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Sozialismus Teil I

 

 

 

Gliederung:

 

 1.  Einführung

 2.  Gewaltlosigkeit und terroristische Gewalt

 3.  Der deterministische Ansatz

 4.  Die Arbeitswertlehre

 5.  Die Verelendungsthese

 6.  Die Diktatur des Proletariats

 7.  Das Egalitätsprinzip

 8.  Freiheit und Gerechtigkeit

 9.  Motiv und Wirkung

      10.  Das Vertrauen in den allmächtigen Staat

      11.  Die Abhängigkeit des Staates von materiellen Interessen

      12.  Die Neigung zur Ideologisierung

     

 

 

1.  Einführung

 

Nach einer weitverbreiteten Meinung sind junge Menschen glühende Anhänger des Sozialismus, wenden sich jedoch in ihren späteren Jahren Parteien und Bewegungen zu, welche in der Regel eine mittlere Position einnehmen. Für mich galt diese Entwicklung sicherlich nicht, mir schien schon sehr früh der Sozialismus – vor allem in seinen radikalen Formen – eine mit Fehlern durchsetzte Weltanschauung. Mein Studium der Wirtschaftswissenschaften bestätigte diese frühe Einsicht.

 

Vielleicht trug ja auch zu dieser Haltung die Vorgehensweise der kommunistischen Macht­­haber in der DDR bei, welche auf brutale Weise den Übergang zu einer sozialistischen Gesellschaft erzwangen. Vor allem aber festigten sich meine Überzeugungen über den Sozialismus in der zweiten Hälfte der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts, als ich meine Lehrtätigkeit an der Bochumer Universität aufnahm und mit eigenen Augen mit ansehen musste, wie sich die radikalen sozialistischen Studentenführer gegenüber den Dozenten verhielten, welche nicht bereit waren, ihren verschrobenen und utopischen Vorstellungen zu folgen, mit welchen gemeinen Tricks sie gegen Andersdenkende vorgingen und – wie ich selbst erlebt habe – einen Kollegen von mir schließlich dadurch in den Tod trieben, dass er seinen Kummer zu ertränken versuchte und schließlich an den Folgen einer Trunksucht zu Tode kam, welcher sich wohlgemerkt keines anderen Vergehens schuldig gemacht hatte, als dass er den sozialistischen Denkansatz entschieden ablehnte.

 

Gerade in der Art und Weise, wie sich diese Studentenbewegung entwickelt hatte, festigte sich in mir die Überzeugung, dass der Sozialismus keine überzeugende Weltanschauung ist und keineswegs – wie in intellektuellen Kreisen oftmals gedacht wird – eine an und für sich gute und richtige Weltauffassung darstellt, welche nur vom realen Sozialismus, vor allem den Machthabern des Sowjetkommunismus missbraucht und damit auch verraten wurde. Ganz im Gegenteil war und bin ich davon überzeugt, dass der Versuch einer konsequenten Einführung einer kommunistischen Gesellschaft notwendiger Weise zu einer Diktatur führen muss, deren Machthaber sich nicht scheuen, – wie es der reale Sozialismus auch getan hat – alle Gruppen, welche ihnen im Wege stehen, nicht nur zu bekämpfen, sondern schließlich auch auszurotten.

 

Ich möchte in diesem Artikel aufzeigen, zu welchen Irrtümern es im Rahmen des Sozialismus gekommen ist und warum ich den Sozialismus für kein erstrebenswertes Leitbild gehalten habe, weder die Grundideen noch ihre Realisierungen.

 

Zu diesen Irrtümern zählt erstens der Umgang mit der Gewalt, wobei der Sozialismus zwischen Gewaltlosigkeit und terroristischer Anwendung von Gewalt schwankt. Zunächst predigte man Gewaltlosigkeit und als man sah, dass man auf diese Weise die revolutionären Ideen nicht realisieren kann, wechselte man sehr schnell zu brutaler Gewalt über, die sich nicht scheute, die jeweiligen Gegner sogar zu ermorden.

 

Ein zweiter Fehler sozialistischer Lehren liegt in dem Versuch, nachzuweisen, dass die geschichtliche Entwicklung zwangsweise zu einer sozialistischen (kommunistischen) Gesellschaft führe. Der Fehler liegt hier also in dem Glauben an eine deterministische Abfolge der historischen Ereignisse.

 

Drittens beruhte die Arbeitswertlehre, welche Karl Marx von David Ricardo übernommen hatte, auf falschen Annahmen. Bereits die Arbeitswertlehre, so wie sie David Ricardo entwickelt hatte, fußte auf unrealistischen Annahmen und die Weiterentwicklung dieser Lehre bei Karl Marx führte zu weiteren unrealistischen Schlussfolgerungen.

 

Dieses Urteil gilt viertens vor allem für die Verelendungstheorie und für den Versuch, die Aussagen dieser Theorie durch mehrfache Umdeutung zu retten, nachdem die These von der zunehmenden Verelendung der Arbeitnehmer in kapitalistischen Systemen empirisch eindeutig widerlegt werden konnte.

 

Fünftens ging die Forderung nach einer Diktatur des Proletariats von falschen Voraussetzungen aus, weder war es richtig, dass die sozialen Missstände zu Beginn der Industrialisierung nur durch eine Diktatur überwunden werden können, noch entsprach es der Wirklichkeit, dass man eine einmal errichtete Diktatur nach einer kurzen Übergangsphase ohne weiteres Blutvergießen abschaffen könne.

