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Grundzüge der politischen Ökonomie

 

 

  Gliederung:

 

  1. Einführung

  2. repräsentative Demokratie

  3. Bürokratie

  4. Verbände

  5. Direkte Demokratie

  6. Diktatur

  7. Recht

  8. Haushalt

  9. Familie

 

 

 

 

Kapitel 7: Recht

 

 

Gliederung:

 

1. Das Problem

2. Das Gut der Rechtsordnung

3. Die Täter

4. Die Opfer

5. Strafverfolgungsbehörden

6. Die Rechtsordnung

 

 

1. Das Problem

 

Wir wollen uns in diesem Kapitel mit dem Rechtssystem beschäftigen. Das Rechtssystem ist stets ein Teil des übergreifenden Staatssystems und insofern kennt auch jede Staatsform Regelungen der vielfältigen Rechtsbeziehungen. Allerdings muss man feststellen, dass gerade in der Frage der Rechtsordnung die einzelnen Staatsformen sehr unterschiedliche Ausgestaltungen ihrer Rechtsordnung kennen. Die Verfassungen der modernen Demokratien postulieren die Rechtsstaatlichkeit. Danach sind alle Bürger nach dem Gesetz gleich, gleichzeitig sind die Staatsorgane an die Gesetze, vor allem an die Verfassung gebunden und sie dürfen nur auf der Grundlage eines Gesetzes den Handlungsspielraum der einzelnen Bürger einengen.

 

Für demokratische Staaten gilt dass Prinzip der Gewaltenteilung. Wir haben zwar gesehen, dass in den repräsentativen Demokratien dieses Prinzip im Verhältnis von Exekutive und Legislative nicht mehr gilt, dass anstelle der Trennung beider Organe die Auseinandersetzungen zwischen Regierung und Opposition getreten sind. Für das Verhältnis zwischen Jurisdiktion und Exekutive bzw. Legislative gilt jedoch diese strikte Trennung der Gewalten sehr wohl.

 

Für die Formen einer direkten Demokratie gilt allerdings diese strikte Trennung der Gewalten nicht zwingend. Zwar ist es denkbar und in hohem Maße erwünscht, dass dieses Prinzip auch in direkten Demokratien eingehalten wird, zwingend ist es nicht, so maß sich z. B.  Robespierre als höchster Vertreter der französischen Republik während der französischen Revolution von 1789 nicht nur exekutive und legislative, sondern auch jurisdiktive Rechte an.

 

Insbesondere in einer Diktatur liegt in aller Regel die Gerichtsbarkeit in den Händen des Diktators bzw. der ihm untergeordneten Bürokratien. Nur in formalem Sinne urteilen Gerichte über die Schuld und Strafe der Angeklagten, sie führen jedoch in aller Regel Weisungen von Seiten der Staatsbürokratie aus.

 

Gerade weil also die Ausgestaltung der Rechtsordnungen sehr unterschiedlich ist, wollen wir uns hier in dieser Vorlesung auf die Analyse der Rechtsordnung in einer repräsentativen Demokratie beschränken.

 

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Rechtsordnung ist in allererster Linie Sache der Rechtswissenschaften. Genauso wie wir auch für die Analyse des politischen Systems ganz generell davon ausgehen müssen, dass die Analyse dieses Gesellschaftssystems in aller erster Linie Gegenstand der Politikwissenschaft ist, aber es trotzdem zweckmäßig erscheinen lässt, dieses Gesellschaftssystem aus einem anderen Blickwinkel, nämlich der Betrachtungsweise der Wirtschaftswissenschaften zu beleuchten, kann es auch zweckmäßig sein, die Rechtsordnung von verschiedenen Betrachtungsweisen aus zu untersuchen.

 

Wir haben hier als erstes zu klären, worin sich denn die Betrachtungsweisen der rechtswissenschaftlichen und der wirtschaftswissenschaftlichen Untersuchungen unterscheiden. Der wohl wichtigste Unterschied liegt darin, dass die Rechtswissenschaften in aller erster Linie bemüht sind, ein in sich schlüssiges widerspruchsfreies System von Rechtsnormen zu entwickeln, wobei man von bestimmten in der Verfassung niedergelegten Wertprämissen ausgeht und untersucht, inwieweit die einzelnen Gesetze und Verordnungen mit diesen übergeordneten Prämissen übereinstimmen. Es geht hier immer um die Frage, was rechtens ist und diese Frage hat insofern einen normativen Aspekt, als stets postuliert wird, dass das Recht auch eingehalten wird.

 

Demgegenüber ist die politökonomische Betrachtungsweise zuallererst wie jede wirtschaftswissenschaftliche Analyse eine explikative Fragestellung, es steht im Vordergrund die Frage, welches Verhalten die einzelnen Individuen an den Tag legen und welche Auswirkungen diese Verhaltensweisen auf bestimmte Problemgrößen haben. Es geht hier eben gerade nicht primär um die Frage, ob dieses Verhalten erwünscht ist oder nicht. Auch dann, wenn es sich im Einzelnen um durchaus verwerfliche Verhaltensweisen handelt, hat die Wissenschaft hier festzustellen, dass solche Verhaltensweisen zu beobachten sind und unter welchen Bedingungen mit diesen Verhaltensweisen gerechnet werden muss.

 

Dies bedeutet sicherlich nicht, dass der Wissenschaftler, der solche verwerflichen Verhaltensweisen feststellt, diese auch befürwortet oder auch nur ein Verständnis für diese Haltungen aufweist. Ganz im Gegenteil dienen diese explikativen Analysen dazu, aufzuzeigen, was getan werden muss, um diese verwerflichen Verhaltensweisen zu verhindern, bzw. die Häufigkeit ihres Auftretens zu vermindern.

 

Machen wir uns diese Zusammenhänge anhand der Wirtschaftswissenschaft im engeren Sinne klar. So erklärt z. B. die keynesianische Beschäftigungstheorie Arbeitslosigkeit damit, dass die private Nachfrage nach Gütern nicht ausreicht, um alle arbeitsfähigen und arbeitswilligen Arbeitnehmer zu beschäftigen. Dies ist eindeutig ein explikativer Zusammenhang. Ein bestimmtes Ereignis: die Arbeitslosigkeit wird auf ein anderes Ereignis: eine zu geringe Güternachfrage zurückgeführt. Aus dieser explikativen Aussage kann nun aber durchaus eine bedingte Empfehlung ausgesprochen werden. Wenn wir tatsächlich das Ziel verfolgen, Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, dann müssen wir politische Maßnahmen einleiten, aufgrund derer die gesamtwirtschaftliche Nachfrage nach Gütern angehoben wird.

