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Gliederung der Vorlesung:

 

01. Einführung

02. Leitbilder

03. Tarifverhandlungen  

04. Gesamtwirtschaftliche Verteilungstheorie

05. Institutionelle Unterschiede

06. Finanzpolitik

07. Geschichte der Sozialversicherung

08. Rentenversicherung

09. Krankenversicherung

10. Arbeitslosenversicherung

11. Vermögenspolitik

12. Bildungspolitik

 

 

 

Kapitel 11: Vermögenspolitik Teil II

 

 

Gliederung:

 

01. Einführung

02. Zielsetzungen

03. Instrumente

04. Vermögenspolitische Effizienz

05. Distributive Effizienz

06. Allokative Wirkungen

07. Alternativen: Mitbestimmung

 

 

 

04. Vermögenspolitische Effizienz

 

Im Hinblick auf die Zielrealisierung vermögenspolitischer Maßnahmen können zwei Fragen unterschieden werden: Inwieweit sind erstens die vorgeschlagenen Maßnahmen geeignet, eine Veränderung in der Vermögensverteilung in der erwünschten Richtung und im erwünschten Umfang zu realisieren und zweitens:  Inwieweit werden bei einer Veränderung der Vermögensverteilung auch die Ziele erreicht, aufgrund deren die Vermögensverteilung verändert wurde. Obwohl wir mehrere letztliche Ziele der Vermögensumverteilung erwähnt hatten, wollen wir hier unsere Betrachtung auf die Frage beschränken, inwieweit eine Vermögensumverteilung auch eine Umverteilung der Einkommen in der erwünschten Weise nach sich zieht.

 

Befassen wir uns als erstes mit dem Versuch, über finanzpolitische Mittel die vermögenspolitischen Ziel zu realisieren. Historisch gesehen begann die Vermögenspolitik in der BRD mit dem Versuch, über steuerliche Anreize (Reduzierung der Steuerschuld) freiwilliges Sparen, insbesondere für bestimmte Sparzwecke (Vorsorge und Wohnungseigentum) anzuregen. Eine solche Politik ist allerdings auf die Empfänger höheren Einkommens begrenzt.

 

Auf der einen Seite kann nur derjenige über ein vermehrtes Sparen seine Steuerschuld reduzieren, der überhaupt in nennenswerter Weise Steuern zu zahlen hat. Gleichzeitig gilt auf jeden Fall, dass die Möglichkeiten der Steuereinsparung mit der Steuerschuld und damit mit dem Einkommen ansteigen. Auf der anderen Seite ist die Sparfähigkeit erst ab einem bestimmten Einkommen gegeben. Eine Maßnahme, welche die Sparfähigkeit voraussetzt und am Sparwillen ansetzt, ist deshalb nicht geeignet, eine Vermögensbildung auch bei den Empfängern sehr geringen Einkommens zu erreichen.

 

Wenden wir uns einem zweiten Instrument der Vermögenspolitik zu: den Sparprämien. Gerade aufgrund der aufgezeigten Mängel ergänzte man in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts in der BRD die Steueranreize durch Gewährung von Sparprämien. Sparprämien kann auch derjenige erhalten, der wegen zu geringen Einkommens gar keine Steuern zu zahlen hat. Die Bedenken hinsichtlich der mangelnden Sparfähigkeit bei Empfängern geringen Einkommens bleiben jedoch bestehen. Wer wegen zu geringen Einkommens nicht sparen kann, kann auch nicht über Sparprämien zur Vermögensbildung veranlasst werden.

 

Es kommt noch hinzu, dass selbst für diejenigen Arbeitnehmer, die von der Einkommenshöhe her gesehen durchaus in der Lage gewesen wären, Einkommensteile zu sparen, oftmals die speziellen Anlageformen der Ersparnis (Sparbuch und Wertpapiere) so fremd waren, dass sie trotzdem von dieser Möglichkeit keinen größeren Gebrauch machten. Hier waren also zunächst sozialpädagogische Maßnahmen zur Überwindung des Ganges zur Bank notwendig gewesen.

 

Ein drittes Instrument der Vermögenspolitik besteht in den Investivlöhnen und in der Vermögensbildung im Betrieb. Die Investivlohnpläne bilden hier einen wesentlich besseren Ansatz als die bisher diskutieren Sparformen, weil hier meritorisch von Seiten des Betriebes die Ersparnisse zunächst einmal für den Arbeitnehmer angelegt werden. Da gleichzeitig in der Regel der Investivlohn zusätzlich zu der bisherigen Barlohnhöhe vorgesehen war, wurde hier gleichzeitig auch die Sparfähigkeit erhöht. Die Vereinbarung von Investivlöhnen war zunächst einmal Sache der Tarifpartner und damit unabhängig von der Zielsetzung der politischen Parteien.