 

Ein weiterer sechster Irrtum der radikalen sozialistischen Ideen war die Überzeugung, dass alle Menschen in dem Sinne als gleich zu gelten haben, dass daraus allein die Forderung nach einer vollständigen Einkommensgleichheit für alle Bürger abgeleitet werden könne. Der Gleichheitsgrundsatz besagt allein, dass gleiches gleich zu behandeln ist.

 

Siebtens wird das Konfliktverhältnis zwischen den Zielen der Gerechtigkeit und der Freiheit in zu starkem Maße zugunsten des Zieles der Gerechtigkeit interpretiert. Zwar stellt wohl für fast alle Varianten des Sozialismus auch die Freiheit des Einzelnen ein Grundwert dar, den es zu schützen gilt. Trotzdem entscheiden sich Sozialisten im Allgemeinen dann, wenn beide Ziele in einem Konfliktverhältnis zueinander stehen, im Zweifel immer zugunsten der Realisierung der Verteilungsziele, wobei sowohl das Verteilungsziel (Nivellierung der Einkommen) wie auch das Freiheitsziel (Erhöhung des materiellen Spielraums) stark eingeengt interpretiert werden.

 

Achtens findet man bei Sozialisten immer wiederum eine Verwechslung von Gemeinwohlzielen und Handlungsmotiven. Die eigentliche Frage, ob bestimmte Handlungen geeignet sind, das Gemeinwohl zu fördern, wird gar nicht untersucht und man beschränkt sich allein auf die Frage, aus welchen Motiven heraus öffentliche Aktivitäten ergriffen werden. Es wird verkannt, dass auch Handlungen, welche aus Eigennutz ergriffen werden, der Gemeinheit zugutekommen können und dass andererseits altruistisch motivierte Handlungen zu einer beachtlichen Beeinträchtigung der Begünstigten führen können.

 

Ein weiterer neunter irrtümlicher Grundzug fast aller Sozialisten besteht darin, dass sie auf der einen Seite von einem gutgläubigen Vertrauen auf die Integrität der Staatsorgane und auf deren Fähigkeiten geleitet werden, sofern nur die Politiker angeben, sozialistische Ziele zu verfolgen und dass sie auf der anderen Seite allen marktwirtschaftlichen Regelungen per se ohne vorherige Überprüfung misstrauen. Zwar war Karl Marx noch der Auffassung, dass im Kommunismus der Staat als solcher abgeschafft werden könnte, diese Auffassung wurde jedoch bei der Realisierung sozialistischer Ziele sehr schnell aufgegeben.

 

Sobald allerdings die Politiker nicht dem Sozialismus verpflichtet sind, werden sie irrtümlicherweise zehntens als Knechte der Kapitalisten beschimpft, die ihre gesamte Aktivität in den Dienst der materiellen Interessen einer kleinen Gruppe stellen.

 

Schließlich wird im Wettstreit der Parteien unter Sozialisten elftens sehr oft ideologisch argumentiert, man ist gar nicht bereit, vor einer politischen Entscheidung zunächst die sachlichen Zusammenhänge zu überprüfen und sich erst nach dieser Überprüfung für die effizienteste Lösung zu entscheiden. Den zur Diskussion stehenden Mitteln wird ein positiver oder negativer Wert per se zuerkannt.

 

Der Sozialismus tritt in sehr unterschiedlichen Varianten auf und natürlich treffen diese aufgezählten Irrtümer nicht in gleichem Maße für alle Spielarten des Sozialismus zu. Der größte Teil der hier erhobenen Vorwürfe gilt nur für die Vertreter radikaler sozialistischer Gedankengänge.

 

Trotzdem hat es den Anschein, dass sich auch die gemäßigten Sozialisten den kommunistischen Varianten des Sozialismus in ihrem Herzen brüderlich verbunden fühlen, so z. B. beim Absingen der Internationalen, oder dass sie ganz klar zwischen linksgerichteten und rechtsgerichteten Radikalen unterscheiden. Während die Rechtsradikalen – und das mit vollem Recht – bekämpft werden müssen, spricht man im Hinblick auf linksradikale Gruppierungen lediglich von Verfehlungen einer an und für sich richtigen Grundüberzeugung. Man verkennt, dass im Namen des Sozialismus genauso abscheuliche Verbrechen verübt wurden wie im Namen faschistischer Führer und dass die Realisierung der marxistischen Ideen notwendigerweise zu diesen verbrecherischen Staaten geführt haben.

 

Auch wird verkannt, dass die Grundideen von Gerechtigkeit und besonderer Zuwendung gegenüber den in Not geratenen ja keine Erfindung von Karl Marx und Friedrich Engels sind, auch nicht der Frühsozialisten während der Französischen Revolution, dass bereits die Gründer der monotheistischen Religionen (der jüdischen, der christlichen und der islamischen Religionen) diese Prinzipien entwickelt und in den Mittelpunkt menschlicher Zielsetzung gestellt haben und dass diese Prinzipien auch in die Verfassungen der meisten westlichen Staaten eingegangen sind. Zu gerechten Lösungen gerade auch gegenüber den benachteiligten Bevölkerungsgruppen verpflichtet unser Grundgesetz und ist deshalb auch selbstverständliches Ziel aller auf dem Boden des Grundgesetzes stehenden Parteien. Es ist nicht das Privileg links ausgerichteter Parteien, sich für Gerechtigkeit und für die Armen einzusetzen.