 

Eine Steigerung in den Staatsausgaben im Sinne einer Nachfrage nach Gütern seitens des Staates wäre also dann ein geeignetes Mittel, um das Ziel: Verringerung der Arbeitslosigkeit zu erreichen. Man spricht hier von soziotechnischer Umformulierung. Die explikative Aussage der Wirtschaftstheorie: Eine Zunahme der Güternachfrage (Ursache) führt zu einem Anstieg in der Beschäftigung (Wirkung) wird ungewandelt in eine wirtschaftspolitische Empfehlung: Eine Steigerung der Güternachfrage dient als Mittel, um das Ziel der Beschäftigungssteigerung zu erreichen. Ein explikativer Ursache-Wirkungszusammenhang ist also in eine normative Empfehlung über ein Ziel-Mittel-Zusammenhang umformuliert worden. Es liegt hier eine normative Aussage (Zur Beschäftigungssteigerung bedarf es einer Zunahme der Güternachfrage) vor, allerdings eine bedingte Empfehlung, die Forderung nach Steigerung der Güternachfrage ergibt sich ja nur dann zwingend, wenn wir davon ausgehen, dass die Beschäftigung gesteigert werden soll.

 

Genau so wie auch im Rahmen der Analyse des Wirtschaftssystems sehr wohl aus explikativen Aussagen bedingt normative Empfehlungen abgeleitet werden können, müssen wir auch bei einer politikökonomischen Analyse des Rechtssystems davon ausgehen, dass aus der Erkenntnis bestimmter Wirkungszusammenhänge durchaus Empfehlungen abgeleitet werden können, durch welche Reformmaßnahmen denn die einzelnen Ziele der Rechtsordnung besser erreicht werden können.

 

Bringen wir auch hier ein Beispiel. Regelmäßig nach Auftreten eines besonders verwerflichen Amoklaufes eines Jugendlichen wird in der Öffentlichkeit gefordert, den Erwerb von Handwaffen für die Allgemeinheit zu verbieten. Die Politikökonomik hat in diesem Zusammenhang die Frage zu untersuchen, inwieweit denn bei einem strikten Verbot des privaten Erwerbs von Handwaffen mit einem spürbaren Rückgang von Diebstählen, vor allem von Jugendlichen begangen gerechnet werden kann. Es wird darauf hingewiesen, dass auf der einen Seite Jugendliche auch bei einem Verbot durchaus Möglichkeiten haben, illegal an Handwaffen zu kommen. Schließlich planen sie eine gesetzwidrige Tat und werden wohl kaum von sich aus für dieses gesetzwidrige Ziel sich auf vom Gesetz erlaubte Handlungen beschränken.

 

Auf der anderen Seite erhöht jedoch der Besitz von Waffen bei den potenziellen Opfern das Risiko des Täters erheblich. Auch dann, wenn es sagen wir nur jedem 10. potenziellen Opfer gelingt, den Täter zu erschießen oder auch nur zu verletzen, muss ein potenzieller Täter davon ausgehen, dass das Risiko seiner Tat entscheidend angestiegen ist. In jedem 10. Fall erreicht er sein Ziel nicht mehr und erleidet selbst eine Verletzung oder sogar den Tod. Wenn wir nun unterstellen, dass sich auch die Kriminellen rational verhalten, also unter den möglichen Erwerbsquellen jene auswählen, welche ihnen den höchstmöglichen Gewinn bzw Nutzen in Aussicht stellen, muss damit gerechnet werden, dass ein Teil der bisherigen Kriminellen zu einer legalen Erwerbsquelle übergeht und damit die Zahl der verübten Diebstähle verringert. Es soll an dieser Stelle keineswegs ein Plädoyer zugunsten des privaten Waffenbesitzes gehalten werden, sondern lediglich die Art und Weise dargestellt werden, welche in politikökonomischen Analysen Anwendung findet. Zur Sache selbst wollen wir in einem der nächsten Abschnitte ausführlicher eingehen und dort auch mögliche Einwendungen gegen diese Thesen besprechen.

 

Wir wollen unsere Analyse des Rechtssystems einer repräsentativen Demokratie damit beginnen, dass wir uns fragen, welches Ziel denn eine Rechtsordnung verfolgt. Bei der Analyse einer Marktwirtschaft gehen die Wirtschaftswissenschaftler davon aus, dass die materiellen Ressourcen, die zur Produktion der einzelnen Güter benötigt werden, knapp sind und dass die Marktwirtschaft ein System darstellt, das – allerdings nur unter ganz bestimmten Bedingungen – sicherstellt, dass diese knappen Ressourcen so effizient wie möglich eingesetzt werden, dass also bei gegebenem Bestand an Ressourcen ein Maximum an Gütern produziert wird bzw. dass ein bestimmter Bedarf an Gütern mit einem Minimum an Aufwand befriedigt werden kann.

 

Im Bereich der Marktwirtschaft ist also das letztliche Ziel, den Bedarf der Konsumenten an  materiellen Gütern soweit wie nur möglich zu realisieren. Welches letztliche Ziel also welches Gut wird jedoch im Rahmen einer Rechtsordnung angestrebt? Sind es in der Marktwirtschaft positive Güter, welche also den Konsumenten Nutzen bringen, welche produziert werden sollen, geht es im Rahmen einer Rechtsordnung eigentlich eher darum, dass negativ eingeschätzte Ungüter (bads), welche also den Bürgern Schaden verursachen, soweit wie immer nur möglich, eben gerade nicht produziert werden. Das Ziel einer jeden Rechtsordnung besteht also darin, soweit wie möglich zu verhindern, dass den Individuen Schaden zugefügt wird. Die Rechtsordnung legt dann fest, wie dieser Schaden aus der Sicht der Gesamtgesellschaft bewertet wird und zwar dadurch, dass bestimmte Handlungen als Verletzung des Rechts, also als Unrecht bezeichnet werden. Es ist dann Aufgabe der staatlichen Organe der Rechtsordnung dafür Sorge zu tragen, dass Unrecht geahndet wird und dass gerade auf diese Weise Anreize auf die potenziellen Täter ausgehen, diese Tat zu vermeiden.

 

An zweiter bis vierter Stelle werden wir uns dann mit den aktiven wie passiven Akteuren einer Rechtsordnung befassen. Im Rahmen der Analyse einer Marktwirtschaft sind es die Unternehmer, welche die positiv bewerteten Güter produzieren und anbieten, während die Haushalte diese Güter nachfragen und konsumieren. Der Markt hat dann die Funktion, die zunächst unterschiedlichsten Vorstellungen der Unternehmer und Konsumenten darüber, welche Güter und mit welcher Qualität produziert werden sollen, zusammenzuführen.

 

Den Produzenten im marktwirtschaftlichen System entsprechen innerhalb der Rechtsordnung die Täter, sie sind es, welche die Ungüter ‚produzieren‘ und dafür Sorge tragen, dass einzelnen Personen Schaden zugefügt wird. Diese Opfer sind dann auch die ‚Konsumenten‘ dieser Verbrechen, nur eben mit dem Unterschied, dass ihnen kein Nutzen, sondern Schaden zugefügt wird und dass sie auch nicht den Schaden freiwillig auf sich nehmen, sondern zwangsweise erdulden.

 

Das Rechtssystem kennt noch einen dritten Akteur: die staatlichen Organe, deren Aufgabe es ist, Verbrechen zu ahnden und auf diesem Wege Anreize zu setzen, dass möglichst wenige Verbrecher tätig sind und möglichst wenig Schaden anrichten. Wenn man will kennt natürlich auch das wirtschaftliche System den staatlichen Akteur. Jedes Wirtschaftssystem – auch die Marktwirtschaft – bedarf eines Ordnungsrahmens, der festlegt, welche Handlungen erlaubt sind oder nicht und auf welchem Wege Verfehlungen geahndet werden.