 

Die Gesetze zur Vermögensbildung im Betrieb schufen jedoch finanzielle Anreize für die Unternehmungen, solche vermögensbildende Maßnahmen zugunsten der Arbeitnehmer einzuführen. Man darf allerdings nicht erwarten, dass die Zunahme der Arbeitnehmerersparnis gerade der vereinbarten Investivlohnsumme entspricht. Sofern nämlich der einzelne Arbeitnehmer bereits über Ersparnisse verfügte, hatte er prinzipiell die Möglichkeit, seine bisherigen Ersparnisse aufzulösen. Hierbei fand dann lediglich eine Substitution verschiedener Sparformen statt.

 

Bei unveränderten Sparzielen blieb in diesem Falle die Sparsumme unverändert, anstelle des Sparens auf Sparbuch trat nun die spezielle vom Unternehmer und Staat geförderte Ersparnis durch den Investivlohn.  Trotzdem führten die Vereinbarungen eines Investivlohnes sicherlich zu einem Anstieg in der Sparsumme der Arbeitnehmer, da es genügend Arbeitnehmer gab, die über keinerlei Ersparnisse verfügten und deshalb gar nicht substituieren konnten und da weiterhin auch keinesfalls alle bisherigen Ersparnisse der Arbeitnehmer aufgrund der Investivlöhne aufgelöst wurden.

 

Auf längere Sicht hängt der Erfolg eines Investivlohnes auch von der Beantwortung der Frage ab, was die Arbeitnehmer nach Auslaufen der Sperrfrist mit diesen Ersparnissen tun. Gerade weil die Investivlöhne eigentlich nur an der Sparfähigkeit ansetzen und nichts für eine Erhöhung des Sparwillens tun, befürchteten Pessimisten, dass die Arbeitnehmer diese Geldbeträge sofort wiederum auflösen werden, sobald die Sperrfrist abgelaufen ist.

 

Die Optimisten, die mindestens zum Teil durch die Realität bestätigt wurden, gingen demgegenüber davon aus, dass bereits der Umstand, dass eine bestimmte größere Vermögenssumme in der Vergangenheit angelegt wurde, die Arbeitnehmer daran hindert, das Vermögen wiederum aufzulösen. Der Wille, Geldbeträge sofort konsumtiv zu verwenden, sei nur solange wirksam, als der einzelne Arbeitnehmer über kein nennenswertes Vermögen verfüge.

 

Wenn über die Zwangsanlage zunächst eine größere Vermögenssumme angelegt sei, verändere sich das Verhalten des Arbeitnehmers von selbst, von einer kritischen Vermögensmasse ab erlange das Vermögen einen Selbstzweck, so dass der Arbeitnehmer dann nicht mehr gewillt sei, sein gesamtes Vermögen in dem Augenblick aufzulösen, in dem der Arbeitnehmer über diese Beträge frei verfügen kann. Es komme also nur darauf an, dass man die Sperrfrist möglichst so lange ausdehnt, bis eben diese kritische Vermögenshöhe erreicht sei.

 

Man könnte die Frage stellen, ob man diese Gefahr des Abhebens der Ersparnisse nicht einfach dadurch beheben könnte, dass man unendlich lange Sperrfristen vorsieht. Dieser Weg ist jedoch unmöglich, da Vermögen, über das der Einzelne niemals verfügen kann, überhaupt kein echtes Vermögen darstellt. Allerdings wird vorgeschlagen, die Effizienz der Investivlohngelder dadurch zu erhöhen, dass man prinzipiell sehr lange allgemeine Sperrfristen koppelt mit der Möglichkeit, unter gewissen Bedingungen wie Krankheit, Arbeitslosigkeit, aber auch Familiengründung vorzeitig über diese Ersparnisse zu verfügen. Man würde auf diese Weise auf der einen Seite verhindern, dass diese Ersparnisse in großem Maße wiederum aufgelöst werden, auf der anderen Seite jedoch den individuellen Nutzen des einzelnen Arbeitnehmers erheblich vergrößern.

 

Wenden wir uns nun dem Instrument der investiven Gewinnbeteiligung und dem Sozialfonds zu. Eine betriebliche Gewinnbeteiligung bringt den Nachteil mit sich, dass der Arbeitnehmer im Umfang seiner Kapitalbeteiligung auch das allgemeine unternehmerische Risiko mit trägt. Geht der Betrieb Konkurs oder verliert er große Teile seines Vermögens, so geht in gleichem Umfang auch der Besitz des Arbeitnehmers verloren. Nun müssen wir davon ausgehen, dass sich der Unselbstständige gegenüber dem Selbstständigen gerade darin unterscheidet, dass er in viel geringerem Maße bereit, aber auch nicht in der Lage ist, allgemeine Marktrisiken einzugehen.

 

Die Menschen unterscheiden sich gerade in der Frage, inwieweit sie bereit sind, Risiken einzugehen, und die höhere Einkommenserwartung des Selbstständigen kann gerade damit gerechtfertigt werden, dass er auch zu einem höheren Risiko bereit ist. Es fragt sich, ob eine investive betriebliche Gewinnbeteiligung den Nutzenvorstellungen der Arbeitnehmer wirklich entspricht, ob diese wirklich bereit sind, für den Vermögens- und Einkommenszuwachs damit zu bezahlen, dass auch das Risiko ansteigt.