 

 

2.  Gewaltlosigkeit und terroristische Gewalt

 

Die Entwicklung der Studentenbewegung der 60er Jahre ist ein gutes Beispiel dafür, dass sozialistische Ideen in dem Augenblick, in dem versucht wird, diese zu verwirklichen, aus sachlichen Gründen schließlich in Gewalt und Terror einmünden. In einem ersten Schritt gaben die Führer dieser Studentenbewegung kund, dass sie gegen jede Art von Gewalt seien, sie wandten sich gegen den augenblicklichen Staat vor allem deshalb, weil dieser mit Gewalt die staatliche Ordnung durchzusetzen versucht.

 

Sehr schnell erkannten jedoch diese Wortführer der Studentenbewegung, dass es ohne Gewalt nicht möglich ist, ihre revolutionären Ideen in die Tat umzusetzen. Aber anstatt dass sie offen einräumten, dass sie geirrt hatten und sich zurückzogen, beschritten sie einen Weg, der im Sozialismus schon oft beschritten wurde, sie fingen an, den Begriff der Gewalt und Gewaltlosigkeit umzudeuten. Von Gewalt könne man nur dann sprechen, wenn sie sich gegen Menschen richte, Zerstörung von Sachen und Vermögensgegenständen sei eigentlich gar keine echte Gewalt, sie sei durchaus erlaubt im Kampf zur Einführung des Sozialismus.

 

Als ob es überhaupt möglich sei, Sachen zu zerstören ohne sich gegen einzelne Menschen zu richten. Einem Mitmenschen wird nicht nur Schaden zugefügt, wenn er körperlich verletzt, getötet oder gekidnappt wird, er erleidet auch dann Schaden, wenn z. B. die Einrichtungen, welche zur Ausführung des beruflichen Lebens notwendig sind, zerstört werden. Studentenunruhen zeichnen sich im allgemeinen dadurch aus, dass Fenster von Einkaufsläden eingeschlagen und das Mobiliar einschließlich von PKWs zertrümmert wird.

 

Damit wird jedoch den betroffenen Gewerbetreibenden nicht nur einfach ihr Vermögen reduziert, sondern in der Regel wird ihr Lebenswerk, welches sich die Betroffenen in oft mühsamer Anstrengung aufgebaut haben, vernichtet. Gehören die Betroffenen einem älteren Jahrgang an, kann dieser Verlust auch bedeuten, dass sie nicht mehr in der Lage sind, ihr Lebenswerk nochmals von vorne zu beginnen.

 

Eine solche Zerstörung der Lebensinhalte wiegt für die betroffenen oftmals schwerer oder zumindest genauso schwer, wie wenn sie durch Gewalttaten körperliche Verletzungen erfahren hätten. Besonders verwerflich werden diese Gewaltakte, wenn man bedenkt, dass sie sich zumeist gegen Unbeteiligte richten, welche durch diese Gewaltakte eigentlich gar nicht bekämpft werden sollten. Was hat denn ein Einzelhändler, dessen Aufgaben (die Belieferung der Bevölkerung mit Lebensmitteln) in jeder – auch in der kommunistischen Gesellschaft – wahrgenommen werden müssen, mit den Zielen der Kommunisten und mit der Bekämpfung der Großkonzerne und Kapitalisten zu tun?

 

Gewalt bleibt eben Gewalt, der Umfang des Schadens, der durch Gewalttaten verursacht wird, hängt nicht davon ab, ob sich die Gewalttat gegen den Körper von Personen oder gegen deren Vermögen richtet, sondern allein davon, inwieweit durch diese Gewalttaten die Lebensführung der Betroffenen beeinträchtigt wird. Die Unterscheidung zwischen Gewalt gegenüber Personen und Sachen war ein gewaltiger Fehler, denn Gewalt richtet sich in allen ihren Formen gegen Personen. Die Weiterentwicklung der Studentenbewegung hat auch gezeigt, dass es bei dieser Unterscheidung nicht bleiben konnte.

 

Die Entwicklung der Studentenbewegung ging nämlich weiter. In einem nächsten Schritt wurde der Grundsatz der Gewaltlosigkeit über Bord geworfen, nun war es plötzlich erlaubt, auch Menschen zu attackieren, in dem einzelne Personen gekidnappt und gemordet wurden. Zunächst blieb es dabei, dass Schlüsselpersonen des öffentlichen Lebens, die Repräsentanten der von den Terroristen verhassten Gesellschaft angegriffen wurden und wenn Bedienstete dieser Personen bei einem Attentat ebenfalls getötet wurden, war dies nicht unbedingt gewollt, aber doch immerhin zunächst nur in Kauf genommen.

 

Den letzten Schritt in der brutalen Anwendung von Gewalt begingen die heutigen Terroristen. Der Umfang der Gewalt wurde gesteigert, nicht nur dadurch, dass sehr viel häufiger Personen angegriffen wurden, sondern dass bei den einzelnen Attentaten eine Vielzahl von Menschen (bisweilen Tausende) ums Leben kamen.

 

Die Attentate richten sich heutzutage auch nicht mehr unmittelbar gegen die Repräsentanten der Staatsordnung. Sie richten sich vielmehr ganz bewusst gegen Unbeteiligte, welche nach der Ideologie der Terroristen eigentlich als Opfer dieses zu bekämpfenden Systems angesehen werden. Hierbei spielt allein eine Rolle, welche Formen eines terroristischen Aktes den größten Effekt erzielen. Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit ist größer, wenn eine Vielzahl unbeteiligter Personen hingemordet wird. Es wird damit gerechnet, dass auf diese Weise die Glaubwürdigkeit unserer Gesellschaftsordnung sehr viel stärker unterminiert wird als wenn nur einzelne Repräsentanten unserer Gesellschaft hingeschlachtet werden.