 

Es besteht allerdings ein gravierender Unterschied in der Bedeutung der staatlichen Organe im wirtschaftlichen und im rechtlichen System. Im Zusammenhang mit der Marktwirtschaft gehen wir davon aus, dass die Ausrichtung der Produktion am Konsumentenbedarf im Allgemeinen gerade dann am zweckmäßigsten erfolgt, wenn der Staat nicht in den Marktprozess eingreift, sondern sich darauf beschränkt, seine Wirtschaftsziele lediglich auf indirektem Wege zu verfolgen und zwar dadurch, dass er die Daten des wirtschaftlichen Handelns beeinflusst und nicht bestimmte wirtschaftliche Handlungen vorschreibt. Die Ahndung und Verhinderung von Straftaten erfolgt aber immer bewusst durch die staatliche Ordnung.

 

In einem letzten Schritt werden wir uns dann mit den Prinzipien der Rechtsordnung selbst befassen. Hierbei geht allerdings weniger darum, die Erwünschtheit dieser Prinzipien zu untersuchen, sondern allein darum zu überprüfen, inwieweit denn überhaupt die letztlichen Ziele der Rechtsordnung in praxi realisiert werden können.

 

 

2. Das Gut der Rechtsordnung

 

Wir hatten bereits gesehen, dass ein wesentlicher Unterschied zwischen dem marktwirtschaftlichen System und der Rechtsordnung darin besteht, dass die Unternehmer im wirtschaftlichen Bereich ein Nutzen stiftendes Gut produzieren, während im Rechtssystem von kriminellen ‚Produzenten‘ Ungüter (sogenannte Bads) produziert werden, welche den Bürgern Schaden verursachen.

 

Mit diesem Unterschied hängt es dann auch zusammen, dass die politischen Ordnungen der Marktwirtschaft die Funktion erhalten, dafür Sorge zu tragen, dass die Produktion der Güter an den Bedürfnissen der Konsumenten ausgerichtet werden, während es im Rahmen des Rechtssystems eben gerade darum geht, darauf hinzuwirken, das möglichst viel Schaden von den einzelnen Bürgern abgewehrt wird.

 

Da wir davon ausgehen können, dass in einer freien Marktwirtschaft – unter gewissen Voraussetzungen allerdings – im Normalfall die Produktion im eigenen Interesse der Produzenten den Wünschen der Endverbraucher automatisch angepasst werden, sodass also der Staat auch nur in Ausnahmefällen eingreifen muss, müssen wir für das Rechtssystem davon ausgehen, dass eigentlich ohne staatlichem Eingriff ein Chaos herrscht und Unrecht überhand nimmt, sodass der Staat über Polizei und Gerichtsbarkeit permanent vor der Aufgabe steht, die Taten der Kriminellen wachsam zu verfolgen und Anreize zu setzen, dass möglich wenig Bads produziert werden. Das in der Marktwirtschaft zur Verfügung gestellte positive Ergebnis wird somit auch von den privaten Unternehmern geliefert, während es in der Rechtsordnung der Staat ist, der mit der Gerichtsbarkeit Sorge dafür trägt, dass die einzelnen Bürgern möglichst wenig von privaten Personen geschädigt werden.

 

Es gibt noch einen wesentlichen weiteren Unterschied zwischen den beiden gesellschaftlichen Systemen (Marktwirtschaft und Rechtssystem). Es gehört zu den Idealen einer freien Marktwirtschaft, dass das Prinzip der Selbstbestimmung gilt, dass also jeder einzelne Konsument frei darüber entscheiden kann, wie er die ihm gehörenden knappen Ressourcen auf die einzelnen möglichen Verwendungsarten aufteilt. Jedem Konsumenten ist es frei gestellt, sein Einkommen ganz anders auszugeben als es seine Nachbarn tun.

 

Für das Rechtssystem gilt demgegenüber, dass die Frage, was als Recht und Unrecht gilt, weitgehend in den Händen des Staates liegt. Es ist der Staat, der mit seinen Gesetzen festlegt, welche Aktivitäten unter Strafe gestellt werden, welches also die einzelnen Bads sind, die es zu verfolgen gilt und es ist auch der Staat, der den Grad einer verbrecherischen Tat festlegt und damit bestimmt, mit welcher Strafhöhe der einzelne überführte Täter rechnen muss. Es ist gerade nicht erlaubt, dass der einzelne Geschädigte im Hinblick auf die Straftaten selbst darüber entscheidet, ob eine bestimmte Schaden zufügende Aktion bestraft werden soll und welche Strafe gegenüber dem Überführten verhängt werden soll.

 

Es gibt allerdings eine wesentliche Ausnahme von dieser Regel. Die Gerichtsbarkeit wird in Strafsachen und Zivilsachen untergliedert. Innerhalb der privaten Gerichtsbarkeit liegt es in der Tat in den Händen des einzelnen Geschädigten, ob er den Schädiger anklagen will oder nicht. Nur bei Strafsachen hat der Staat von Amtswegen Vergehen zu verfolgen und abzuurteilen. Zivilangelegenheiten werden im Bürgerlichen Gesetzbuch, Straftaten hingegen im Strafgesetzbuch geregelt. Unsere obigen Feststellungen gelten nur für den engeren Strafbereich.

 

Dass es auch in einer freiheitlichen Gesellschaft nicht dem einzelnen Geschädigten überlassen wird, ob er eine Tat verfolgen soll, hängt nun wesentlich damit zusammen, dass die Bads der Rechtsordnung den Charakter von Kollektivgütern aufweisen, während wie bereits erwähnt, die Güter einer Marktwirtschaft fast immer Individualgüter sind. Unter Kollektivgüter versteht man nach einem Vorschlag von Mancur Olson alle Güter, bei denen ein potenzieller Nutzer dieses Gutes auch dann nicht vom Konsum dieses Gutes ausgeschlossen werden kann, wenn er nicht bereit ist, sich an den Kosten zur Erstellung dieses Gutes angemessen zu beteiligen. Auch gehört es zu den Eigenschaften von Kollektivgütern, dass sie als einheitliches, eben als kollektiv genutztes Gut für alle gemeinsam angeboten werden.

 

Zu den wichtigsten Grundprinzipien eines jeden freiheitlichen Rechtsstaates zählt, dass die Rechtsgüter allgemein, d. h. für jeden Bürger zur Verfügung stehen und dass auch alle Bürger vor dem Gesetz gleich behandelt werden. Dieses Prinzip schließt es aus, dass sich ein potenzieller Verbrecher seinen Richter aussuchen kann. Auch hier gilt die Forderung, dass der Richter nur dann seine Aufgabe erfüllen kann, wenn er vollkommen unabhängig ist von den Personen, die durch ihn abgeurteilt werden sollen.