 

Zumindest ist in dieser Hinsicht Skepsis angebracht, soweit die einzelnen Pläne den Arbeitnehmer zur investiven Gewinn- und Kapitalbeteiligung zwingen. In dieser Hinsicht schneiden die Pläne zur Errichtung überbetrieblicher Eigentumsfonds günstiger ab. Hier findet auf der einen Seite eine Streuung der Unternehmensrisiken statt. Auf der anderen Seite sind die Arbeitnehmer in viel größerem Maße in der Lage, selbst zu bestimmen, ob und in welchem Umfang sie eine Vermögensbeteiligung wünschen.

 

Kennen wir nur die Form der betrieblichen Gewinnbeteiligung, so können nur die Arbeitnehmer, die in einem Unternehmen beschäftigt sind, das eine Gewinnbeteiligung vorsieht, überhaupt auf diese Weise Vermögen bilden. Beschäftigte von nicht erwerbswirtschaftlichen Organisationen sind dann von vornherein von der Kapitalbildung ausgeschlossen. Diese Begrenzung entfällt bei überbetrieblichen Fonds. Zugunsten einer betrieblichen Lösung der Gewinnbeteiligung spricht allerdings der Umstand, dass die Ziele, die Arbeitnehmer in die Unternehmung zu integrieren und ihnen Mitwirkung zu garantieren, besser bei einer betrieblichen Gewinnbeteiligung realisiert werden können.

 

 

05. Distributive Effizienz

 

Unter welchen Bedingungen führt eine Veränderung der Vermögensverteilung auch zu einer entsprechenden Veränderung der Einkommensverteilung? In der Literatur wurden in diesem Zusammenhang drei Hypothesen diskutiert.

 

Erstens: Bei einer Vermögensverteilung der Arbeitnehmer erhält der Arbeitnehmer zusätzlich zu seinem bisherigen Lohneinkommen ein Zinseinkommen; seine Einkommenssituation verbessert sich somit ceteris paribus.

 

Zweitens: Preiser ging davon aus, dass ein Arbeitnehmer, der über Vermögen verfügt, in geringerem Maße vom Arbeitgeber abhänge, über eine höhere Angebotselastizität verfüge und aus diesem Grunde einen höheren Lohn erzielen könne.

 

Drittens: Legt man die Theorie von Kaldor zugrunde, so steigt mit der Sparquote der Arbeitnehmer die Höhe des Lohneinkommens und zwar primär nicht deshalb, weil die Unternehmer zu höheren Lohnabschlüssen bereit sind, sondern deshalb, weil die Unternehmer in geringerem Maße in der Lage sind, die Lohnkostensteigerungen auf den Güterpreis abzuwälzen. Die Einkommensverbesserung erfolgt somit hier über eine Erhöhung des Realeinkommens.

 

Zwei Kritikpunkte werden im Zusammenhange mit der These 1 diskutiert:

 

Frage Nr. 1: Ist das auf diesem Wege mögliche Zinseinkommen so groß, dass sich das Gesamteinkommen spürbar erhöht?

 

Frage Nr. 2: Können wir stets davon ausgehen, dass das Lohneinkommen von dieser Politik unberührt bleibt oder müssen wir befürchten, dass das Lohneinkommen zurückgeht, so dass das Gesamteinkommen längst nicht im Ausmaß des Zinseinkommens ansteigt?

 

Wenden wir uns zunächst der Frage Nr. 1 zu: Das Zinseinkommen errechnet sich aus folgender Formel:

 

Z = i * n * s * E  bzw. Z/E = z = i * n * s

 

mit:

 

Z: Zinseinkommen

E: Gesamteinkommen

z: Anteil des Zinseinkommens am Inlandsprodukt

i: Zinssatz

s: Sparquote

n: Anzahl der Jahre 

 

Diese Formel besagt also: der Anteil des Zinseinkommens am Gesamteinkommen wird von drei Faktoren bestimmt:

 

von der Höhe des Zinssatzes (i)

von der Höhe der durchschnittlichen Sparquote bezogen auf das Einkommen (s)

von der Anzahl der Jahre, seit denen gespart wurde (n).

 

Gehen wir von einem Zinssatz von höchstens 2% aus, unterstellen wir weiterhin, dass über Investivlohnpläne etc. allenfalls eine Sparquote von 10% erzielt wird und betrachten wir einen Zeitraum von 10 Jahren, so ergibt sich ein Anteil des Zinseinkommens von:

 

z = 0.02 * 10 * 0.1 = 0.02

 

Dies bedeutet, dass das Zinseinkommen nach 10 Jahren (!) nur um 2% steigt. Wenn wir bedenken, dass die jährlichen Lohnsteigerungen, die in den Tarifverhandlungen zur Diskussion stehen, oftmals 2% übersteigen, bedeutet dies, dass nach 10 Jahren der Vermögenspolitik noch nicht einmal das erreicht wird, was früher in einer einzigen Tarifverhandlung erkämpft wurde.

