestrebt, ist also die Steuerhöhe beim Reichen gering und erhält der Arme nur eine kleine Subventionssumme, so dürfte die Neigung zu betrügerischen Angaben klein sein, auch der Leistungswille selbst dürfte weder beim Reichen noch beim Armen  spürbar verringert werden.

Je größer jedoch die Umverteilungsabsicht ist und je mehr wir uns nach vollzogener Umverteilung dem Zustand der Egalität nähern, um so stärker werden die beiden genannten Nebeneffekte ausfallen, mit dem Ergebnis, dass zwar die Umverteilung insoweit erfolgreich ausfallen kann, als eine gewisse Nivellierung erreicht wird. Gleichzeitig wird jedoch das Gesamteinkommen und damit auch das Pro-Kopf-Einkommen erheblich reduziert worden sein. Es ist dann fraglich, ob es den Ärmeren wirklich entscheidend besser geht als bisher, es sind nur die Reichen insgesamt ärmer geworden.

In einer Graphik ließe sich der Ressourcen verschlingende Verwaltungs-Effekt wie folgt darstellen:

 

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: ger6

 

 

 

Während die beiden Einkommens mindernden Effekte zu einer Reduzierung der bisherigen Einkommen führen würden:

 

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: ger7

 

 

Kritisch ist auch die Annahme zu bewerten, die Bedarfsstrukturen aller Individuen seien identisch. In Wirklichkeit müsste eigentlich bei der großen Unterschiedlichkeit der Menschen auch in ihrer Bedarfsäußerung fast jede individuelle Grenznutzenkurve im Vergleich zu einer zweiten in Niveau wie Verlauf sehr große Unterschiede aufweisen. Auch in diesem Falle kommt man zu dem Ergebnis, dass sich nicht bei Egalität, sondern bei einer bestimmten Einkommensdifferenzierung, die der Bedarfsdifferenzierung entspricht, ein Wohlfahrtsoptimum einstellen wird.

 

Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: ger8

 

 

Gerade im Hinblick auf das Spektrum Arm – Reich wird man vermuten können, dass sich mit zunehmendem Einkommen und mit zunehmender Bildung die Bedarfsstruktur spezifiziert und differenzieren wird, so dass gerade im Hinblick auf die Einkommenshöhe sicherlich nicht von einheitlichen Grenznutzenverläufen ausgegangen werden kann.

Die schwerste Kritik erfährt jedoch der Grenznutzenansatz durch die Feststellung von Vilfredo Pareto, dass Nutzen weder kardinal messbar noch interpersonell vergleichbar sei. Folgt man Pareto - und ihr folgt der mainstream der Wissenschaft – so gibt es gar keine Möglichkeit, festzustellen, ob ein bestimmter Nutzenentgang beim Reicheren größer oder kleiner ist als der Nutzenzuwachs beim Ärmeren. Damit ist der Boden für dieses  Argument zugunsten einer Egalität entzogen, es gibt – folgt man Pareto – keine Möglichkeit, Egalität oder auch nur eine bestimmte Differenzierung in den Einkommen als wohlfahrtsoptimal und somit als gerecht einzustufen. Der Weg der Grenznutzenschule war also eine Sackgasse, ein utopisches Konzept, das an der Wirklichkeit, an der Unmöglichkeit Nutzen interpersonell miteinander zu vergleichen, scheiterte.

Nun mag man ehrlichkeitshalber hinzufügen, dass die Paritianische Position zwar von der Hauptmasse der Wissenschaftler gebilligt wird, dass es aber auch berühmte Ausnahmen gibt, dass insbesondere Abba P. Lerner und Jan Tinbergen nach wie vor von der Überzeugung ausgingen, dass sich Nutzeneinheiten kardinal messen und interpersonell vergleichen lassen.

Vor allem A. P. Lerner wendete eine Wahrscheinlichkeitsrechnung an, um nachzuweisen, dass das wahrscheinliche Optimum bei Egalität läge. Einen Paretianer kann diese Beweisführung aber nicht überzeugen, da ein interpersoneller Vergleich zunächst grundsätzlich möglich sein muss, um beweisen zu können, dass eine bestimmte Art der Verteilung – in diesem Falle die Egalität – als optimal und gerecht anzusehen ist. Man kann nur als Diktator festlegen, ob der Nutzenentgang bei dem einen niedriger zu bewerten ist als der Nutzenzuwachs bei einem zweiten. Diese Vorgehensweise widerspricht jedoch dem Selbstbestimmungskriterium, einer zweiten Hauptprämisse der Paretianischen Wohlfahrtstheorie, wonach jeder selbst zu bestimmen habe, welchen Nutzen ihm ein bestimmtes Güterbündel bringe.