 

Allerdings dürfte auch ein zweiter Tatbestand dafür verantwortlich sein, dass die Aufgabe der Aburteilung eines Straftäters aus den Händen des jeweiligen Opfers in die Hände eines staatlichen Organs (den Gerichten) übertragen wurde. Bei der Nachfrage nach wirtschaftlichen Gütern können wir davon ausgehen, dass im Allgemeinen der einzelne Konsument am  besten entscheiden kann, welche Güter mit seinem Einkommen erworben werden sollen. Also ein meritorischer Ansatz wird abgelehnt, bei dem der Staat in wohlwollender Absicht für den Bürger entscheidet.

 

Im Hinblick auf die Verfolgung von Straftaten bestehen jedoch erhebliche Zweifel, ob diese Aufgabe wirklich vom jeweiligen Geschädigten wahrgenommen werden soll. Es muss befürchtet werden, dass er voreingenommen und subjektiv handeln würde, dass nicht erwartet werden könnte, dass hier eine Aburteilung nach allgemeinen für alle gültigen Grundsätzen erfolgen würde und dass das Opfer in aller Regel auch gar nicht über die Möglichkeiten einer Aufklärung verfügt, die notwendig ist, um möglichst viele Täter auch dingfest zu machen. Die Ablösung einer Lynchjustiz durch geregelte staatliche Verfolgungsmaßnahmen war ein entscheidender Schritt auf einen Rechtsstaat hin.

 

Nun sollte in einer Demokratie alle Gewalt vom Volke ausgehen. Dies bedeutet, dass es auch nicht in das Belieben der jeweils regierenden Politiker liegen kann, mehr oder weniger willkürlich die obersten Rechtsgüter festzulegen. Auch von der Bevölkerung lässt sich nicht erwarten, dass per Volksentscheid eine Festlegung dieser obersten Rechtsgüter erfolgen kann. Welche Rechtsgüter festgelegt sind und welcher Stellenwert ihnen zugesprochen wird, erfolgt traditionell in der Verfassung sowie im allgemeinen Strafgesetzbuch bzw. dem Bürgerlichen Gesetzbuch und ist aus einem sehr langwierigen historischen Prozess hervorgegangen.

 

Am Anfang dieser Entwicklung stehen die Religionen. Bereits bei den Juden im biblischen Altertum enthielt der Dekalog, die beiden Gesetzestafeln mit den 10 Geboten, welche Moses nach den Schilderungen des Alten Testamentes vom Berge Sinai mitbrachte, einen großen Teil der Verbote, welche heutzutage in der gesamten zivilisierten Welt als Straftaten gelten, so vor allem das Verbot zu stehlen, zu morden, die Unwahrheit zu sagen.

 

Diese Gesetzesvorschriften wurden dann vom Christentum übernommen, wobei Christus allerdings besonderen Wert auf die Nächstenliebe legte und diese über die ritualen Gebote wie z. B. die Opferung von Tieren stellte. Hierbei gilt es festzuhalten, dass Christus keineswegs die jüdischen Gebote aufheben und als Revolutionär ganz neue Gebote als Ziel der Menschheit aufstellte, auch das Gebot der Nächstenliebe sogar das der Feindesliebe begegnet uns bereits im alten Testament. Es ging Christus viel eher darum, die Gewichte der einzelnen Gebote zu verschieben, auch machte er darauf aufmerksam, dass die wahre Gesinnung viel wichtiger ist als die buchstabengetreue Erfüllung der verschiedensten vor allem rituellen Vorschriften.

 

Auch der Islam übernahm zu einem großen Teil die im Dekalog festgehaltenen Gebote. Vor allem aber auch die Aufklärung zu Beginn der Neuzeit trug wesentlich dazu bei, dass die wichtigsten Grundwerte menschlichen Zusammenlebens wie vor allem das Diskriminierungsverbot, die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz und bestimmte Grundrechte (die sogenannten Menschenrechte) heute in allen  wesentlichen Verfassungen der freiheitlichen Demokratien auf der Welt in deren Verfassungen als nicht veräußerbare Rechte fest verankert sind.

 

 

3. Die Täter

 

Wir wollen unsere politökonomische Darstellung unseres Rechtssystems mit der Analyse der aktiven wie passiven Agenten des Systems fortsetzen. Wir beginnen mit der Bedeutung der Täter, also derjenigen, welche in der Terminologie der Politökonomik die ‚Bads‘ produzieren, wegen dessen Auftretens es überhaupt einer Rechtsordnung bedarf.

 

Der wesentliche Beitrag der politökonomischen Theorie besteht in diesem Zusammenhang darin, dass ähnlich wie in der Wirtschaftstheorie davon ausgegangen wird, dass sich die einzelnen Individuen bei all ihren Aktionen und Entscheidungen rational verhalten. Genauso wie in der Markttheorie unterstellt wird, dass die Unternehmer, die Produzenten der materiellen Güter ihre Entscheidungen einem Gewinnkalkül unterwerfen, also immer diejenige Alternative wählen, welche ihnen den größtmöglichen Gewinn in Aussicht stellen, wird nun in der politökonomischen Theorie des Rechts von der Annahme ausgegangen dass auch die Verbrecher ihren Eigennutz zu mehren versuchen und dass sie jeweils die Alternative wählen, die ihnen den höchsten Eigennutz bringen wird.

 

Am Anfang der Analyse steht also ein individuelles Ziel des jeweiligen Verbrechers. Dieses Ziel ist hierbei relativ unbestimmt genauso wie ja auch das Ziel eines Unternehmers oder auch eines Konsumenten in der Wirtschaftstheorie relativ weit gefasst wird.

 

Bevor nun der einzelne Agent handelt, macht er sich in einem ersten Schritt klar, welche Alternativen ihm denn zur Erreichung seines Zieles zur Verfügung stehen. An zweiter Stelle macht sich der Täter bewusst, inwieweit denn die einzelnen Alternativen in der Lage sind, seine Ziele zu realisieren. Hierbei kann durchaus davon ausgegangen werden, dass von einer Alternative verschiedene Ziele und nicht nur das eine Ziel, um derentwillen diese Handlung vorgenommen werden soll, beeinflusst werden und dass nicht nur positive, sondern auch negative Effekte erwartet werden müssen.

 

Der Agent hat also in einem nächsten Schritt diese unterschiedlichen Auswirkungen zu bewerten und zu entscheiden, welche der möglichen Alternativen den höchsten Nutzen per Saldo erwarten lässt.

 

Hierbei ist von besonderer Bedeutung, dass es sich in aller Regel um Aktionen handelt, deren Wirkungen keineswegs sicher sind, es kann immer nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, ob die erwünschten oder auch befürchteten Wirkungen eintreten. Hierbei kommt es auch darauf an, mit welcher Streuung die einzelnen Effekte erwartet werden. So könnte es z. B. so sein, dass der erwünschte Effekt mit einer Wahrscheinlichkeit von 75%, ein möglicher unerwünschter Effekt aber mit einer Wahrscheinlichkeit von 25% zu erwarten ist.

 

Bei der Berücksichtigung der einzelnen Wahrscheinlichkeiten ist nun zwischen der objektiven, allgemein bekannten und schließlich der subjektiven Wahrscheinlichkeit zu unterscheiden. Mit der objektiven Wahrscheinlichkeit ist das tatsächliche Risiko einer Aktion angesprochen. Sie ist in aller Regel vor der Tat (ex ante) gar nicht bekannt und kann allenfalls nach der Tat (ex post) festgestellt werden. Sie hat deshalb auch keine reale Bedeutung für die Entscheidung des einzelnen Täters.