 

Wir kommen also zu dem Ergebnis, dass das auf diesem Wege erzielte Zinseinkommen der Arbeitnehmer erst nach etwa 20 Jahren nach der Einführung dieser vermögenspolitischen Maßnahmen einen nennenswerten Betrag erreichen wird. Die Lage der Arbeitnehmer wird zwar auf diesem Wege etwas verbessert, aber wir können nicht davon ausgehen, dass es sich hierbei um einen Königsweg handelt.

 

Nun einige Überlegungen zur Frage Nr. 2: Legen wir die von Kaldor entwickelte Verteilungstheorie zugrunde, wird das Einkommen der Arbeitnehmer entscheidend von der Höhe der Sparquote der Arbeitnehmer bestimmt. Kaldor selbst versuchte mit seiner Verteilungsgleichung zunächst die Höhe des Lohneinkommens zu bestimmen. Luigi Pasinetti hat diesen Ansatz kritisiert mit dem Argument, dass N. Kaldor außer Acht lasse, dass ein Arbeitnehmer, der spart, auch Kapitaleinkünfte (ZA) erzielt.

 

Berücksichtigt man diesen Einwand, so lässt sich zeigen, dass die von Kaldor formulierte Theorie modifiziert werden kann zu einer Theorie, die das Gesamteinkommen der Arbeitnehmer (bzw. die Einkommensquote der Arbeitnehmer, (L+ZA)/Y) in Abhängigkeit der Sparquote der Arbeitnehmer sieht.

 

Wenden wir diese modifizierte Theorie auf unser Problem an, so bedeutet dies, dass das Gesamteinkommen der Arbeitnehmer aufgrund der vermögenspolitischen Pläne nur dann und in dem Maße ansteigen wird, in dem auch die Sparquote der Arbeitnehmer steigt. Die Gewinnquote (γ) entspricht dann nicht mehr dem Anteil des gesamten Zinseinkommens am Inlandsprodukt (Z/Y), sondern nur noch dem Anteil des Zinseinkommens der Selbstständigen am Inlandsprodukt (ZK/Y).

 

 

 

Es hängt also dann von der Art der Pläne ab, ob die erwünschte verteilungspolitische Wirkung eintritt. Unterstellen wir z. B. eine Gewinnbeteiligung, die entweder ausgezahlt und voll konsumtiv verwandt wird bzw. die zwar investiv angelegt wird, die aber die Arbeiter veranlasst, ihre bisherigen Ersparnisse in gleichem Umfang abzubauen. Die Sparquote der Arbeitnehmer steigt hier nicht an, folglich wird auch das Gesamteinkommen der Arbeitnehmer unberührt bleiben, was nichts anderes bedeutet, als dass die Höhe der Lohneinkommen realiter in gleichem Maße zurückgeht, in dem die Arbeitnehmer nun auch Zinseinkommen erhalten. Die Verminderung des Lohneinkommens erfolgt hier allerdings nicht aufgrund einer Kürzung der nominellen Lohnsätze, sondern über Steigerungen in den Konsumgüterpreisen.

 

Bei der Diskussion der Kaldortheorie haben wir noch eine zweite Modifikation zu besprechen. Sofern wir nämlich die Annahme eines konstanten realen Inlandsproduktes aufheben, die nur in Zeiten der Überbeschäftigung zutrifft, hängt die Verteilung auch von Angebotsfaktoren ab. Wir haben also zu überprüfen, ob eine vermögenspolitische Maßnahme produktivitätssteigernd wirkt und auf diesem Wege die Lohneinkommen auch realiter erhöht.

 

Zwei Fragen sind hierbei von Bedeutung: Die Produktivität könnte erstens aufgrund vermögenspolitischer Maßnahmen deshalb ansteigen, weil insgesamt mehr Erwerbsvermögen gebildet wird und mit der Erhöhung der Kapitalintensität auch die Produktivität steigt.

 

Unterstellen wir klassische Bedingungen, so dürften sicherlich all diejenigen Maßnahmen, welche die freiwillige Sparbildung der Arbeitnehmer anregen, in diese Richtung wirken, während die Zwangssparpläne, die auf eine Umverteilung der Gewinne hinauslaufen, vermutlich nicht zu einer Ausweitung des Investitionsvolumens führen werden.

 

Zweitens könnte aufgrund einer betrieblichen Form der Vermögenspolitik über eine stärkere Integration auch der Leistungswille des einzelnen Arbeitnehmers ansteigen und auf diesem Wege die Arbeitsproduktivität erhöhen.

 

Kommen wir nun zur 2. These: (Preiser). In einem Angebots- Nachfragediagramm tragen wir auf der Ordinate den Lohnsatz (l) und auf der Abszisse das Arbeitsangebot bzw. die Arbeitsnachfrage ab (A). Wir gehen von einem normalen negativen Verlauf der Arbeitsnachfragekurve aus. Solange die Arbeitnehmer über kein Vermögen verfügen, weise die Arbeitsangebotskurve eine geringe Elastizität auf, habe also einen steilen Verlauf.

