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Rückzug aus dem Interkontinentalhandel?

 

 

Gliederung:

 

1. Das Problem

2. Die Existenz externer Kosten

3. Zölle, Kontingente und nichttarifäre Handelshemmnisse

4. Die Subventionspolitik der Staaten

5. Monopole

6. Ruinöse Konkurrenz

7. Schlussfolgerungen

 

              

                1. Das Problem

 

Lange Zeit schien es ausgemacht, dass Trump durch Verhängung von Strafzöllen einen Handelskrieg mit dem Rest der Welt beginnen wolle und dass auf diese Weise der Interkontinentalhandel zusammenbreche.

 

Die jüngsten Verhandlungen zwischen Juncker und Trump scheinen zwar diese Gefahr gebannt zu haben, es bleibt aber abzuwarten, ob Trump tatsächlich gewillt ist, diese Krise zwischen den USA und Europa für immer zu beenden und durch Abschluss eines neuen Handelsvertrages sogar die Abschaffung der noch vorhandenen Zölle herbeiführen möchte.

 

Es besteht Einigkeit in der Frage, dass ein Handelskrieg allen beteiligten Staaten, den USA genauso so wie der Europäischen Gemeinschaft in hohem Maße schaden würde, wobei aufgrund des sehr hohen Exportanteils der Bundesrepublik bei einem Handelskrieg der Schaden Deutschlands besonders hoch sein würde und dass umgekehrt eine Abschaffung nahezu aller Zölle zwischen Europa und den USA einen hohen Wachstumsimpuls auslösen würde.

 

Freihandel führt nämlich im Allgemeinen über eine vermehrte Arbeitsteilung zu einer weltweiten Produktivitätssteigerung und vermutlich würde auf diesem Wege auch die Zahl der Arbeitsplätze vermehrt und damit die Zahl der Arbeitslosen vermindert werden können.

 

Trotzdem ist es berechtigt, die Frage zu stellen, ob der starke Interkontinentalhandel tatsächlich wirtschaftlichen Wohlstand garantiert und die einzige Möglichkeit darstellt, den wirtschaftlichen Wohlstand zu wahren.

 

Dieser Interkontinentalhandel bringt nämlich sehr wohl ernstzunehmende Schwierigkeiten und damit Wohlfahrtsverluste mit sich. Erstens führt er zu einer Aufblähung des Verkehrs. Nun zählt der Verkehr zu den Wirtschaftszweigen mit der höchsten Umweltbelastung, dies gilt in besonderem Maße für den Luftverkehr, aber auch für den Straßenverkehr.

 

Zwar ist es richtig, dass durch Veränderungen im Verkehrswesen, z. B. durch den Umstieg vom Benzinauto zum Elektroauto eine spürbare Verminderung der Umweltbelastung durch den Verkehr erreicht werden könnte. Hierbei gilt es allerdings zu berücksichtigen, dass dieser Übergang nur dann zu einer spürbaren Reduzierung der Umweltbelastung zur Folge hat, wenn der Strom nicht selbst wiederum in Kohle-, Gas- oder Ölkraftwerken erzeugt wird.

 

Für die Auswirkungen auf die Umwelt ist allein die gesamte Umweltbilanz maßgebend, von der Erzeugung der Kraftwerke über den Verbrauch an Energie bis hin zur Entsorgung der nicht mehr benötigten Kraftwagen. Und in diesem Zusammenhang ist es keineswegs von vornherein sicher, dass der Übergang zum Elektroauto eine spürbare Verminderung der Umweltbelastung zur Folge hat.

 

Zweitens entstehen im Zusammenhang mit dem Interkontinentalhandel hohe Zeitkosten. Waren wie z. B. Lebensmittel können wegen der langen Lieferzeiten verderben. Sie werden deshalb oftmals unreif gepflückt und verlieren auf diese Weise an Nährwert oder sie werden sterilisiert und verlieren deshalb an Geschmack oder aber sie werden per Flugzeug verfrachtet und werden auf diese Weise nicht nur wesentlich teurer, sondern verursachen in hohem Maße eine weitere Umweltverschmutzung.

 

Zeitkosten fallen aber nicht nur bei den verderblichen Waren an. Die Tatsache, dass Waren aus einem anderen Kontinent geliefert werden, vergrößert auf jeden Fall die Lieferzeit. Nun werden viele Güter sehr schnell benötigt, da sie als Ersatz für beschädigte Güter dienen und bei denen der Produktionsprozess, aber auch der Konsumgenuss unnötig lang verzögert wird  und bei denen auf diese Weise wiederum zusätzliche Kosten verursacht werden.

 

Hier entsteht die Frage, ob man sowohl die Umweltverschmutzung als auch die Zeitkosten wesentlich verringern könnte, wenn man den Interkontinentalhandel verringern würde, also einen großen Teil des täglichen Bedarfs durch Produkte aus der unmittelbaren Umgebung befriedigen könnte.