 

Von größerer Bedeutung ist die allgemein bekannte Wahrscheinlichkeit. Durch Beobachtung der vergangenen Fälle lässt sich objektiv feststellen, wie oft eine bestimmte Aktion ein bestimmtes Ereignis ausgelöst hat und es lässt sich damit die Wahrscheinlichkeit einer Aktion bestimmen. Aber auch dann, wenn man  z. B. feststellen könnte, dass eine bestimmte Tat (z. B. ein Diebstahl) in 90% der Fälle erfolgreich ist, muss dennoch gesehen werden, dass in dem zur Diskussion stehenden Fall trotzdem der Erfolg ausbleibt. Im Grunde genommen bringt die Berücksichtigung der Wahrscheinlichkeit, mit der ein erwünschter Effekt eintritt, nur dann dem Täter eine Nutzensteigerung, wenn er nicht nur eine einzelne Tat plant, sondern wenn eine Vielzahl von Aktionen geplant werden. In diesem Falle kann nämlich der Täter bei einer Wahrscheinlichkeit von x% davon ausgehen, dass in x% der geplanten Aktionen ein Erfolg erwartet werden kann.

 

Nun können wir nicht davon ausgehen, dass die allgemein bekannte Wahrscheinlichkeit auch der subjektiven, vom einzelnen Täter berücksichtigten Wahrscheinlichkeit entspricht. Es muss mit der Möglichkeit gerechnet werden, dass sich ein einzelner Täter in der Frage der Wahrscheinlichkeit des Eintreffens der erhofften Wirkung einfach täuscht, er unterschätzt in diesem Falle die Höhe des Risikos. Weiterhin ist auch zu berücksichtigen, dass der Erwerb des allgemeinen Wissens über mögliche Wahrscheinlichkeiten für den Täter mit Kosten verbunden ist und dass diese Kosten im Einzelfall so hoch sind, dass der Täter darauf verzichtet, sich das gesamte allgemein bekannte Wissen über die Wahrscheinlichkeiten zu besorgen.

 

Der Wert eines mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit erwarteten Nutzens errechnet sich nun entsprechend den Regeln der Wahrscheinlichkeitsrechnung wie folgt. Man multipliziert den erwarteten Nutzen mit der Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens. Wenn also ein Dieb beispielsweise davon ausgeht, dass der geplante Diebstahl eine Beute im Werte von 500 € verspricht und wenn er zusätzlich davon ausgeht, dass er nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 20% mit einem Erfolg rechnen kann (wenn also mit anderen Worten nur jeder fünfte Bruch im Durchschnitt zum Erfolg führt), wäre der Wert eines ‚Bruches‘ nur 0,2 * 500€, und damit 100€.

 

Das Wissen darüber, welche Daten letzten Endes dafür verantwortlich sind, ob ein Täter eine Tat  durchführt, kann nun selbst wiederum von Bedeutung dafür sein, auf welchem Wege die staatlichen Organe die einzelnen Verbrechen mit Erfolg bekämpfen können. Gehen wir einmal davon aus, dass ein potenzieller Dieb mit seinen Aktionen das Ziel verfolgt, materielle Güter zu erwerben. Er habe prinzipiell zwei Möglichkeiten (Alternativen), dieses Ziel zu erreichen. Er könne einer normalen legalen Beschäftigung nachgehen oder aber Diebstähle durchführen. Welche dieser beiden Alternativen der potenzielle Dieb wählt, hängt entsprechend diesem politökonomischen Ansatz davon ab, welche Alternative ihm die höchste Zielrealisierung verspricht.

 

Nehmen wir einmal an, dass ein Dieb davon ausgeht, dass er im Durchschnitt in einem Monat bei legaler Beschäftigung 2000 € verdienen kann, dass ihm aber eine monatliche Tätigkeit als Dieb den wahrscheinlichen Wert von 3000 € verspricht. In diesen Falle hätte der Staat grundsätzlich die Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass insgesamt weniger Diebstähle erfolgen, wenn es ihm gelingt, dass entweder die legalen Verdienstmöglichkeiten verbessert werden und deshalb häufiger die legale Alternative für den potenziellen Täter einen größeren Nutzen bringt oder dass es dem Gesetzgeber gelingt, dass ein Diebstahl eine geringere Ausbeutung verspricht oder dass schließlich drittens die Wahrscheinlichkeit, dass ein Bruch zum Erfolg führt, z. B. durch vermehrte Einbruchssicherungen verringert wird.

 

Welche dieser Wege die staatlichen Organe beschreiten sollten, hängt natürlich selbst wiederum davon ab, wie sicher diese Maßnahmen zum Erfolg führen und welche Alternative aus der Sicht der Gemeinschaft den größten Nettonutzen bringt. Würden z. B. in allen Wohnungen Sicherungseinrichtungen in einem Werte von insgesamt 100 Millionen installiert und wäre die erwartete Minderung im Wert des Diebsgutes insgesamt nur 50 Millionen, wäre der Weg über die Installierung von Sicherungseinrichtungen ineffizient, es wäre vermutlich für die Wohlfahrt der betroffenen Opfer sehr viel effizienter, wenn diese eine Versicherung abschließen würden, welche die durch Diebstahl  verursachten Schäden ersetzt. Die Versicherungsbeiträge, welche die potenziellen Opfer in diesem Falle zu entrichten hätten, wären sicherlich wesentlich geringer als die Anbringung sicherer Anlagen zur Abwehr von Diebstählen.

 

Kommen wir nochmals zurück zu dem oben angesprochenen Beispiel, dass der Staat Privatpersonen erlaubt, sich durch Handwaffen gegen mögliche Überfälle zu wehren. Auf diese Weise wird das von Dieben eingegangene Risiko auf zweierlei Weise erhöht. Auf der einen Seite müssen sie befürchten, dass es ihnen nun in weniger Fällen gelingt, bei einem Bruch erfolgreich zu sein, es besteht die Gefahr, dass nun der Dieb in mehr Fällen als bisher ohne Beute von seinem Bruch zurückkehrt. Auf der anderen Seite erhöhen sich nun die immateriellen Kosten eines Diebstahles, der Dieb muss nun befürchten, dass er unter Umständen angeschossen und verletzt wird, ja dass sogar eine gewisse Gefahr besteht, getötet zu werden. Damit wird automatisch der wahrscheinliche Wert des Bruchs vermindert, auch dann wenn ein erfolgeicher Bruch genauso viel wie bisher einbringt.

 

Es steigt also die Zahl der Fälle, in denen die legalen Beschäftigungsmöglichkeiten den größeren materiellen Gewinn versprechen und folgerichtig ist zu erwarten, dass sich weniger Personen dafür entscheiden, sich durch Diebstähle ihre Einkünfte zu erwerben.

 

Hierbei kommt es nicht auf ein alles oder nichts an. Ein Erfolg dieser Maßnahme setzt nicht voraus, dass alle Personen, die einem Diebstahl ausgesetzt sind, Handwaffen erwerben und darüber hinaus auch mit dieser Waffe umgehen können und den Angreifer mit Erfolg in die Flucht jagen können. Die durchschnittliche Verbrecherrate sinkt bereits dann, wenn es einem Teil der potenziellen Opfer gelingt, Einbrecher in die Flucht zu jagen.