Folgt man hingegen Pareto, so gibt es – auf dem Boden der Grenznutzentheorie  keine überzeugende wissenschaftliche Begründung für eine Umverteilungspolitik. Nach dem von Pareto formulierten Wohlfahrtskriterium  kann eine wirtschaftspolitische Maßnahme nur dann als Wohlfahrts steigernd eingestuft werden, wenn mindestens eine Person eine Nutzensteigerung, keine einzige andere Person hingegen eine Nutzeneinbuße erleidet. Legt man dieses Kriterium genau an, so wird man zugeben, dass es in der Realität keine wirtschaftspolitischen Maßnahmen gibt, die diesem Kriterium folgen. Von jeder Maßnahme gibt es einige Personen, die Schaden erleiden.

Legt man das Pareto-Kriterium etwas lascher aus, in dem Sinne, dass Maßnahmen der überwiegenden Mehrzahl der Menschen Nutzen stiften sollten und nur ganz wenigen Personen Schaden zufügen dürfen, dann könnte man davon sprechen, dass wachstumspolitische Maßnahmen diesem Kriterium weitgehend entsprechen, denn wachstumspolitische Maßnahmen kommen im Grunde der gesamten Bevölkerung zugute. Nach wie vor gibt es jedoch nach Pareto keine Rechtfertigung für eine Politik der Umverteilung, da hier immer eine größere Gruppe von Menschen Nutzeneinbußen erleidet.

Es bleibt noch zu erwähnen, dass in der politischen Alltagsdiskussion eine gewisse Nivellierung auch schon deshalb gefordert wird, da bei zu großen Einkommensunterschieden zwischen Reich und Arm die Gefahr einer Revolution bestehe. Auch in der Theorie Der Verarmung bei Karl Marx finden sich ja solche Gedankengänge, dass die Arbeiter von den Kapitalisten immer mehr ausgebeutet würden, dass im Zuge dieser Ausbeutung die Arbeitnehmer immer mehr verarmten und deshalb immer stärker zur Revolution geneigt seien.

 

Zielkonflikte: Nivellierung

Gegen den Versuch, Einkommensunterschiede zwischen Reich und Arm abzubauen, spricht vor allem der Umstand, dass Leistung nur mit einem bestimmten Maß an Differenzierung möglich ist. Vor allem im Hinblick auf die individuelle Leistung gilt eben die Aussage, dass alle Menschen gleich sind, nicht. Ganz im Gegenteil ergeben sich im Hinblick auf die Leistung ganz beachtliche Unterschiede. Diese Unterschiede müssen einmal darauf zurückgeführt werden, dass genetisch bedingt die Begabungen weit streuen, es kommen eben nicht nur Mozarts auf die Welt und diese Unterschiede können keinesfalls durch eine möglichst gleiche Ausbildung aller Bürger überwunden werden.

Darüber hinaus gilt es aber zu berücksichtigen, dass auch der Leistungswille recht unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Nicht jeder hat das Ziel, innerhalb unserer Gesellschaft durch mehr Leistung aufzusteigen. Man kann sicherlich auch nicht davon sprechen, dass diese Menschen im moralischen Sinne schlechter sind, es gibt auch innere Werte, welche unabhängig von der individuellen Leistung zählen und angestrebt werden können.

 Der Versuch trotz dieser Gegebenheiten die Einkommensunterschiede radikal abzubauen, ist dann immer mit einem hohen Leistungsverlust verbunden. Die enorme materielle Wohlfahrtssteigerung in den letzten beiden Jahrhunderten hätte nie erreicht werden können, wenn nicht durch starke Leistungsanreize in Form von höheren Einkommen einzelne Pioniere immer wieder zu neuen Anstrengungen und Innovationen angestachelt worden wären. Es ist wie im Sport: würde man das Ziel ausgeben, dass in den sportlichen Leistungen keine Unterschiede auftreten dürften, wären auch nie die in den jüngsten Jahrzehnten erzielten sportlichen Höchstleistungen erzielt worden.

Hierbei ist davon auszugehen, dass der marktwirtschaftliche Prozess einen Großteil des Wohlfahrtsgewinnes an die Allgemeinheit weitergibt. Zwar fließt der Ertrag der Innovationen aufgrund der Patentgesetzgebung zunächst einmal dem Erfinder zu, indem dem Erfinder für eine gewisse Zeit eine Monopolstellung eingeräumt wird. Man hat diesen Patentschutz für notwendig gehalten, damit überhaupt der Erfinder einen
Anreiz besitzt, Innovationen hervorzubringen.