 

Diesen Kampf müssen alle erleiden, wenn es Kinder und schwache Menschen sind, dann ist die Empörung in der Öffentlichkeit umso größer, die öffentlich geäußerte Wut richtet sich nicht nur gegen die Terroristen, welche diese Tat begangen und befohlen haben, sondern eben auch gegen die Staatsorgane, da diese die Gewalttaten nicht zu verhindern vermochten.

 

Diese Art von Terror unterscheidet sich von früheren Attentaten auch darin, dass sie in Form von Selbstmordattentaten durchgeführt wird, die Erfolgswahrscheinlichkeit lässt sich auf diese Weise erhöhen, ein Mensch wird bewusst geopfert, um auf diese Weise eine Vielzahl von Menschen morden zu können. Man opfert also auch die eigenen Anhänger, jeder – gleichgültig ob er gläubig oder ungläubig, oder ob er zu den verhassten Christen oder zu den Muslimen zählt – hat sich in diesem Kampf den übergeordneten Zielen der Terrorbewegung unterzuordnen und hinzunehmen, dass er notfalls diesen Kampf mit seinem Leben bezahlen muss.

 

Der Gipfel dieser Perfidie besteht dann darin, dass diese Terroranschläge im Namen Gottes ausgeführt werden und dass den Selbstmordattentätern vorgegaukelt wird, sie würden für diese Tat im Himmel belohnt. Und dies geschieht alles, obwohl nicht nur der Gott der Christen, sondern auch der Gott der Muslime als gerecht und barmherzig bezeichnet wird. Ein gerechter Gott dürfte jedoch Verbrechen, welche in seinem Namen durchgeführt werden, als besonders verabscheuungswürdig ansehen.

 

Der Angriff gegen die bestehende Ordnung begann damit, dass man sich gegen die von unserem Staat ausgehende Unterdrückung und Gewalt wandte und zunächst einmal ein Modell der Gewaltlosigkeit predigte. Die Entwicklung hat gezeigt, dass aber revolutionäre Akte jeder Art ohne eigene Gewalt gegen die bisherigen Machthaber nicht auskommen, man kann die bestehende Elite nur dadurch stürzen, dass man eben gegen diese Personen Gewalt anwendet.

 

Ist die Revolution einmal gelungen, so wird es aber nicht zu einem Verzicht auf Gewalt kommen und die Führer der Revolution werden sich auch nicht auf die Formen der Gewalt in Zukunft beschränken, welche in freiheitlichen Rechtsstaaten ausgeübt werden. Wer einmal über eine unbegrenzte, nicht durch eine Verfassung legitimierte und begrenzte Macht verfügt, wird nicht mehr bereit sein, diese Macht aufzugeben, auch dann nicht, wenn nach der ursprünglichen Ideologie der Revolutionäre gerade diese Zurückgabe der Macht an verfassungsgemäße Organe die eigentliche Zielsetzung war.

 

Macht korrumpiert. Auch wird man damit rechnen müssen, dass auch nach einem Sieg der Revolutionäre ihr Machtanspruch bestritten und bekämpft wird, nun eben nicht mehr von außen, sondern durch interne Machtkämpfe innerhalb der neuen Führungselite, man benötigt also die Aufrechterhaltung eines unbegrenzten Machtapparates, um diesen Anfeindungen begegnen zu können.

 

Damit ist jedoch die Rechtfertigung der revolutionären Taten selbst in Frage gestellt. Denn um an die Macht zu kommen und diese zu erhalten, müssen verbrecherische Formen der Machtausübung angewandt werden, welche sowohl in Umfang wie auch in ihrer Qualität weit über die Machtausübung und Machtmissbräuche in den zu bekämpfenden Gesellschafts- und Staatsformen hinausgehen.

 

Diese Gewalttaten können auch nicht damit gerechtfertigt werden, dass sie nur vorübergehend eingesetzt werden, bis das verhasste bisherige Regime gestürzt sei; vielmehr bleibt es – wie die Erfahrung zeigt – in aller Regel auch nach Bildung eines neuen Gesellschaftssystems bei der Aufrechterhaltung der außerordentlichen und unkontrollierten Gewaltausübung. Ein solches System kann immer nur durch erneute revolutionäre Aktivitäten gestürzt werden, was wiederum eine Unzahl von Leiden vieler unbeteiligter Menschen nach sich ziehen wird.

 

 

3.  Der deterministische Ansatz

 

Karl Marx war der Begründer des sogenannten ‚wissenschaftlichen‘ Sozialismus. Er vermeinte nachweisen zu können, dass sich die kapitalistischen Gesellschaften notwendiger Weise zum Sozialismus (Kommunismus) entwickelten. In geschichtsphilosophischer Hinsicht war er Schüler Hegels, der von der Überzeugung ausging, dass die Geschichte in einem Dreischritt These, Antithese und schließlich Synthese voranschreite.

 

In einem ersten Schritt werde nach Hegel eine Idee entwickelt, die ‚These‘. Diese werde jedoch nicht unwidersprochen hingenommen, sondern rufe in einem zweiten Schritt eine Gegenthese, die sogenannte Antithese hervor. Es komme schließlich in einem dritten Schritt durch Auseinandersetzung von These und Antithese zur Synthese, welche schließlich Elemente sowohl der These wie auch der Antithese enthalte.