 

Natürlich wäre es ein falsches Ziel, wollte man für die einzelnen Kontinente eine vollständige Autarkie in dem Sinne anstreben, dass sich die einzelnen Kontinente 100 prozentig selbst versorgen würden, also Europa oder Asien oder Amerika zu einer autarken Zone erklärt würden, welche zu anderen Kontinenten überhaupt keinen Außenhandel betreiben, also weder Waren importieren noch exportieren.

 

Eine solche Lösung wäre weder möglich noch wünschenswert. Fernhandel hat es zu allen Zeiten gegeben. Es gibt fast in jedem Kontinent bestimmte Rohstoffe, welche auf der einen Seite zur Produktion dringend benötigt werden und welche auf der anderen Seite auf diesem Kontinent nicht vorkommen.

 

Diese Lösung wäre auch nicht wünschenswert, da gerade die Vielfältigkeit der Vorkommen, aber auch der Fertigkeiten eine wesentliche Bereicherung darstellen, auf die bei vollständiger Autarkie verzichtet werden müsste.

 

Auch gilt es zu berücksichtigen, dass der interkontinentale Handel eindeutige Vorteile mit sich bringt. Wenn z. B. in einer bestimmten Gegen wegen einer Missernte nicht genügend Nahrungsmittel zur Verfügung stehen, dann kann eben durch den Interkontinentalhandel Abhilfe gebracht werden, da in aller Regel nicht davon ausgegangen werden muss, dass in allen Gegenden Missernten eintreten.

 

Weiterhin muss man sich klar machen, dass die Mängel, auf die ich oben hingewiesen habe, nur deshalb auftreten, weil die Weltwirtschaft wesentliche Voraussetzungen nicht erfüllt, welche gegeben sein müssen, will man durch freien Handel ein Optimum an Produktion erreichen.

 

Prinzipiell kam man nämlich durchaus davon ausgehen, dass dann, wenn diese Voraussetzungen auf der ganzen Welt erfüllt wären, ein freier Handel ein optimales Ergebnis erzielen würde, in dem Sinne, dass ein interkontinentaler Handel nur zustande käme, wenn auf diese Weise gegenüber einem intrakontinentalem Handel ein Nutzenzuwachs erzielt werden kann.

 

Freie Unternehmer werden nämlich die Produktion oder Verkauf von Gütern nur dann vornehmen, wenn sie im Verkaufspreis zumindest die Kosten ersetzt bekommen, in der Regel sogar einen Gewinn erzielen. Die Kosten der Produktion im weiteren Sinne (einschließlich des Transportes) stellen aber aus gesamtwirtschaftlicher Sicht Opportunitätskosten dar, sie unterrichten darüber, welcher Nutzen gesamtwirtschaftlich durch den Abschluss eines Kaufvertrages dadurch entgeht, dass auf die zweitbeste, nicht gewählte Lösung verzichtet wird.

 

Die zur Produktion der einzelnen Güter benötigten Faktoren können ja immer nur für eine Verwendung eingesetzt werden, werden sie zur Produktion des Gutes A eingesetzt, stehen sie gerade aus diesem Grund für eine Produktion eines anderen Gutes B nicht zur Verfügung. Und aus diesem Grunde sind aus der Sicht der Gesamtwirtschaft die eigentlichen Kosten der Produktion des jeweils gewählten Gutes A immer die Nutzenentgänge, welche dadurch entstehen, dass die zweitbeste, aber nicht gewählte Verwendung nicht ergriffen wurde.

 

Und wenn nun nur solche Produktionen auf lange Sicht durchgeführt werden, bei denen die Erlöse (Nutzensteigerungen) die Kosten übersteigen, ist auch sichergestellt, dass jeweils die Verwendung knapper Ressourcen eingesetzt wird, welche einen Nutzengewinn darstellt und in diesem Sinne die bestmögliche Lösung darstellt.

 

Nur deshalb, weil in der Realität im Zusammenhang mit dem Interkontinentalhandel nicht alle wesentlichen Voraussetzungen dafür vorliegen, dass jeweils die bestmögliche Lösung realisiert wird, muss davon ausgegangen werden, dass nicht nur solche Waren über Kontinente hinweg transportiert werden, bei denen einheimische Waren einen geringeren Nutzen aufweisen und somit der Handel zwischen den Kontinenten einen volkswirtschaftlichen Gewinn herbeiführt.

 

Aber auch dann, wenn wir in der Realität davon ausgehen müssen, dass jede reale Weltwirtschaft in vielfältiger Sicht unvollkommen ist, gibt es immer zwei Möglichkeiten, wie man die reale Situation verbessert. Man kann, wie gefordert, den Interkontinentalen Handel durch administrative Maßnahmen verringern und durch den Konsum einheimischer Waren ersetzen oder aber man kann sich darum bemühen, nachträglich die Voraussetzungen für einen möglichst optimalen Handel herbeizuführen.