Ohne diesen Schutz bestünde die Gefahr, dass der Erfinder zunächst einmal hohe Investitionskosten aufbringen müsste, dass aber dann die Erträge dieser Investitionen denjenigen Unternehmungen zu einem beachtlichen Teil zufließen, welche diese Erneuerungen nur imitieren, welche deshalb geringere Kosten aufbringen mussten und gerade deshalb in der Lage sind, die eigentlichen Innovatoren mit den recht hohen Investitionskosten aus dem Markt zu drängen. Ohne Patentschutz würden aus diesen Kostengründen viele Innovationen unterbleiben.

Und dies wäre auch für die Gesamtheit der Bevölkerung ein Nachteil, weil jeder Patentschutz eines Tages ausläuft und dann die Innovatoren die Konkurrenz der imitierenden Unternehmer befürchten müssen. Die vorübergehende Monopolmacht des Innovators geht dann zurück und gerade aus diesen Gründen sehen sich die Innovatoren gezwungen, für ihre neuen Produkte die Preise zu senken und damit die allgemeinen Haushalte an den Wohlfahrtsgewinnen zu beteiligen.

       

         Zielbegründung: Maximin-Regel

 

In Anbetracht dessen, dass die Verwirklichung des Zieles einer weitgehenden Nivellierung mit verheerenden negativen Wirkungen für das Wachstum einer Volkswirtschaft verbunden ist, fragt es sich, ob es nicht sehr viel besser ist, die von John Rawls entwickelte Maximin-Regel anzuwenden. Dem eigentlichen materiellen Interesse der Ärmsten unserer Gesellschaft wird hier genauso gut entsprochen. Die wirtschaftspolitischen Maßnahmen werden hier danach beurteilt, in wieweit sie auch den Ärmsten zugute kommen. Es interessiert hier nicht mehr die Frage, ob auch die Reichen begünstigt werden, ob sie vielleicht sogar noch besser als bisher gestellt werden und wie sich das Einkommensgefälle verändert. Selbst dann, wenn dieses Gefälle sogar noch größer wird als es bisher war, eine Maßnahme wird als wohlfahrtspolitisch dann als erwünscht oder geduldet angesehen, sofern nur auch die Ärmsten realiter von dieser Maßnahme profitieren.

 

Es ist zu bezweifeln, ob tatsächlich die Höhe des Einkommens der jeweils anderen in die Zustandsbeurteilung der einzelnen Individuen eingeht, ob das Neidgefühl, das bei der Feststellung eines solchen Einkommensgefälles möglicherweise entsteht, nicht einfach Ergebnis einer fragwürdigen Erziehung ist, ob nicht jeder mit einem Gesellschaftszustand leben kann, in der das individuelle Glücksgefühl wesentlich davon abhängt, wie groß die eigene Wohlfahrt realiter ausfällt.

 

Dies bedeutet natürlich nicht, dass jedes Einkommensgefälle als tolerierbar angesehen werden soll. Nach wie vor gelten die allgemeinen Regeln einer gerechten Verteilung und danach werden Einkommenszuwächse nur solange als erwünscht angesehen, als sie z. B. aufgrund von individueller Leistung oder aufgrund eines höheren individuellen und gesellschaftlich anerkannten Zusatzbedarfes entstanden sind. Nach wie vor gilt, dass jede wirtschaftliche Aktivität und damit auch jeder Einkommenserwerb unerwünscht ist, welche bzw. welcher durch Missachtung der allgemeinen Gesetze entstanden ist.

 

Zusätzlich kann oder sollte auch garantiert sein, dass jeder ein reales Mindesteinkommen beziehen kann, das zumindest dem kulturellen Existenzminimum entspricht, wobei die Einführung einer negativen Einkommens­steuer die eindeutig bessere Lösung als die heutige Praxis der Sozialhilfe darstellt. Der Vorschlag einer negativen Einkommenssteuer sieht vor, das jeder, dessen Erwerbseinkommen geringer als das festgesetzte Mindesteinkommen ist, keine Einkommenssteuer entrichten muss, sondern von der Finanzbehörde ein Transfereinkommen bezieht, das sicherstellt, dass jeder Bürger (jede Bürgerin) in der Summe ein Gesamteinkommen in Höhe des Mindesteinkommens bezieht.

 

 

 Die nächste Übung (Kapitel 7) wird voraussichtlich am 11.01.2012 ins Internet gestellt und behandelt das Thema: „Das Stabilitätsziel“