 

Hierbei gilt es auch zu berücksichtigen, dass für die Frage, wie viel bisherige Täter von weiteren Diebstählen Abstand nehmen, nicht die allgemein bekannte Wahrscheinlichkeit, sondern die subjektive Wahrscheinlichkeit bestimmend ist. Und diese subjektiven Wahrscheinlichkeit unterscheiden sich von Dieb zu Dieb, sodass auf jeden Fall einige Diebe abspringen werden, wenn sie befürchten müssen, dass sich die Opfer mit Handwaffen wehren werden.

 

Eine besondere Rolle nimmt im Rahmen der politikökonomischen Forschung auch die Frage ein, ob wir auch im Bereich der Verbrechen ähnlich wie im wirtschaftlichen Bereich mit einer Tendenz zum Großbetrieb rechnen müssen. Die marktwirtschaftliche Theorie der Unternehmung hat gezeigt, dass in der Tat der Industrialisierungsprozess eine solche Tendenz sichtbar machte.

 

Der Grund hierfür liegt vor allem darin, dass der Mechanisierungsprozess dazu führte, dass über die Anschaffung von Maschinen der Anteil der Fixkosten an den Gesamtkosten einer Unternehmung stark anstieg. Fixkosten zeichnen sich dadurch aus, dass die Kosten (der Anschaffung einer Maschine) unabhängig davon anfallen, ob viel oder wenig produziert wird. Die fixen Stückkosten sinken deshalb mit der Ausweitung der Produktion. Würde eine Unternehmung mit einer bestimmten Produktionsanlage im Wert von 100.000 € nur ein Stück produzieren, so würden die fixen Stückkosten mit dem Gesamtwert der Anlage zusammenfallen. Würden hingegen mit der Anlage sagen wir 100.000 Stück produziert werden, so fielen die fixen Stückosten auf gerade 1 €, sie würden nahezu keine Rolle mehr spielen. Dies bedeutet aber, dass eine Unternehmung in diesem Falle überhaupt nur dann rentabel produzieren kann, wenn sie zur Massenproduktion übergeht.

 

Folgt man der Darstellung in Kriminalromanen und Fernsehspielen, so wird dort der Eindruck erweckt, dass auch schon längst im Verbrechen eine solche Tendenz zum Großbetrieb stattgefunden hat und dass die verbrecherische Welt von einigen wenigen ganz großen Verbrechersyndikate und Verbrecherkartellen gelenkt werde, welche ihren Einfluss wie eine supergroße Weltmacht über die ganze Welt ausübe.

 

Die Erfahrung zeigt, dass dieser Einfluss eindeutig übertrieben wurde. Zwar mag es sein, dass für einige wenige Bereiche z. B. des Drogenhandels in der Tat einige großen Drogenkartelle den  Markt für Drogen monopolistisch beherrschen, diese Tendenz gilt aber sicherlich nicht für das Verbrechen schlechthin. Auch gilt es zu berücksichtigen, dass es sich bei der Produktion und dem Vertrieb von Drogen ohnehin um das Angebot von materiellen Gütern – wenn auch um sehr schädliche Produkte  – handelt, dass in diesem Bereich in sehr viel stärkerem Maße die Gesetzmäßigkeiten vorherrschen, welche bei der Produktion materieller Güter einer Marktwirtschaft gelten.

 

Es gibt einen einleuchtenden Grund, weshalb diese Tendenz zum Großbetrieb für verbrecherische Handlungen im allgemeinen weniger gilt als für die Produktion materieller Güter. Mit der Zunahme der Unternehmungsgröße steigen nämlich die Kosten der Kontrolle und Überwachung der einzelnen ausführenden Beschäftigten überproportional an. Dieser Zusammenhang bedeutet selbst bei der normalen Produktion, dass mit dem Wachstum der Unternehmung ab einer bestimmten kritischen Größe die Koordinations- und Überwachungskosten so stark ansteigen, dass es auch hier so etwas wie eine optimale Unternehmungsgröße gibt, von der ab ein Konzern keinen Gewinn mehr dadurch erzielt, dass er seinen Umfang ausweitet.

 

Dies gilt noch in einem viel stärkeren Maße für die Organisation von Verbrechen. Die Kontrolle der einzelnen ein Verbrechen ausführenden Agenten kann ja hier nicht wie bei der Produktion an Ort und Stelle innerhalb der Mauern der Produktionsstätten ausgeübt werden, Verbrechen werden außerhalb einer Unternehmungsstätte vollbracht, deshalb muss sich ein weitverzweigtes Verbrechersyndikat allgemeiner Kommunikationswege bedienen, die aber eben nicht nur von den verbrecherischen Agenten, sondern auch von den staatlichen Organen, welche diese Verbrecher verfolgen, abgehört werden können.

 

Selbst die terroristische Organisation der Al Kaida kann nicht als ein Großkonzern im üblichen Sprachgebrauch bezeichnet werden, obwohl diese terroristische Gruppe Ziele verfolgt, welche in der Vernichtung der bestehenden Staatsordnungen bestehen, Ziele, welche normalerweise nur von großen Staaten realisiert werden können.

 

Die Al Kaida verfügt zwar über eine zentrale Spitze, die sich jedoch im Wesentlichen darauf beschränkt, potenzielle Attentäter für Selbstmordattentate auszubilden, sie weiterhin unter Umständen finanziell unterstützt und weltweite Propaganda zu verbreiten, die sich jedoch im Wesentlichen nur auf allgemeine Ermunterungen und Aufrufen zu mörderischen Taten beschränken, die aber so allgemein und unverbindlich gehalten sind, dass auf diese Weise die bedrohten Staaten keinerlei brauchbare Hinweise zu konkret beabsichtigten Anschlägen erhalten können.

 

Das die terroristischen Anschläge ausführende ‚Fußvolk‘ besteht hingegen aus einer Vielzahl nebeneinander bestehender örtlichen Zellen, welche ihre Anschläge selbstständig vorbereiten und auch in Konkurrenz zueinander stehen. Auch für die terroristische Organisation  der Al Kaida gilt das oben gesagte, dass eine straffe, von oben gelenkte Kontrollstruktur nicht nur in der Lage wäre, die Untergebenen zu lenken, sondern dass gerade die von der Zentrale ausgestreuten Informationen und Befehle auch von den feindlich gesinnten Staaten abgehört werden könnten.

 

Abschließend zu diesem Abschnitt wollen wir  überprüfen, inwieweit denn die zentrale Hypothese der Politökonomik, auch Kriminelle würden sich stets rational verhalten, auch der Wirklichkeit entspricht. Übernommen wurde ja diese These von der wirtschaftswissenschaftlichen Unternehmungstheorie, wonach Unternehmer im Allgemeinen ihre Handlungen so ausrichten, dass ihr Gewinn maximiert wird.