 

Zur Klärung dieser Frage gilt es im Weiteren die Bedingungen zu kennzeichnen, welche notwendig sind, damit ein Freihandel auch im Allgemeinen zu einer Nutzensteigerung führt bzw. aufzuzeigen, aus welchen Gründen heutzutage diese Voraussetzungen nicht vorliegen.

 

 

2. Die Existenz externer Kosten

 

Einer der wichtigsten Gründe dafür, dass der Welthandel nicht von selbst zu optimalen Ergebnissen führt, liegt in der Existenz externer Kosten. Von externen Kosten sprechen wir immer dann, wenn einer Volkswirtschaft oder in unserem Falle der Weltwirtschaft Kosten (Nutzeneinbußen) entstehen, welche nicht in die Kostenrechnung der Unternehmer eingehen.

 

Die heutzutage wichtigste Form externer Kosten liegt sicherlich in der Umweltverschmutzung. Bei der Produktion im weiteren Sinne des Wortes wird z. B. über Schornsteine Kohlendioxid in die Luft abgeführt und auf diese Weise die Ozonschicht vernichtet, was selbst wiederum zu einer allgemeinen Erwärmung, Anstieg des Meeresspiegels und damit zu der Gefahr führt, dass ganze Landstriche im Meer versinken.

 

Umweltgifte entstehen nicht nur im Zusammenhang mit der Produktion der einzelnen Güter im engeren Sinne des Wortes, sondern vor allem auch im Verkehr, da die am häufigsten eingesetzten Fahrzeuge (Flugzeuge, Kraftwagen mit Benzinantrieb) in besonderem Maße Kohlendioxyd sowie Stickstoffe in die Luft abgeben.

 

Wie schon gesagt, eine optimale Verwendung der materiellen Ressourcen könnte nur dann erwartet werden, wenn restlos alle bei der Produktion und beim Transport der Güter verursachten gesamtwirtschaftlichen Kosten in die Kalkulation der Unternehmungen und damit auch in die Preise der einzelnen Güter Eingang fände, mit anderen Worten, wenn es keine externen Kosten gäbe.

 

Worin liegt jedoch der eigentliche Grund dafür, dass Unternehmungen nicht alle bei der Produktion der Güter verursachten Kosten übernehmen müssen? Wesentliche Ursache für die Umweltverschmutzung der Luft sowie der Gewässer liegt darin, dass es sich hierbei um freie Güter handelt, welche der Allgemeinheit gehören und deshalb nicht im Besitz einzelner Individuen liegen.

 

Würden sie im Besitz einzelner Individuen liegen, wären diese nur dann bereit, diese Ressourcen an andere abzugeben, wenn die Käufer dieser Ressourcen bereit wären, zumindest die Kosten (Nutzenentgänge) der Besitzer dieser Ressourcen im Zusammenhang mit dem Verkauf dieser Ressourcen ersetzen würden. Es wäre dann auch sicher gestellt, dass Ressourcen nur dann zur Verfügung gestellt werden, wenn die Käufer die vollen Kosten dieser Transaktion übernehmen würden und die Käufer wären hierzu nur dann bereit, wenn die Erlöse aufgrund der Inanspruchnahme dieser Ressourcen zumindest ihre Kosten abdecken würden.

 

Die Vertreter der property right - Bewegung haben nun auf der Grundlage dieser Erkenntnis einen Vorschlag gemacht, auf welchem Wege die mit der Umweltverschmutzung verbundenen externen Kosten internalisiert werden können. Der Staat müsse als Vertreter der Allgemeinheit Verschmutzungsrechte an die Unternehmungen verkaufen.

 

Auf diese Weise entstünde bei den Unternehmungen ein starker Anreiz, nach neuen umweltfreundlichen Technologien Ausschau zu halten. Sie könnten dann den Teil der Umweltverschmutzungsrechte an der Börse weiterverkaufen, den sie aufgrund der neuen Technologien nicht mehr benötigen.

 

Dieser Vorschlag wurde in der Öffentlichkeit immer wieder kritisiert, da auf diese Weise nicht sichergestellt sei, dass auch weniger Umweltverschmutzung verursacht werde. Wenn die Verschmutzungsrechte von den Unternehmungen verkauft würden, dann würde zwar pro Produktionseinheit weniger Umweltverschmutzung hervorgerufen, die gesamte Umweltverschmutzung würde aber trotzdem nicht verringert, da eben nun mit den freigewordenen Umweltverschmutzungsrechten mehr Produkte, welche Umweltverschmutzung hervorrufen, produziert würden.

 

Dieser Vorwurf geht jedoch an der Zielsetzung dieses Vorschlages vorbei. Die Ausgabe von Verschmutzungsrechten seitens des Staates ist lediglich der erste Schritt dieses Konzeptes, dem ein zweiter Schritt notwendiger Weise folgen muss.