 

Wir unterstellen nun, dass konjunkturbedingt die Arbeitsnachfrage zurückgehe, was gleichbedeutend ist, dass die Arbeitsnachfragekurve nach links unten verschoben wird. Aufgrund der geringen Elastizität des Arbeitsangebots treten im Gleichgewicht relativ starke Lohnsenkungen ein (l1). Verfügen nun die Arbeitnehmer über Vermögen, vergrößert sich die Elastizität des Arbeitsangebotes, die Arbeitsangebotskurve verläuft nun insgesamt flacher. Damit treten jedoch bei einem gleichen konjunkturbedingten Rückgang der Arbeitsnachfrage geringere Lohnsatzsenkungen ein (l2).

 

 


 

Diese Thesen von Preiser unterliegen allerdings der Kritik. Es ist mehr als fraglich, ob eine Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand über einen Anstieg der Arbeitsangebotselastizität zu einem höheren Lohnsatz führt. Gegen diese These spricht erstens der Umstand, dass die Löhne vorwiegend in Kollektivverhandlungen vereinbart werden, dass die Macht der Gewerkschaften aber sicherlich nicht ansteigt, wenn die Arbeitnehmer über Vermögen verfügen.

 

Selbst dann, wenn man die These Preisers allein auf die Vereinbarung übertariflicher Lohnzuschläge beziehen wollte, dürfte der Einfluss der Vermögensbildung einen geringen Einfluss ausüben, da bereits die Einrichtungen der Sozialen Sicherung die Funktionen übernommen haben, die Preiser der Vermögensbildung zugedacht hatte, dass nämlich ein Arbeitnehmer, der über Absicherungsmöglichkeiten verfüge, nicht mehr auf Gedeih und Verderben vom Arbeitgeber abhänge.

 

Drittens: Schließlich gibt es Eigentumsformen und hierzu zählt insbesondere das Wohnungseigentum, welche die Mobilität des Arbeitnehmers und damit auch seine Arbeitsangebotselastizität sogar vermindern. Ein Arbeitnehmer, der über ein Wohnungseigentum verfügt, das er selbst benutzt, hat geringere Alternativen zu seinem bisherigen Arbeitsplatz und steht deshalb eher in einer größeren Abhängigkeit zu seinem Arbeitgeber. Diese Abhängigkeit gilt natürlich in besonderem Maße dort, wo das Eigenheim vom Arbeitgeber mitfinanziert wurde.

 

Befassen wir uns schließlich mit der 3. These: (Kaldor). Gehen wir von der vereinfachten Verteilungstheorie von Kaldor aus, so können wir die Wirkung eines Investivlohnes anhand eines I-S-Diagrammes aufzeigen. Wir tragen auf der Abszisse die Gewinnquote (G/E) und auf der Ordinate die gesamtwirtschaftliche Sparquote (s) sowie die Investitionsquote (I/Y) ab. Die Investitionsquote sei von der Gewinnquote unabhängig, sie kann also in diesem Falle als Parallele zur Abszisse in unser Diagramm eingezeichnet werden.

 

Da unterstellt wird, dass die Arbeitnehmer eine geringere Sparquote aufweisen als die Selbstständigen (sA < sG), weist die gesamtwirtschaftliche Sparfunktion einen linear steigenden Verlauf auf, wobei der Schnittpunkt der Sparfunktion mit der Ordinate durch die Sparquote der Arbeitnehmer gegeben ist und die Sparquote bei der Gewinnquote = 1 mit der Sparquote der Selbstständigen zusammenfällt. Der Schnittpunkt von Investitions- und Sparfunktion gibt dann die Einkommensverteilung im Gleichgewicht an.

 

Wird nun durch Einführung eines Investivlohnes die gesamtwirtschaftliche Sparquote ansteigen, so verringert sich die gleichgewichtige Gewinnquote, bzw. die Lohnquote steigt. 

 

 

 

 

Heben wir die Annahme der Vollbeschäftigung innerhalb der Verteilungstheorie von Kaldor auf, so erhält diese Theorie einen Freiheitsgrad. Dies bedeutet, dass die Einkommensverteilung nicht mehr nur mit Nachfragefaktoren, sondern zusätzlich mit Angebotsfaktoren erklärt werden muss.

 

Entsprechend den Ausführungen in Kapitel 4 dieser Vorlesung wird die Einkommensverteilung durch eine negativ geneigte Nachfragekurve und eine positiv geneigte Angebotskurve erklärt.  In diesem Falle führt die Einführung des Investivlohnes zu einer Verschiebung der Nachfragekurve nach unten, was zu einer Reduzierung des Inlandsproduktes sowie der Gewinnquote führt.

 

 

 

 

 

06. Allokative Wirkungen

 

Wie alle politischen Maßnahmen sind auch die vermögenspolitischen Maßnahmen daraufhin zu untersuchen, inwieweit andere Ziele der Wirtschaftspolitik beeinträchtigt werden. Als erstes wäre zu überprüfen, ob diese Pläne den Lenkungsmechanismus der Marktwirtschaft beeinträchtigen.