 

In einem entscheidenden Punkt allerdings widersprach Karl Marx Georg Friedrich Hegel. Während Hegel der Überzeugung war, dass die Geschichte schließlich durch Ideen fortschreite, meinte Karl Marx, dass Hegel die Verhältnisse auf den Kopf gestellt habe, dass die Ideen nur die Entwicklung in den materiellen Verhältnissen widerspiegelten und dass es deshalb die Entwicklung in diesen materiellen Verhältnissen sei, welche die Geschichte vorantreibe.

 

Die Vorstellung, dass die Menschen Ideen entwickeln, dass diese Widerspruch erfahren und dass sich aus der Auseinandersetzung dieser Meinungen schließlich Vorstellungen bilden, welche Elemente aller an der Diskussion beteiligter Ideen enthalten, entspricht nun sicherlich der Wahrheit. Falsch ist hierbei allerdings die Auffassung, dass dieser Prozess deterministisch erfolgt, in dem Sinne, dass es für eine bestimmte These immer nur eine Antithese gebe und dass aus der Auseinandersetzung dieser beiden Thesen schließlich eine von vornherein bestimmte Synthese entstehe.

 

Vielmehr zeigt die Erfahrung, dass auf der einen Seite eine bestimmte These durchaus mehrere Antithesen hervorrufen kann und dass es keinesfalls vorherbestimmt ist, welche Elemente der unterschiedlichsten Thesen sich schließlich durchsetzen. Auf der anderen Seite ist es eine Art schöpferischer Prozess, der Ideen und Antithesen entstehen lässt, sodass schon aus diesen Gründen nicht von vornherein feststeht, welche Antithesen entwickelt werden.

 

Weiterhin ist es sicherlich ebenfalls richtig, dass die materiellen Interessen einen entscheidenden Einfluss auf die Ideen und mit ihnen auf die geschichtliche Entwicklung nehmen. Wiederum ist es jedoch falsch zu unterstellen, dass diese materiellen Interessen die einzigen Bestimmungsgründe der geschichtlichen Entwicklung darstellen. Auch in der Frage der Beziehung von materiellen Interessen und Fortschreiten der Entwicklung gilt, dass bestimmte materielle Daten keinesfalls immer nur eine und die gleiche Idee erzeugen, dass vielmehr die ideelle Antwort auf bestimmte materielle Gegebenheiten zumeist eine unter mehreren möglichen Antworten ist.

 

Auch hier liegt ein schöpferischer Prozess vor, es hängt von den intellektuellen Leistungen einzelner geschichtlicher Persönlichkeiten ab, welche Antworten auf vorgegebene Fragen schließlich gefunden werden und es hängt in gleichem Maße von der Durchsetzungsfähigkeit dieser Persönlichkeiten ab, welche Idee sich schließlich durchsetzt.  

 

Das, was am geschichtlichen Prozess wissenschaftlich erfasst werden kann, liegt in einem ganz anderen Zusammenhang. Diese Frage wurde in der Auseinandersetzung zwischen neoklassischer Wirtschaftslehre und historischer Schule im ausgehenden 19. Jahrhundert ausführlich diskutiert. Während die Vertreter der neoklassischen Schule - allen voran Carl Menger – die Meinung vertraten, dass auch wirtschaftliche Gegebenheiten mit den gleichen wissenschaftlichen Methoden analysiert werden könnten wie die Fragestellungen der Naturwissenschaft, warben die Vertreter der historischen Schule – hier vor allem Gustav von Schmoller – für die Idee, dass sich geschichtliche Prozesse der naturwissenschaftlichen Analyse entzögen, dass sie nur durch Methoden der Geschichtswissenschaft verstanden, aber nicht ursächlich erklärt werden könnten.

 

Walter Eucken versuchte in diesem Streit zu vermitteln. Auch er war der Meinung, dass es im Bereich der gesellschaftlichen, vor allem der wirtschaftlichen Prozesse keine allgemein gültigen Gesetze in dem Sinne gebe, dass jedes einzelne Ereignis durch die historischen Prozesse vorherbestimmt sei. Jede wirtschaftliche Situation sei einmaliger Natur und gerade aus diesen Gründen lehnte Walter Eucken die Berechtigung einer Konjunkturtheorie ab, da der konkrete Verlauf einer Konjunktur immer einmaliger Natur sei.

 

Diese Erkenntnis bedeute jedoch nicht, dass im Bereich von Wirtschaft und Gesellschaft keine allgemeingültigen Zusammenhänge vorlägen. Vielmehr ging Walter Eucken von der Vorstellung aus, dass es eine begrenze Anzahl von wirtschaftlichen Ordnungselementen gäbe und dass von diesen elementaren Ordnungsformen ganz bestimmte Wirkungen auf die Lösung wirtschaftlicher Probleme ausgehen. Jede konkrete Situation sei somit einmalig in dem Sinne, dass jeweils sehr unterschiedliche und in diesem Sinne einmalige Mischungen der einzelnen Ordnungselemente vorliegen. Trotzdem könnten sehr wohl von der Wirtschaftstheorie allgemeine Gesetzmäßigkeiten untersucht werden, so könne z. B. festgestellt werden, dass Konkurrenzmärkte in besserem Maße in der Lage seien, die Produktion an den Konsumentenwünschen auszurichten als monopolistische oder oligopolistische Märkte.