 

Durch den Verkauf der Verschmutzungsrechte werden allein Anreize gesetzt, neue umweltfreundlichere Technologien zu entwickeln. Sobald diese Anreize greifen und umweltfreundlichere Technologien entwickelt sind, hat der Staat schrittweise einen Teil der Verschmutzungsrechte zurück zu kaufen. Erst dann findet insgesamt ein Rückgang in der Umweltverschmutzung statt.

 

Würde der Staat einfach per Gesetz eine Reduzierung der Produktion umweltverschmutzungsintensiver Produkte verordnen, bestünde die Gefahr, dass auf diesem Wege zwar die Umweltverschmutzung verringert würde, dass dies aber auf Kosten des wirtschaftlichen Wachstums erfolgen würde und dass im Zuge dieser Maßnahmen die Arbeitslosigkeit stark ansteigen würde.

 

Durch die Schaffung und Verkauf von Verschmutzungsrechten wurde überhaupt erst die Möglichkeit geschaffen, die Umweltverschmutzung zu reduzieren, ohne dass dies auf Kosten des genau so wichtigen Zieles der Vollbeschäftigung erfolgen würde. Erst beide Maßnahmen: die Schaffung und der Verkauf von Verschmutzungsrechten sowie deren späteren Rückkauf durch den Staat führt zu dem erwünschten Ziel.

 

 

3. Zölle, Kontingente und nichttarifäre Handelshemmnisse

 

Eine optimale Verwendung der materiellen Ressourcen wird derzeit zweitens auch dadurch behindert, dass die Staaten den internationalen Handel durch Zölle, Kontingentierungen und über nichttarifäre Handelshemmnisse behindern. Zwar ist das Zollniveau nach dem 2. Weltkrieg in starkem Maße reduziert worden, so entfielen mit der Schaffung der Europäischen Gemeinschaft nahezu alle Zölle zwischen den europäischen Staaten. Es verblieb jedoch im Zusammenhang mit dem interkontinentalen Handel nach wie vor ein hohes Zollniveau.

 

Aufgrund dieser restriktiven Handelspolitik der Staaten wurden die internationalen Preisverhältnisse verzerrt, entweder dadurch, dass der Importzoll auf die Preise der importierten Güter aufgeschlagen wurde und insofern die Preisrelationen gegenüber den Exportgütern verzerrt wurden. Auch das unterschiedliche Niveau der Importzölle untereinander trug zu einer zusätzlichen Verzerrung der Preisrelationen bei.

 

Oder aber das Angebot an Importgütern wurde durch Kontingentierung oder durch nichttarifäre Handelshemmnisse verringert und der Preis dieser Güter steigt aufgrund dieser künstlichen Verringerung an.

 

In beiden Fällen weichen die Preisrelationen mehr oder weniger von den Knappheitsverhältnissen ab und aus diesen Gründen entsprechen die realisierten Verwendungen der knappen Ressourcen nicht mehr der optimalen Verwendung. Wiederum gilt wie bei den externen Effekten, dass die den Unternehmungen anfallenden privaten Kosten nicht mehr den den Volkswirtschaften bzw. der Weltwirtschaft entstehenden Kosten entsprechen.

 

Der Unterschied zum Fall der externen Kosten besteht dann lediglich darin, dass bei Vorliegen externer Kosten den Unternehmungen weniger Kosten als der Gesamtwirtschaft entstehen, während aufgrund einer Zollpolitik den Unternehmungen höhere Kosten als der Gesamtheit entstehen.

 

 

4. Die Subventionspolitik der Staaten

 

Auch die Subventionspolitik der Staaten führt zu einer Verzerrung der Preisverhältnisse und damit zu einer suboptimalen Verwendung der knappen Ressourcen. Im Grunde genommen liegt hier der gleiche Zusammenhang wie bei der Zollpolitik vor, nur eben mit negativen Vorzeichen.

 

Während Importzölle bei den mit einem Zoll belegten Gütern zu einer Preissteigerung führen, bewirken Subventionen eine Reduzierung der subventionierten Güter. Während bei Erhebung eines Importzolles die einheimische Industrie dadurch geschützt werden soll, dass die konkurrierenden Produkte aus dem Ausland verteuert werden, erfolgt der Schutz der einheimischen Industrie bei einer Subventionspolitik dadurch, dass die begünstigte einheimische Industrie ihre Waren unter den tatsächlichen Produktionskosten verkaufen kann.

 

In beiden Fällen, sowohl bei der Einführung von Schutzzöllen wie bei der Gewährung von Subventionen, wird argumentiert, die einheimische Industrie müsse vor der Konkurrenz des Auslandes geschützt werden, da entweder die ausländische Industrie bereits weiterentwickelt sei und im Gegensatz zur einheimischen Industrie deshalb keine Entwicklungskosten mehr zu tragen habe oder da auch das Ausland ihrer Industrie Subventionen gewähre.