 

Eine Unternehmung, die ihren Arbeitnehmern Kapitalanteile am Unternehmensvermögen vermacht hat, kann gerade in Zeiten der Umstellung in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten geraten.

 

Der Rückgang im Absatz macht unter Umständen eine Umstellung in der Produktion notwendig, die selbst wiederum u. U. eine Entlassung von Arbeitskräften notwendig macht. Den entlassenen Arbeitnehmern müssen ihre Kapitalanteile ausgezahlt werden mit der Folge, dass diese Unternehmung gerade die Kapitalmittel verliert, die sie für die Umstellung dringend benötigt. Diese Gefahr gilt insbesondere für Personengesellschaften, die größere Schwierigkeiten als die Kapitalgesellschaften haben, langfristiges Kapital auf dem Kapitalmarkt aufzunehmen.

 

Eine etwas andere Allokationsverzerrung kann eintreten bei der Bildung zentraler Eigentumsfonds, die auf diese Weise über ihre Anlagepolitik Einfluss auf die Investitionsentscheidungen erhalten, wobei die Befürchtung besteht, dass sie diese Macht gegen den Markt ausnützen können.

 

Auch gilt es nach möglichen Beschäftigungswirkungen zu fragen. Da die meisten vermögenspolitischen Pläne darauf aufbauen, dass die Arbeitnehmer mehr als bisher sparen und da vom Umfang der Ersparnis u. U. das Ausmaß der Arbeitslosigkeit bestimmt wird, könnten auch negative beschäftigungspolitische Wirkungen befürchtet werden.

 

Wieweit diese Befürchtungen zutreffen, hängt von zwei Fragen ab: Nur dann, wenn die Gefahr einer keynesianischen Arbeitslosigkeit besteht, können die vermögenspolitischen Pläne über eine Zunahme der Ersparnis beschäftigungsmindernd wirken. Wie bereits gezeigt, unterscheiden sich die einzelnen Pläne auch darin, inwieweit sie den Investitionswillen der Unternehmungen tangieren. Finanzielle Anreize zum Mehrsparen könnten über eine Senkung der Zinsen zu einer Ausweitung des Investitionsvolumens führen und damit die Beschäftigung sogar steigern.

 

Wenn allerdings die Unternehmer zu einer Gewinnbeteiligung gezwungen werden, so besteht u. U. die Gefahr, dass sie eher zu einem Rückgang im Investitionsvolumen geneigt sind, wobei diese Gefahr bei Personengesellschaften größer sein dürfte als bei Kapitalgesellschaften, da man davon ausgeht, dass die Investitionsneigung der Kapitalgesellschaften stärker vom Absatz, die der Personengesellschaften stärker von der Nettogewinnhöhe abhängt. Eine Gewinnbeteiligung erscheint hier den Unternehmungen wie ein Rückgang ihres Nettogewinns.

 

M. Weitzman ging allerdings von der Vorstellung aus, dass über eine Gewinnbeteiligung Arbeitslosigkeit sogar reduziert werden könne, da hier die Arbeitnehmer in Zeiten der Rezession einen Teil des Risikos übernehmen und infolgedessen die Unternehmer zu einer höheren Arbeitsnachfrage bereit sind. Das Effektiveinkommen der Arbeitnehmer wird flexibler, Rückgänge in der Nachfrage schlagen sich nun stärker in Lohn- und Preissenkungen nieder als in Mengenreduktionen und damit auch in geringerem Maße in einer Erhöhung der Arbeitslosigkeit. Trotz eines Rückganges der Nettogewinnsumme, bleibt die Produktionsmenge, welche ein Gewinnmaximum garantiert, von der Gewinnbeteiligung unberührt.

 

 

 

 

Zusammenfassung:

 

01. Enteignungen stellen in den hoch entwickelten Volkswirtschaften kein geeignetes Instrument einer langfristig wirkenden Umverteilungspolitik dar. Die Verfassungen der repräsentativen Demokratien sehen vor, dass Enteignungen - falls sie zur Erhaltung des Gemeinwohls notwendig erscheinen - nur mit voller Entschädigung der bisherigen Eigentümer vorgenommen werden dürfen. In diesem Falle führt jedoch die Enteignung nur zu einer Umstrukturierung und nicht zu einer Umverteilung der Vermögen.

 

02. Darüber hinaus ist der Vermögenszuwachs in dynamischen Volkswirtschaften so hoch, dass in wenigen Jahren über den Vermögenszuwachs die Vermögensverteilung nachhaltig verändert werden kann, unabhängig davon, ob und wie der bisherige Vermögensbestand verändert wurde.

 

03. Schließlich dürfte auch der politische Widerstand gegen Umverteilungsmaßnahmen geringer ausfallen, wenn der Staat nicht versucht, bereits erworbene Vermögen zu enteignen. Wenn man sich auf eine Einflussnahme des Vermögenszuwachses beschränkt, kann man entweder durch finanzielle Anreize (Steuernachlässe, Sparprämien) oder durch sogenanntes Zwangssparen (Investivlohn, investive Gewinnbeteiligung, Bildung von Investivfonds) den Vermögenszuwachs umlenken; wobei man von Zwangssparen immer dann spricht, wenn die Sparentscheidung nicht von den Personen ausgeht, für die diese Ersparnisse gebildet werden.