 

Nun lässt sich schon lange nicht mehr im Rahmen der Wirtschaftstheorie einfach die These wie von selbst aufstellen, die Unternehmer handelten eigennützig und versuchten dieses Ziel so effizient wie möglich und damit rational zu realisieren. Spätestens seit der Kritik von Hans Albert am Modellplatonismus muss akzeptiert werden, dass es mit dem Hinweis eines rationalen Verhaltens nicht ausreicht, einfach die unbewiesene These der Gewinnmaximierung zu behaupten und dann aus dieser Annahme weitere Schlussfolgerungen abzuleiten. Jede Hypothese über ein menschliches Verhalten bedarf der empirischen Überprüfung.

 

In der Tat lässt sich die neoklassische Theorie sehr wohl aufrechterhalten, wenn man von der empirisch überprüfbaren und wiederholt bestätigten Hypothese ausgeht, dass ein intensiver Wettbewerb der Unternehmungen untereinander diese zwingt, jede mögliche Gewinnsteigerung auszunutzen, da sie sonst Gefahr laufen, von den Konkurrenten ausgebootet zu werden.

 

Gilt ein solcher Zusammenhang aber auch für die Taten der Kriminellen? Führt auch hier ein Mechanismus dazu, der sie zwingt, ihre kriminellen Taten so effizient wie möglich auszuführen? Die Antwort besteht darin, dass es von der Art der kriminellen Handlung abhängt, ob von einem solchen gesellschaftlichen Anreiz tatsächlich ausgegangen werden kann.

 

Betrachten wir zunächst den Fall der Eigentumsdelikte, also den Diebstahl und Raub, denen gemeinsam ist, dass der Verbrecher Anstrengungen unternimmt, auf illegale Weise Einkünfte und Sachvermögen zu erwerben. Hier kann in der Tat davon ausgegangen werden, dass oftmals die Alternative zum Diebstahl eine ganz normale legale Beschäftigung als Arbeitnehmer oder auch als Selbstständiger wäre und hier wird man auch zu dem Schluss kommen können, dass in sehr vielen Fällen für die Täter die kriminelle Tat eine Alternative darstellt, welche einen wesentlich geringeren Aufwand zur Erlangung der materiellen Güter verursacht, als dann, wenn der Täter statt dessen einer legalen Beschäftigung nachginge.

 

Aber selbst hier kann man keinesfalls immer davon ausgehen, dass sich der Täter aufgrund einer rationalen Entscheidung für die illegale Alternative entscheidet. Rationalität setzt voraus, dass es überhaupt Alternativen gibt, deren Auswirkungen auf das individuelle Ziel bekannt sind. Aber gerade diese Voraussetzung darf für das große Herr kleiner Diebe gar nicht gegeben sein. Sie sind oftmals vollkommen ungebildet, sodass sie gar nicht die intellektuellen Voraussetzungen für die Ausführung einer normalen Beschäftigung besitzen, oftmals sind sie auch so arm, dass ihnen die Möglichkeit fehlt, als Selbstständiger tätig zu werden.

 

Eine ganz andere Situation ist bei einem großen Teil der Verbrechen gegeben. Vor allem Verletzungs- und Tötungsdelikte verfolgen nicht primär das Ziel, die Vermögenslage des Täters zu verbessern, sie erfolgen deshalb, weil man sich an dem Opfer für vergangene Beeinträchtigungen rächen will. Hier steht im Vordergrund das Rachegefühl, das den Täter dazu führt, die Tat zu vollbringen. Es sind zumeist keine rationalen Überlegungen, die hier zur Tat führen, oft würde eine rationale Überlegung den Täter daran hindern, diese Tat auszuführen.  

 

Ähnliche Schlussfolgerungen gelten für Triebtäter, keine rationalen Überlegungen oder auch nur vernünftig erscheinende Ziele führen den Triebtäter zu seiner Tat, er steht vielmehr in aller Regel unter einem sehr starken emotionalen Druck und die Tat wird dann einfach als Befreiung von diesem Druck angesehen. Gleiches dürfte auch für all diejenigen Täter gelten, welche aufgrund Veranlagung und Erziehung von sadistischen Gefühlen beherrscht werden, denen es bei Ausführung ihrer Taten gar nicht um eigene Bereicherung geht, die vielmehr eine sadistische Freude daran empfinden, andere Menschen leiden zu sehen und sie zu quälen.

 

Wiederum andere Überlegungen gelten für Straftaten, die keinesfalls geplant waren, die aus einer nicht voraussehbaren Situation entstanden sind, so etwa, wenn jemand angegriffen wird und sich zur Wehr setzt, hierbei aber nicht etwa aus böser Absicht, sondern sich eher aus Unüberlegtheit oder Unvermögen zu einer Tat hinreißen lässt, die zur Abwehr des Angreifenden in dieser Stärke keineswegs notwendig gewesen wäre. Hier fehlt einfach die Zeit, um vor Ausführung noch eine rationale Überlegung darüber anzustellen, welche Reaktionen als adäquat angesehen werden können. Im Allgemeinen handelt in einer solchen Situation nur derjenige angemessen, der schon zuvor das richtige Reagieren auf unvorhergesehene Situationen eingeübt hat. Schließlich wird auch bei Vorgängen einer Art Lynchjustiz oder bei Vergehen, welche in der Masse verübt werden, keinerlei rationale Überlegungen der einzelnen Täter stattfinden.

 

Wir wollen also festhalten, dass die zentrale These der politökonomischen Theorie: die Annahme rationalen Verhaltens der Verbrecher lediglich für einen Teil der Straftaten aufrecht erhalten werden kann.

 

 

4. Die Opfer

 

Wir wollen unsere Analyse des Rechtssystems fortsetzen und uns nach der Verhaltensweise der Opfer einer Straftat fragen. Die Wirtschaftstheorie unterstellt auch für die Konsumenten der materiellen Güter genauso wie für die Unternehmer, dass sie alle ihre Entscheidungen einem Rationalkalkül unterziehen und hierbei ihren eigenen Nutzen zu maximieren suchen. Allerdings steht diese Hypothese auf recht schwachen Füßen. Während wir – wie im vorhergehenden Abschnitten gezeigt  – für das Unternehmerverhalten davon ausgehen konnten, dass unter der Voraussetzung intensiven Wettbewerbs vom marktwirtschaftlichen System starke Anreize ausgehen, um ein solches Gewinn maximierendes Verhalten zu erzwingen, fehlen im Hinblick auf das Verhalten der Konsumenten analoge Anreize, welche die Individuen zu einem Nutzen maximierendem Verhalten zwingen.

 

Natürlich wird man zumindest für die privaten Haushalte, welche über ein geringes Einkommen verfügen, unterstellen können, dass die wirtschaftliche Not sie zwingt, ihr geringes Einkommen so rational wie möglich einzusetzen und zu Sparen (im Sinne eines effizienten Verhaltens) wo immer nur möglich. Sobald aber das private Einkommen das kulturelle Existenzminimum deutlich übersteigt – und das gilt in den wirtschaftlich am weitesten entwickelten Volkswirtschaften für mehr als 2/3 der Gesamtbevölkerung – entfällt dieser Zwang weitgehend. Man wird auch vermuten können, dass große Teile der Individuen sogar höchst verschwenderisch und unüberlegt über ihr Einkommen verfügen, sodass bei den Konsumenten kaum von einem durchgehend rationalen Verhalten gesprochen werden kann.