 

Zurück zu der These von Karl Marx, dass die sozialistische Gesellschaft automatisch und notwendigerweise aus dem Zusammenbruch der kapitalistischen Gesellschaften entstehe. Die geschichtliche Erfahrung hat gezeigt, dass die allgemeine geschichtliche Entwicklung gerade nicht diesem Schema gefolgt ist und deshalb auch nicht deterministisch vorgegeben ist. Das führende kommunistische Land in der Vergangenheit war die Sowjetunion. Diese ist jedoch gerade nicht aus einer industrialisierten kapitalistischen Volkswirtschaft hervorgegangen, Russland stand im Zeitpunkt der kommunistischen Revolution noch auf einer vorindu­striellen Phase. Ähnliche Überlegungen gelten auch für China, ebenfalls einem führenden kommunistischen System.

 

Nur für die ehemalige DDR kann gelten, dass hier ein bereits industrialisiertes und vorwiegend kapitalistisches Wirtschaftssystem von einem sozialistisch geordneten System abgelöst wurde. Aber gerade hier entsprach der Übergang zur kommunistischen Gesellschaft gerade nicht dem von Karl Marx vorgezeichneten Entwicklungsweg. Die ehemalige DDR wurde eben gerade nicht aufgrund der kapitalistischen Widersprüche zu einer sozialistischen Gesellschaft, sondern allein deshalb, weil die sowjetische Besatzungsmacht mit Waffengewalt die sozialistische Revolution erzwang. Die drei Westzonen waren genauso wie die Ostzone aus einem industrialisierten und kapitalistisch geordneten Wirtschaftssystem hervorgegangen – der Anteil am Industriesektor war in den Westzonen sogar noch höher als in der Ostzone – und trotzdem kam es hier nicht zu der Errichtung einer kommunistischen Wirtschaft.

 

Dass die Prophezeiungen der marxistischen Theorie nicht eintraten, lag unter anderem daran, dass sich entgegen den Voraussagen von Karl Marx die Kernaussagen der Verelendungstheorie nicht bestätigten, wonach sich die materielle Lage der Arbeitnehmer im Verlaufe der wirtschaftlichen Entwicklung immer mehr verschlechtern müsse. Zu Beginn der Industrialisierung war zwar die wirtschaftliche Lage der Industriearbeiter katastrophal schlecht, im Zuge der Weiterentwicklung der Industrialisierung konnte jedoch das reale Einkommen absolut in starkem Maße ansteigen, noch nicht einmal der Anteil der Arbeitnehmer am Inlandsprodukt verminderte sich auf langfristige Sicht. Wir werden auf diese Zusammenhänge weiter unten noch ausführlich zu sprechen kommen.

 

Die tatsächlich zu beobachtende Verelendung der Industriearbeiter zu Beginn der Industrialisierung hatte auch nichts mit der Industrialisierung und mit der kapitalistischen Wirtschaftsordnung als solcher zu tun; sie trat ein, weil im Zuge der Industrialisierung das soziale System der mittelalterlichen Ordnung zerbrach und eine Binnenwanderung größten Umfanges in die Städte stattfand und damit unter anderem die in der mittelalterlichen Gesellschaft bestehende Kontrolle über die Geburtenrate entfiel. Es kam zu einem immensen Bevölkerungswachstum, wobei die Wachstumsrate der Bevölkerung zunächst die der Güterproduktion überstieg und damit notwendigerweise zu einem Rückgang im Pro-Kopf-Einkommen der Bevölkerung und damit auch der Industriearbeiter  führen musste, obwohl die Industrialisierung als solche sehr wohl langfristig zu einer Steigerung in der Wachstumsrate des Inlandsproduktes beitrug.

 

Dass die Verelendung der Industriearbeiter mit zunehmender Entwicklung entgegen der Aussagen von Karl Marx nicht anstieg, sondern sogar zurückging, lag gerade daran, dass aufgrund kapitalistischer Methoden die Wachstumsrate der Produktion so stark angehoben werden konnte, dass sie über die Wachstumsrate der Bevölkerung anstieg und damit auch eine Zunahme des Pro-Kopf-Einkommens der Arbeitnehmer ermöglichte.

 

Auch die zweite These von Karl Marx, welche den Zusammenbruch der kapitalistischen Gesellschaft herbeiführen sollte, wurde durch die geschichtliche Erfahrung widerlegt. Zwar ist es richtig, dass freie Unternehmer Konkurrenz als lästig empfinden und dass sie sich darum bemühen, Konkurrenz durch monopolistische Zusammenschlüsse zu überwinden. Und in der Tat ist die die Geschichte der Industrialisierung auf der ganzen Welt durch Konzentrationsprozesse geprägt.

 

Die Geschichte hat aber auch gezeigt, dass diese Monopolisierungstendenz immer wieder dadurch durchbrochen wird, dass neue Konkurrenz entsteht, zumindest dort, wo sie nicht durch staatliche Maßnahmen behindert wird. Dort, wo sich Monopolsituationen längere Zeit hindurch festsetzen konnten, lag es in erster Linie daran, dass die Staaten durch Abschottung ihrer Volkswirtschaften (vorwiegend durch Importzölle und andere Behinderungen des Außenhandels) sonst mögliche Konkurrenz unterbunden haben. Weiterhin haben Walter Eucken und andere daraufhin gewiesen, dass ein funktionierender Wettbewerb nur durch eine aktive Wettbewerbspolitik erhalten werden kann und dass der Staat die Aufgabe hat, entweder durch eine Kartellverbotsgesetzgebung oder zumindest durch eine Missbrauchskontrolle den Monopolisierungstendenzen in der Volkswirtschaft entgegenzuwirken.