 

Während die Schwierigkeit bei der Schutzzollpolitik vor allem darin liegt, dass es sehr schwer ist, den Zoll wieder abzuschaffen, wenn die erste Entwicklungsphase der einheimischen  Industrie abgeschlossen ist und deshalb keine Startungleichheiten mit der ausländischen Industrie mehr bestehen, liegt die Hauptschwierigkeit bei der Subventionspolitik darin, dass hier zumeist nach dem Gießkannenprinzip verfahren wird und alle Unternehmungen subventioniert werden und dass auf diese Weise auch Unternehmungen gefördert werden, welche nicht nur für die Anfangszeit, sondern generell nicht konkurrenzfähig sind.

 

Auf diese Weise werden nicht nur knappe Mittel verschleudert, sondern gerade auch die produktiveren Unternehmungen unnötig dadurch behindert, dass sie nun zwar nicht Wettbewerb aus dem Ausland, aber sehr wohl aus dem Inland zu erwarten haben.

 

Genauso wie die Erhebung von Importzöllen stets dazu geführt hat, dass auch die Staaten, gegen welche diese Zölle erhoben wurden, ihrerseits mit einer Erhebung von Importzöllen geantwortet haben und dadurch ein Zollkrieg entstanden ist, genauso besteht die Gefahr, dass es auch zu einer Art Subventionskrieg zwischen den Staaten kommt, der in gleicher Weise den internationalen Handel behindert und die weltweite Produktivität  bei einem Zollkrieg verringert.

 

Natürlich mag es richtig sein, dass ein Staat nur dann das Ausland dazu bewegen kann, die Subventionen wieder abzuschaffen, wenn er seinerseits bisher seiner Industrie Subventionen gewährt hat. Um so wichtiger ist die Forderung, dass kein Staat mit einer Subventionierung seiner Industrie beginnen sollte, da sie nur die ausländischen Staaten auf den Plan ruft, ihre Industrie ebenfalls zu subventionieren und da gerade dadurch die erhoffte Begünstigung der eigenen Industrie vereitelt wird.

 

Im Gegensatz zur Zollpolitik, welche dem einen Zoll erhebenden Staat zusätzliche Einnahmen verschafft, belastet die Subventionspolitik den Staat durch zusätzliche Ausgaben. Und da diese Ausgaben wie gezeigt langfristig ihr Ziel verfehlen, hätten diese Steuergelder auf jeden Fall an anderer Stelle einen höheren Nutzen gebracht.

 

 

5. Monopole

 

Eine optimale Verwendung der knappen Ressourcen ist weiterhin nur dann zu erwarten, wenn zwischen den Unternehmungen vollständige Konkurrenz vorliegt. Von vollständiger Konkurrenz sprechen wir immer dann, wenn eine Vielzahl von Unternehmungen gegeben ist und kein Unternehmer einen so großen Anteil am Gesamtumsatz aufweist, dass es ihm gelingt, durch künstliche Verknappung des Angebotes eine Preissteigerung zu erzielen.

 

Denn ein optimaler Einsatz der knappen Ressourcen liegt nur dann vor, wenn die Preisverhältnisse den Kostenverhältnissen entsprechen und nur bei vollständiger Konkurrenz entspricht der Verkaufspreis den Grenzkosten der Produktion.

 

Die Wirtschaftstheorie spricht hierbei vom Mengenanpasser, welcher den Preis so nimmt, wie er sich aufgrund von Angebot und Nachfrage von selbst einstellt und die Produktionsmenge solange variiert, bis der von außen gegebene Preis den Grenzkosten entspricht, wobei davon ausgegangen wird, dass die Grenzkosten von einer bestimmten kritischen Angebotsmenge ab mit wachsender Produktion ansteigen.

 

Würde der Unternehmer in dieser Situation den Versuch unternehmen, den Preis heraufzusetzen, so würden seine Kunden zur Konkurrenz abwandern, welche den Preis nicht zu erhöhen versuchen. Auch eine Preissenkung, um den Absatz auf diese Weise zu erhöhen, bringt dem Unternehmer keinen zusätzlichen Gewinn. Er hat keine ernstzunehmenden Absatzschwierigkeiten. Dass er nicht mehr produziert als er tatsächlich produziert, liegt allein daran, dass eine Ausweitung der Produktion dazu führen würde, dass sich die Grenzkosten über den Preis anheben würden und dass er auf diese Weise sogar eine Reduzierung seines Gewinnes befürchten müsste.

 

Für einen Monopolisten hingegen gilt, dass er sein Gewinnmaximum erst dann erzielt, wenn der Grenzerlös (und nicht der Preis allein) den Grenzkosten entspricht. Von einem Angebotsmonopol sprechen wir immer dann, wenn ein Unternehmer als einziger eine bestimmte Ware anbietet.

 

Monopolisten neigen dazu, dadurch ein Monopol für ihre Erzeugnisse zu erlangen, dass sie die Eigenschaften ihres Produktes leicht abändern und dadurch bei den potentiellen Kunden die Überzeugung hervorrufen, dass es sich um ein einziges Produkt handelt, das sich von den Produkten der Konkurrenz unterscheidet. Personenkraftwagen haben alle gemeinsam, dass sich die Besitzer dieser PKW’s im Straßenverkehr fortbewegen können.