 

04. Die anfängliche Beschränkung der Vermögenspolitik auf finanzielle Anreize hat sich sehr schnell als unzureichend erwiesen. Steuernachlässe können nur denjenigen begünstigen, der Steuern zahlen muss, diese Maßnahmen erreichen gerade die ärmeren Bevölkerungsgruppen, die man eigentlich begünstigen will, nicht.

 

05. Sparprämien beseitigen zwar diesen Nachteil, sind jedoch trotzdem weitgehend ineffizient, da die geringe Ersparnis der Empfänger niedriger Einkommen nicht nur mit zu geringen Sparanreizen, sondern vor allem mit einer zu geringen Sparfähigkeit erklärt werden muss.

 

06. Investivlöhne wurden in der Vergangenheit in Tarifverhandlungen vereinbart, im Gegensatz zu den Barlöhnen werden sie nicht bar ausgezahlt, sondern investiv angelegt, entweder im Betrieb, der diese Beträge aufbringt (Leber-Plan) oder durch Überweisung an Geldinstitute, die diese Geldbeträge selbst wiederum als Investitionskredite an Unternehmungen verleihen (Häußler-Plan). Man kann nicht damit rechnen, dass die Sparsumme der Arbeitnehmer in gleichem Umfang wie die Investivlohnsumme ansteigt, da Arbeitnehmer bereits bestehende Sparkonten kompensierend auflösen können.

 

07. Weiterhin besteht die Gefahr, dass die Arbeitnehmer nach Ablauf der Sperrfristen die Ersparnisse wiederum auflösen, eine Befürchtung, die sich allerdings bisher nicht bewahrheitet hat.

 

08. Die investive Gewinn- (oder Ertrags-) Beteiligung erfolgt in der Regel nur auf private Initiative einzelner Unternehmungen und ist gerade aus diesen Gründen zunächst nicht sehr häufig eingeführt worden. Sie hat weiterhin den Nachteil, dass eine Gewinnbeteiligung nur für Arbeitnehmer in Frage kommt, die in erwerbswirtschaftlich ausgerichteten Organisationen beschäftigt sind, weiterhin sind solche Gewinnbeteiligungen stets mit einem relativ hohen Risiko für die Arbeitnehmer verbunden.

 

09. In diesen beiden Punkten schneiden die Pläne überbetrieblicher Investivfonds günstiger ab, es findet hier eine Risikostreuung statt, gleichzeitig können alle Bürger - unabhängig von ihrem Erwerbsstatus - beteiligt werden.

 

10. Eine Umschichtung der Vermögen kann zu einer gleichgerichteten Umschichtung der Einkommen führen, weil zu den Lohneinkommen Zinseinkommen hinzukommen (Common-Sense-These), weil sich die Position der Arbeitnehmer auf den Arbeitsmärkten verbessert und deshalb höhere Löhne erkämpft werden können (These E. Preisers) und weil schließlich bei einer Zunahme der Sparquote der Arbeitnehmer die Lohnquote dadurch steigen kann, dass die Lohnkosten in geringerem Maße als bisher auf die Güterpreise überwälzt werden können, sodass das Reallohneinkommen steigt (These N. Kaldors). Die Common-Sense-These darf nicht überschätzt werden, da auf dem Wege zusätzlicher Zinseinkommen immer nur eine Steigerung des Gesamteinkommen von wenigen Prozent möglich ist.

 

11. Auch bleibt das Lohneinkommen nur dann konstant, wenn die Gewinnbeteiligung mit zusätzlichen Ersparnissen gekoppelt wird. Die Überlegungen Preisers gelten sicherlich nicht für die Tariflohnbildung, da die Machtposition der Gewerkschaften nicht mit wachsendem Vermögensbesitz der Arbeitnehmer automatisch ansteigt. Auch kann die angestrebte Einkommensersatzfunktion sehr viel effizienter im Rahmen einer Arbeitslosenversicherung verwirklicht werden.

 

12. Schließlich können bestimmte Arten von Vermögen (Wohneigentum) sogar die Abhängigkeit des Arbeitnehmers wegen zunehmender Immobilität vergrößern.

 

13. Die These Kaldors, dass eine Mehrersparnis der Arbeitnehmer zu einer Erhöhung der Reallöhne führt, trifft im Allgemeinen zu, wobei allerdings der Umfang dieser Wirkungen in Zeiten der Unterbeschäftigung gegenüber Überbeschäftigungszeiten stark zurückgeht.