 

Die Wirtschaftstheorie half sich aus dieser Sackgasse oftmals dadurch, dass sie den Begriff der Nutzenmaximierung enorm ausweitete. Nach der Theorie der enthüllten Präferenzen gibt das einzelne Individuum durch seine Kauf- und Konsumakte kund, bei welcher Alternative es seinen Nutzen maximiert. Bei Zugrundelegung dieser Definition können auch Verhaltensweisen, welche für den größten Teil der Individuen für gerade zu absurd angesehen werden, immer noch als Nutzen  maximierend eingestuft werden.

 

Nehmen wir das Beispiel, dass jemand vor versammelter Mannschaft ein 500€-Schein hervorzückt und diesen vor allen Augen mittels eines Feuerzeugs anzündet, so lässt sich mit dieser Definition immer noch sagen, die betreffende Person hat ihren Nutzen immer noch maximiert, gerade dadurch, dass sie dieses absurde Verhalten an den Tag legte, hat sie kund getan, dass der mit einem solchen Tun verbundene Nervenkitzel dieser Person eben 500€ wert gewesen sei.

 

Man kann natürlich im Grunde definieren wie man will, man muss sich nur darüber im Klaren sein, dass hier die These von der Nutzenmaximierung zu einer nichtssagenden, vollkommen inhaltlich entleerten Tautologie wurde. Einen informativen Gehalt erlangt eine Hypothese erst dann, wenn es zumindest denkbar ist, dass ein Individuum sich auch anders verhalten kann, als mit dieser These behauptet wird. Jede wissenschaftliche Aussage muss falsifizierbar sein. Somit ist also für die Wissenschaft mit dieser Ausweitung des Begriffs der Nutzenmaximierung nicht viel gewonnen.

 

Fragen wir uns also nun, ob wir für die Opfer von Straftaten unterstellen können, dass sie in ihren Aktivitäten zur Abwehr des Schadens rational handeln und ob ein solches Verhalten als realistisch unterstellt werden kann in einem tieferen Sinne als einfach deshalb, weil es den Individuen besser ginge, wenn sie alles mögliche zur Abwehr tun würden, zumindest solange, als die Kosten der Abwehr geringer eingestuft werden müssen als der potenzielle Schaden aufgrund der Tat eines Täters.

 

Nehmen wir nochmals das oben angeführte Beispiel, dass sich Privatpersonen durch Anschaffung einer Handwaffe gegen Überfälle und Einbrüche zu wehren suchen. Ein rationales Verhalten würde voraussetzen, dass jeder, welcher sich eine Handwaffe zum Schutz vor Überfälle und Einbrecher besorgen würde, auch einen Kurs im Umgang mit Waffen belegen würde, da er sonst nicht nur Gefahr läuft, sich selbst zu verletzen, sondern dass auch der Dieb häufiger von Waffen Gebrauch macht. Die Gefahr wäre hier gegeben, dass der verursachte mögliche Schaden die Vermögensverluste übersteigt, welche bei einem Einbruch befürchtet werden müssen.

 

Natürlich müssen wir auch hier davon ausgehen, dass diese Schäden nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu befürchten sind, dass also der wahrscheinliche Wert dieser zusätzlich angerichteten Schäden weit geringer ist als der maximal mögliche Schaden. Trotzdem ist davon auszugehen, dass die Masse der Individuen ausgesprochen risikoscheu ist, dass deshalb das subjektiv empfundene Risiko weit höher ist als das objektive Risiko und dass aus diesen Gründen in aller Regel die Anschaffung einer Handwaffe keine rationale Entscheidung darstellt.

 

Auch für die Opfer müssen wir davon ausgehen, dass es mehrere Alternativen gibt, welche zur Abwehr von Einbrüchen und Überfällen eingesetzt werden können und auch hier muss überprüft werden, welches jeweils die effizientere Alternative darstellt. Anstelle von Handwaffen können die potenziellen Opfer auch einen Selbstverteidigungskurs belegen oder Sicherungsanlagen anschaffen oder ihre Vermögensbestände weitgehend in gesicherten Banktresors hinterlegen. Wohl kaum dürfte von vornherein sicher sein, dass das Anschaffen von Handwaffen die stets effizienteste Methode darstellt, sich gegen Einbrüche und Überfälle zu wehren.

 

Ganz davon abgesehen, dass sich der Gebrauch von Waffen für viele Bürger als nicht akzeptable Alternative anbietet, da aus Gewissensgründen jeder Versuch eines Gerbrauchs von Waffen gegenüber Menschen schon aus Gewissensgründen nicht in Frage kommt. Ein rationales Verhalten schließt nicht aus, bestimmte technisch mögliche Alternativen von vornherein aus grundsätzlichen Überlegungen heraus auszuschließen. Ein Unternehmer, der es ablehnt, durch Anwendung von Mafiamethoden seinen Gewinn zu vergrößern, handelt nicht deshalb schon irrational. Rationalität bedeutet immer, unter legalen und als sittlich erlaubten Alternativen diejenige Methode auszuwählen, welche im Hinblick auf die gewählten erlaubten Ziele am effizientesten erscheint.

 

In Kriminalromanen wird bisweilen die Vorstellung entwickelt, dass es an besonderen Eigenschaften der Opfer liege, dass gerade sie als Opfer ausgewählt wurden. Diese These mag zum Teil zutreffen, da es natürlich auch von Umständen, die im Bereich der Opfer liegen, abhängt, inwieweit der Täter seine Ziele verwirklichen kann. Wir haben im vorhergehenden Abschnitt gesehen, dass sich die einzelnen Alternativen darin unterscheiden, welche Kosten sie verursachen, welche Erträge zu erwarten sind und wie wahrscheinlich Kosten und Erträge eintreten.

 

Wenn ein Dieb wahrnimmt, dass ein Gebäude durch eine moderne Alarmanlage gesichert ist, so bedeutet dieser Umstand, dass die Wahrscheinlichkeit, dass der Einbruch misslingt, stark angestiegen ist. Also wird der Dieb den Einbruch in anderen weniger gesicherten Wohnobjekten in aller Regel bevorzugen. Auch stellen natürlich Luxusvillen für einen Einbrecher sehr viel geeignetere Einbruchsziele dar als heruntergekommene Reihenhäuser in einer ärmlichen Siedlung.

 

Eine ausgeprägte Opfer-Täterbeziehung dürfte auch bei sexuellen Triebdelikten vorliegen, es liegt sicherlich auch an dem äußeren Aussehen, an der jeweiligen Kleidung und am Auftreten einer Frau, ob sie gerade Opfer eines Sexualverbrechens wird. Hier kann das potenzielle Opfer durch eigene Vorkehrungen die Wahrscheinlichkeit, Opfer zu werden in aller Regel verringern. Bei der Vielzahl der Beziehungstaten ist es ohnehin nur ein ganz enger Personenkreis, der z. B. zum Opfer eines Racheaktes wird. Hier sind allerdings die Möglichkeiten der Abwehr sehr viel geringer.

 

Fortsetzung folgt!