 

Trotzdem gelingt es den Autoherstellern, bei ihren Käufern den Eindruck zu erwecken, dass ihre Produkte einmalig seien und nicht mit den Produkten der Konkurrenz verglichen werden können. Auf diese Weise ist es den Unternehmungen oftmals gelungen, ein Meinungsmonopol für ihre Produkte zu erzielen.

 

Auch über Werbung versuchen Unternehmer bei ihren potentiellen Käufern den Eindruck zu erwecken, als handle es sich um ein einmaliges Produkt.

 

Worin unterscheidet sich nun der Grenzerlös vom Preis und worin bestehen also die Unterschiede zwischen der Marktform einer vollständigen Konkurrenz und einem Angebotsmonopol?

 

Gerade weil der Monopolist ex definitione als einziger Anbieter eine bestimmte Ware anbietet, gelingt es ihm durch Verknappung seines Angebotes den Güterpreis und mit ihm auch seinen Erlös zu erhöhen.

 

Maßgebend ist hierbei die Tatsache, dass die Nachfrage der Konsumenten vom Preis abhängt, je teurer im Allgemeinen ein Gut ist, um so geringer ist die Nachfrage. Wenn es also dem Monopolisten gelingt, das Angebot zu reduzieren, dann sind die Käufer aufgrund dieser künstlichen Verknappung auch bereit, einen höheren Preis zu zahlen.

 

In diesem Falle hängt jedoch die Gewinnsituation nicht nur vom Verhältnis zwischen Preis und Grenzkosten ab. Wenn der Unternehmer unter Konkurrenzbedingungen eine Einheit mehr verkauft, so entsteht ihm als Erlöszuwachs gerade der Preis, den er für das zusätzlich verkaufte Produkt erzielt.

 

Der Monopolist hingegen muss bei einer Zunahme des Verkaufs einer Produkteinheit berücksichtigen, dass er zwar genauso wie der unter Konkurrenzbedingungen produzierende Unternehmer im Preis einen Erlöszuwachs erzielt, dass aber im Gegensatz zum Unternehmer unter Wettbewerbsbedingungen der Erlös partiell auch zurückgeht, da ja aufgrund der Erhöhung der Preise die Gesamtnachfrage nach diesem Produkt zurückgeht.

 

Der Grenzerlös des Monopolisten ist somit stets geringer als der Preis und dies hinwiederum hat zur Folge, dass das Angebot des Monopolisten unter sonst gleichbleibenden Bedingungen stets geringer ausfällt als unter Wettbewerbsbedingungen. Und dies schließlich bedeutet, dass bei Monopol die tatsächlich realisierten Verwendungen mehr oder weniger vom Optimum abweichen.

 

Hierbei gilt, dass die Abweichung vom Optimum um so größer ist, je unelastischer die Nachfrage nach Gütern ausfällt. Unelastizität der Nachfrage bedeutet, dass der Konsument die Ware dringend benötigt, so dass auch dann, wenn der Preis steigt, die Nachfrage nur gering reduziert werden wird, da die Konsumenten wenige Möglichkeiten sehen, zu anderen Verwendungsarten auszuweichen.

 

Halten wir also fest: Monopolistische Marktstrukturen bewirken, dass die optimale Verwendung der knappen Ressourcen mehr oder weniger je nach Monopolmacht, welche selbst wiederum von der Elastizität der Nachfrage bestimmt wird, verfehlt wird. Und dies bedeutet für unser Problem, dass bei stark monopolistischen Strukturen der interkontinentale Handel höher ausfällt, als dies eine optimale Verwendung der knappen Ressourcen erwünscht sein lässt.

 

 

6. Ruinöse Konkurrenz

 

Unsere  bisherigen Überlegungen könnten zu dem Schluss gelangen, dass im Hinblick auf die Marktform nur ein Monopol eine optimale Produktionslenkung verhindere. Es komme nur darauf an, dass die einzelnen Unternehmungen in Konkurrenz zueinander stünden, die Art des Wettbewerbs sei demgegenüber gleichgültig.

 

In Wirklichkeit kommt es jedoch in gleicher Weise darauf an, welche Art von Wettbewerb vorherrscht. Es gibt auch ruinösen Wettbewerb, welcher in gleicher Weise eine optimale Produktionslenkung verhindert wie das Monopol.

 

Wenn wir nicht auf die morphologische Marktstruktur eines einzelnen Landes, sondern der gesamten Welt schauen, müssen wir sogar davon ausgehen, dass weltweit gesehen nahezu kaum echte Monopole vorliegen, viel häufiger ist die Konkurrenz einzelner mächtiger Konzerne untereinander. Ich möchte im Weiteren zeigen, dass auch die Konkurrenz einiger Oligopole genau so gefährlich wie eine Monopolsituation sein kann.