 

Gerade durch den in den letzten Jahrzehnten stattgefundenen Globalisierungsprozess ist immer wieder erneut weltweite Konkurrenz entstanden. Die Größe der Unternehmungen stieg zwar stetig an, führte aber trotzdem in der Regel nicht zu einer Zunahme der Konzentration, da gerade die Großkonzerne vermehrt einem internationalen Wettbewerb gegenüber treten mussten.

 

Für die These Karl Marx vom Zusammenbruch der kapitalistischen Gesellschaft ist es jedoch unerlässlich, dass dieser Konzentrationsprozess solange anhält, bis schließlich nur noch eine geringe Anzahl von Unternehmungen bestehen bleibt, welche dann auch relativ leicht sozialisiert und in Staatshand überführt werden können.

 

 

4.  Die Arbeitswertlehre

 

Genauso wie Karl Marx im Hinblick auf seine philosophischen Ansichten Schüler von Georg Friedrich Hegel war, folgte Karl Marx – wie vor allem Joseph Alois Schumpeter gezeigt hat – in seinen wirtschaftlichen Überlegungen den Lehren David Ricardos. Vor allem legte Karl Marx seinen wirtschaftsanalytischen Gedankengängen die klassische Arbeitswertlehre zugrunde, welche vor allem von Davis Ricardo entwickelt wurde. Danach lässt sich der Wert eines Gutes danach feststellen, wie viel Arbeitsstunden für die Produktion einer Gütereinheit gesellschaftlich benötigt werden.

 

Eigentlich hätte man nach damaligem common sense erwarten müssen, dass entsprechend der damals vorherrschenden objektiven Wertlehre der Wert eines Gutes (und dies ist der langfristig gültige Güterpreis) von der Höhe aller Kostenfaktoren bestimmt werde. Und zu den Produktionsfaktoren wurden nicht nur die Arbeit, sondern auch der knappe Boden sowie das Kapital gerechnet. Eine objektive Wertlehre kann also nur dann überzeugen, wenn der Nachweis gelingt, dass weder der Boden noch das Kapital die Höhe des Wertes mitbestimmt.

 

Genau diese Aufgabe hatte sich David Ricardo gestellt. Er versuchte nachzuweisen, dass eine Bodenrente nur deshalb gezahlt wird, weil mit wachsender Produktion immer mehr auf weniger produktive Böden zurückgegriffen werden müsse und weil der freie Markt dafür sorge, dass für die Endprodukte ein gleicher Preis gezahlt werde, unabhängig davon, wie produktiv die einzelnen Böden seien. Die Folge sei, dass die Besitzer von produktiveren Böden eine Differentialrente bezögen. Die Rente sei also Folge der gestiegenen Knappheit und der damit verbundenen Preissteigerungen bei den landwirtschaftlichen Produkten und könne deshalb – aus logischen Gründen – nicht gleichzeitig Ursache der gestiegenen Preise sein. Der Boden war also nach Auffassung David Ricardos als Bestimmungsgrund der Werte eines Gutes ausgeschaltet.

 

Wie gelang es nun David Ricardo das Kapital als Bestimmungsgrund der Wertbildung der Güter zu eliminieren? Hierzu muss man sich daran erinnern, dass die primäre Aufgabe jeder klassischen Wertlehre darin bestand, nicht die absolute Preishöhe, sondern die Relation zwischen den einzelnen Güterpreisen zu bestimmen. Die Preisstruktur werde jedoch nach Auffassung David Ricardos nicht durch das bei der Produktion eingesetzte Kapital bestimmt. Es gelte nämlich ein einheitlicher Zins für erwerbswirtschaftlich angelegtes Kapital und dies wiederum bewirke, dass die  Zinskosten zwar die absolute Höhe der Güterpreise, nicht aber den Wert – die relative Preishöhe – mitbestimme. Auf die Arbeitskosten werde jeweils ein gleicher, von der Zinshöhe abhängiger Prozentsatz für die Kapitalkosten aufgeschlagen, die Relation zwischen den einzelnen langfristig gültigen Güterpreisen werde also durch Zinsänderungen nicht berührt. Damit war auch das Kapital als zweiter möglicher Bestimmungsgrund eines Güterwertes ausgeschlossen.

 

Nun galt es drittens zu berücksichtigen, dass die Arbeit unterschiedliche Qualitäten aufweist und dass deshalb auch die Lohnhöhe zwischen den einzelnen Arbeitskräften je nach Qualität der Arbeit differiert. Ein Facharbeiter erhält einen höheren Lohn als ein ungelernter Hilfsarbeiter. Um nun zu dem Ergebnis der klassischen Arbeitslehre zu gelangen, dass nämlich allein die Zahl der zur Produktion notwendigen Arbeitsstunden den Güterwert bestimme, musste David Ricardo auch die Qualifizierung der Arbeitskräfte als möglichen Bestimmungsgrund des Güterwertes ausschließen. Ricardo tat dies dadurch, dass er von der Annahme ausging, dass die Lohnstruktur langfristig technisch und nicht von wirtschaftlichen Faktoren wie etwa Knappheit oder Produktivität bestimmt werde.