 

14. Einzelne Vermögenspläne weisen gewisse allokative Mängel auf. Investivlohnpläne in der Variante von Häusler benachteiligen Personengesellschaften, die einen geringeren Zugang zu den Kapitalmarktmitteln besitzen. Eine investive Gewinnbeteiligung erschwert bei strukturellen Krisen die Umstellung, da das Kapital, welches die Unternehmung zur Umstellung benötigt, nun gegf. an Arbeitnehmer, die entlassen werden, ausgezahlt werden muss. Schließlich können zentrale Investivfonds zu unerwünschter monopolistischer Macht auf den Kapitalmärkten führen.

 

15. Es wurde die Befürchtung geäußert, dass die zwangsweise angelegten Investivlohngelder u. U. gerade in einer Zeit frei werden - und deshalb für Konsumgütermehrnachfrage verwandt werden - in der wegen konjunktureller Überhitzung eine Verminderung der Konsumnachfrage geboten wäre. Diese Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet, da nur ein geringer Teil der Investivlohngelder bei ihrer Freigabe aufgelöst wurde.

 

16. Investive Gewinnbeteiligung wirkt sich im allgemeinen positiv auf den Beschäftigungsgrad aus, da die Unternehmungen in Krisenzeiten geringere Beträge an die Arbeitnehmer auszahlen müssen und deshalb flexibler auf Absatzrückgänge mit Preissenkungen reagieren können.

 

 

Fragen zu Kapitel 11b:

 

01. Welche zwei Fragen lassen sich im Zusammenhang mit der Effizienzanalyse der Vermögenspolitik unterscheiden? 

 

02. Welche Mängel treten auf, wenn man Vermögenspolitik mit Hilfe von Steueranreizen allein betreiben möchte?

 

03. Stellen Sparprämien ein effizientes Mittel der Vermögenspolitik dar?

 

04. Was versteht man unter Investivlöhne?

 

05. Steigt die gesamtwirtschaftliche Sparsumme ceteris paribus immer um den Betrag der Investivlohnsumme?

 

06. Erhöhen Investivlöhne die Gesamtersparnis auch langfristig?

 

07. Was spricht dafür, dass Investivlöhne auch langfristig zu einer Zunahme der Gesamtersparnis führen?

 

08. Welche Ausgestaltung eines Investivlohnes ist besonders effizient?

 

09. Welche Risiken sind mit einer investiven Gewinnbeteiligung für Arbeitnehmer verbunden?

 

10. Welche Risiken sind bei einer investiven Gewinnbeteiligung für den Unternehmer zu befürchten?

 

11. Wie wirkt sich eine Gewinnbeteiligung auf den Beschäftigungsgrad aus?

 

12. Führt Zwangssparen in jedem Falle zu einer Zunahme des Gesamteinkommens der Arbeitnehmer?

 

 

Antworten zu Kapitel 11b:

 

01. Im Rahmen der Effizienzanalyse der Vermögenspolitik kann einmal die Frage überprüft werden, inwieweit die einzelnen Maßnahmen in der Lage sind, die Vermögensverteilung wie erwünscht zu verändern, zum andern kann gefragt werden, ob die Einkommensverteilung wirksam beeinflusst werden konnte.

 

02. Steueranreize zum Mehrsparen erreichen nur die Empfänger höherer Einkommen, da nur diese überhaupt Steuern zu zahlen haben.

 

03. Sparprämien können zwar auch die Empfänger geringerer Einkommen erreichen, sie haben jedoch keinen Einfluss auf die Sparfähigkeit.

 

04. Investivlöhne werden nicht bar ausgezahlt, sondern zwangsweise für die Arbeitnehmer investiv angelegt.

 

05. Die Gesamtersparnis steigt zumeist weniger als die Investivlohnsumme, da Arbeitnehmer, die bereits gespart haben, ihre bisherigen Ersparnisse auflösen können.

 

06. Investivlöhne erhöhen die Gesamtersparnis nur dann langfristig, wenn die Ersparnisse nach Ablauf der Sperrfrist nicht aufgelöst werden.

 

07. Dass Ersparnisse auch langfristig aufgrund eines Investivlohnes steigen, ist deshalb wahrscheinlich, weil Vermögen von einer bestimmten Höhe an einen Selbstzweck erhält.

 

08. Als besonders effizient gilt ein Investivlohn dann, wenn relativ lange Sperrfristen mit der Möglichkeit von Ausnahmen verbunden werden.

 

09. Arbeitnehmer laufen bei einer investiven Gewinnbeteiligung Gefahr, wegen Konkurses das angesammelte Vermögen gerade bei Arbeitslosigkeit zu verlieren.

 

10. Unternehmer laufen bei einer investiven Gewinnbeteiligung Gefahr, gerade dann Kapital an Arbeitnehmer, die entlassen werden, zu verlieren, wenn sie dieses Kapital zur Anpassung an die Datenänderungen benötigen.

 

11. Folgt man den Gedankengängen von Weitzman, so hat die Einführung einer Gewinnbeteiligung einen beschäftigungssteigernden Effekt.

 

12. Folgt man der Verteilungstheorie von Kaldor, wird das Zwangssparen nur dann die Einkommensverteilung der Arbeitnehmer verbessern, wenn die Sparquote der Arbeitnehmer auch tatsächlich steigt.

 

 

Fortsetzung folgt!