 

Von einem Oligopol sprechen wir immer dann, wenn sich einige wenige Unternehmungen in den Markt teilen. Wichtig für diese Marktform ist es, dass die einzelnen Oligopolisten einen so großen Marktanteil aufweisen, dass sie sehr wohl in der Lage sind, über eine künstliche Verknappung ihres Angebotes den Marktpreis nachhaltig zu beeinflussen.

 

Wenn wir weiter oben davon gesprochen haben, dass Wettbewerb die wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass gerade die Güter produziert werden, welche von den Konsumenten nachgefragt werden, dann lag es gerade an dem Umstand, dass die einzelnen Unternehmer durch Veränderung ihres Angebotes nicht in der Lage sind, den Preis nachhaltig zu beeinflussen.

 

Es kommt für die Gefährlichkeit der Marktstruktur auch nicht so sehr darauf an, ob sich lediglich einige wenige große Unternehmungen im Markt befinden, die gleiche schädliche Wirkung muss auch dann befürchtet werden, wenn neben einigen wenigen großen Unternehmungen zusätzlich eine weitere, vielleicht sogar große Anzahl kleiner Unternehmungen vorhanden ist.

 

Letztere haben keinen Einfluss auf den Gesamtmarkt und gerade deshalb kommt es zur Beurteilung eines Marktes auch nicht darauf an, ob ein echtes Oligopol (einige wenige Unternehmungen mit einem beachtlichen Anteil am Gesamtmarkt) oder ein Teiloligopol (einige wenige große Unternehmungen plus einer beliebigen Anzahl kleiner Unternehmungen) vorliegt.

 

Worin besteht nun das Agieren einiger großer, mächtiger Konzerne und worin besteht der Schaden dieses Agierens? Der gegenseitige Wettbewerbskampf einiger großer Konzerne führt sehr oft zu einem ruinösen Wettbewerb.

 

Von ruinösem Wettbewerb sprechen wir immer dann, wenn einzelne Marktteilnehmer ganz bewusst den Güterpreis so niedrig ansetzen, dass sie vorübergehend Verluste erzielen.

 

Natürlich wollen auch diese Unternehmungen auf lange Sicht Gewinne, sogar sehr hohe Gewinne erzielen. Dass sie aber in einem ersten Schritt sogar bewusst Verluste in Kauf nehmen, stellt eine Art Investition dar. Investitionen zeichnen sich ja dadurch aus, dass der Investor in der ersten Periode Kosten aufbringt, um dann aufgrund dieser Investition in Zukunft zusätzliche Gewinne zu erzielen.

 

Auch der Oligopolist, der ruinöse Konkurrenz betreibt, setzt den eigenen Verlust bewusst ein, um auf diese Weise in Zukunft einen hohen Gewinn zu erzielen. Dass diese ruinöse Konkurrenz für denjenigen, der sie betreibt, überhaupt erfolgreich sein kann, liegt daran, dass nicht nur er, sondern auch sein Konkurrent auf diesem Wege vermutlich Verluste erzielt.

 

In diesem Falle kommt es nun darauf an, wer von den beiden Unternehmungen die größeren Verluste erzielt bzw. früher pleite geht und deshalb aus dem Markt ausscheidet. Wenn es nur zwei Gegenspieler gibt, würde in diesem Falle die ruinöse Strategie zum Erfolg führen, da der übrig Bleibende nun ein Monopol aufweist und gerade deshalb in der Lage ist, den Preis so stark anzuheben, dass die anfänglichen Verluste ersetzt und vermutlich sogar überkompensiert werden.

 

Aber auch dann, wenn sich mehr als zwei Konkurrenten zu Beginn im Markt befinden, kann diese ruinöse Strategie zum Erfolg führen, sofern der ruinöse Konkurrenz betreibende Oligopolist von allen den längsten Atem besitzt, also alle anderen zuvor Konkurs anmelden müssen.

 

Wovon hängt es aber ab, welcher Oligopolist den längsten Atem hat? Verluste können entweder mit Hilfe eines Vermögenspolsters oder auch dadurch überbrückt werden, dass eine Unternehmung kreditwürdig ist. Es könnte ja sein, dass eine Bank einer Unternehmung auch dann Kredite gewährt, wenn diese ohne diese Kredite pleite gehen würde, einfach deshalb, weil diese Bank darauf vertraut, dass die jeweils anderen Konkurrenten zuvor den Kürzeren ziehen und deshalb die Unternehmung mit der ruinösen Strategie überleben werden und die Kredite in Zukunft zurück zahlen können.

 

Ob eine solche ruinöse Strategie zum Erfolg führt, hängt nun entscheidend davon ab, ob der fragliche Oligopolist über die Vermögensverhältnisse und die Kreditwürdigkeit seiner Konkurrenten Bescheid weiß. Kennt er diese nämlich und ist seine Vermögenssituation besser, kann er mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass seine Strategie langfristig zum Erfolg führt.

 

In diesem Zusammenhang kommt dem Prinzip des Bankgeheimnisses eine essentielle ordnungspolitische Bedeutung zu. Wohlfahrtspolitisch gesehen ist eine ruinöse Konkurrenz schädlich und deshalb unerwünscht. Da nun ohne Bankgeheimnis die Gefahr groß ist, dass eine ruinöse Strategie zum Erfolg führt, ist zur Wahrung der Wettbewerbsordnung das Prinzip des Bankgeheimnisses unerlässlich.

 

 

Die Erwünschtheit des Bankgeheimnisses wurde in jüngster Vergangenheit allein unter dem Gesichtspunkt der Steuerflucht diskutiert. Und es wurde die Forderung erhoben, das Bankgeheimnis aufzugeben, um auf diese Weise Steuerflucht zu unterbinden oder zumindest zu erschweren.

 

Unsere Überlegungen zeigen jedoch, dass das Bankgeheimnis wesentliche Voraussetzung einer funktionierenden Wettbewerbsgesellschaft darstellt. Es wäre deshalb falsch, wollte man nur deshalb, um Steuerflucht zu erschweren, das Bankgeheimnis insgesamt über Bord werfen.

 

Es ist durchaus möglich zwischen privatem und öffentlichen Verkehr zu unterscheiden und das Bankgeheimnis für den privaten Verkehr aufrechtzuerhalten und trotzdem den Finanzbehörden das Recht einzuräumen, über die Finanzverhältnisse säumiger Steuerzahler bei den Banken Auskunft zu erhalten.

 

 

Um Steuerflucht zu verhindern, ist es nicht notwendig auch das Bankgeheimnis im privaten Bereich aufzugeben. Andererseits wird die Wettbewerbsordnung nicht gestört, wenn den Finanzbehörden das Recht eingeräumt wird, Auskünfte bei den Banken über säumige Steuerzahler zu erfragen.

 

 

7. Schlussfolgerungen

 

Fassen wir unsere Ergebnisse zusammen: Es spricht einiges dafür, dass der interkontinentale Handel einen größeren Umfang erreicht hat, als es erwünscht ist. Insofern wäre eine gewisse Reduzierung dieses Handels nicht unbedingt ein Schaden.

 

Wir haben aber auch gesehen, dass diese Suboptimalität im Wesentlichen damit zusammenhängt, dass die Voraussetzungen, welche für das Funktionieren einer Weltwirtschaft unerlässlich sind, heutzutage nicht gegeben sind.

 

Da die Regierungen ohnehin nicht in der Lage sind, festzustellen, welche Aufteilung der knappen Ressourcen auf die einzelnen Verwendungsarten optimal ist, ist es unerwünscht, dass eine suboptimale Situation durch staatliche Maßnahmen erzwungen wird.

 

Es ist stets der bessere Weg, wenn sich die Staaten darauf beschränken, die Voraussetzungen herbeizuführen, welche gegeben sein müssen, damit ein freier Handel automatisch zu optimalen Ergebnissen führt.

 

Der weitere Abschluss von Freihandelsabkommen ist somit allen protektionistischen Maßnahmen vorzuziehen. In der jüngsten Vergangenheit gerieten die Versuche zu solchen weltweiten Freihandelsabkommen in Verruf. Allerdings gilt es hier zu unterscheiden, wie auf der einen Seite die Abschaffung aller Handelshemmnisse zu beurteilen ist und ob es auf der anderen Seite erwünscht ist, unabhängig davon bei Streitigkeiten die nationalen Gerichte sowie bestimmte nationalen Bestimmungen wie. z. B. das Verbot der Einfuhr genmanipulierter Lebensmittel zu umgehen.

 

Diese beiden letzten Vorhaben haben nichts mit der Idee des Freihandels zutun. Und gerade aus diesen Gründen ist die Durchführung solcher zusätzlicher Bestimmungen von der Einführung des Freihandels zu trennen. Nationale Gerichte sollten nur dann umgangen werden können, wenn dies im Interesse beider betroffenen Nationen erwünscht ist.

 

Über ein Verbot jeglicher genmanipulierter Produkte kann man sehr unterschiedlicher Meinung sein. Natürlich kann es bei der Genmanipulation im Einzelfall Gefahren geben und wenn mit solchen Gefahren gerechnet werden muss, liegt es im Interesse der einzelnen Volkswirtschaften, solche Verfahren zu verbieten.

 

Aber diese Gefahr gibt es nicht für alle Genmanipulationen in gleichem Maße und deshalb wäre es eigentlich erwünscht, dass ein Verbot nur für diejenigen Produkte ausgesprochen würde, bei denen diese Gefahr groß ist. Aber unabhängig davon gilt, dass immer dann, wenn eine Nation ein Verbot aller genmanipulierter Produkte eingeführt hat, dieses Verbot nicht durch die Hintertür eines Freihandelsabkommens gegen den Willen dieser Nation aufgehoben werden sollte.