 

Wenn also die Lohnstruktur langfristig allein technisch bestimmt werde, könne man die unterschiedlichen Arbeitsqualitäten in der Wertlehre dadurch berücksichtigen, dass man die qualifizierte Arbeit einfach mit Hilfe dieser vorgegebenen technischen Größe in Normalarbeitsstunden umrechne. Wenn somit für die Produktion einer bestimmten Gutseinheit neben 10 einfachen Arbeitsstunden zusätzlich 4 Arbeitsstunden von Facharbeitern benötigt werden und wenn für diese qualifizierte Arbeit ein doppelt so hoher Lohn entrichtet werde, könne man die vier Arbeitsstunden aus qualifizierter Arbeit in 8 Normalarbeitsstunden umrechnen. Es scheint also – vordergründig betrachtet – David Ricardo gelungen zu sein, den Wert eines Gutes allein auf die Anzahl der zur Produktion dieses Gutes notwendigen Anzahl an Arbeitsstunden zurückzuführen und damit die Arbeitswertlehre auf eine wissenschaftlich korrekte Basis zu stellen. In Wirklichkeit ging David Ricardo allerdings von der unrealistischen Annahme aus, dass die Dauer der Kapitalanlagen für alle Investitionen gleich groß sei. Aus diesen, aber auch aus anderen Gründen, die hier nicht dargelegt werden können, war also David Ricardo der Nachweis der Arbeitswertlehre nicht gelungen.

 

Karl Marx hat diese von Ricardo entwickelte Arbeitswertlehre übernommen. Genauso wie er jedoch vermeinte, die Hegelsche Lehre auf die Füße stellen zu müssen, hat Karl Marx auch die Ricardianische Arbeitswertlehre zumindest in zwei Punkten abgewandelt und damit weiterentwickelt. Auf der einen Seite versuchte er die Arbeitswertlehre auch zur Erklärung des Wertes der Arbeit anzuwenden. Auf der anderen Seite sah er im Arbeitswert nicht nur einen Maßstab und eine Steuerungsgröße und damit eine relative Größe, sondern der Arbeitswert diente ihm als Maßstab für den absoluten Wert eines Gutes.

 

Nicht nur für die Güter gelte also, dass sich ihr Wert an der Anzahl der Arbeitsstunden ausrichte, sondern auch die Arbeit selbst erhalte ihren Wert dadurch, dass zur Reproduktion und Erhaltung der Arbeitskraft selbst wiederum Arbeit aufgewandt werden müsse. Der Arbeiter bleibe nur dadurch in der Lage zu arbeiten, dass er sich ernähre und in der ihm verbleibenden Freizeit seine Arbeitskraft regeneriere. Da der Wert eines Gutes nach klassischen Vorstellungen nicht primär davon abhängt, wie viel Arbeitsstunden tatsächlich zur Erzeugung eines Gutes aufgewandt wurden, sondern nur allein wie viel Arbeitsstunden notwendig sind, um ein Gut zu erzeugen, gilt für Marx das Existenzminimum (an Gütern und Freizeit) als Maßstab für den Wert der Arbeitskraft.

 

Hierbei übernimmt Karl Marx das Ergebnis der Ricardianischen Entwicklungstheorie, wonach der Lohnsatz die Tendenz habe, auf das Existenzminimum abzusinken. Karl Marx weicht allerdings insoweit von den Vorstellungen der Ricardianischen Theorie ab, als er im Gegensatz zu Ricardo diese Tendenz zur Lohnsenkung nicht auf die Knappheit der Böden zurückführt, sondern auf die Art und Weise, wie sich der technische Fortschritt entwickle. Für David Ricardo war es die zunehmende Knappheit der Böden, welche zu einer permanenten Verringerung des Lohnniveaus führen müsste. Die Bodenrente steige wegen der zunehmenden Knappheit der Böden an, mit der Folge, dass für die Bezahlung der Arbeiter ein immer geringer werdender Anteil der Produktion übrig bleibe.

 

Karl Marx hingegen versuchte die Tendenz zur Lohnsenkung damit zu erklären, dass sich die organische Zusammensetzung des Kapitals permanent verschlechtere. Die Kapitalisten stünden unter einem durch gegenseitige Konkurrenz ausgelösten Druck, ihre Gewinne, den Mehrwert stets wiederum zu akkumulieren (also zu investieren). Hierbei würde jedoch ein immer größerer Teil des Kapitals nicht zum Ankauf von Arbeit, sondern zur Beschaffung technischer Anlagen eingesetzt. Wir würden heute davon sprechen, dass der technische Fortschritt arbeitssparend sei.

 

Die marxistische Vorstellung, dass nur Arbeit Wert erzeuge und dass deshalb bei arbeitssparendem technischem Fortschritt der Gesamtwert der Produktion zurückgehe, führt dann zu geradezu absurden Schlussfolgerungen. Das Pro-Kopf-Einkommen der Bevölkerung steigt, die Gesamtbevölkerung kann sich einen immer höheren Konsumstandard leisten, trotzdem spricht Karl Marx von einem Rückgang im Gesamtwert der Produktion, anstatt dass er anerkennt, dass die Haushalte eine Nutzensteigerung nicht primär daraus ziehen, dass der Arbeitsaufwand zur Erzeugung der Konsumgüter angestiegen ist, sondern daraus, dass sie mehr und qualitativ bessere Waren konsumieren können.

 

Die Zusammenhänge zwischen technischem Fortschritt und Arbeitslosigkeit sind in Wirklichkeit sehr viel komplizierter. Als erstes gilt es festzustellen, dass technischer Fortschritt – vor allem dann, wenn er arbeitssparender Natur ist – zwar auf der einen Seite zu einer Substitution von Arbeit durch Kapital führt und damit partiell Arbeitslosigkeit auslösen kann, dass aber dieser Effekt auf der anderen Seite auch Kompensationsprozesse auslöst, da technischer Fortschritt stets mit einer Zunahme an Investitionen verbunden ist, welche selbst wiederum eine Mehrnachfrage nach Arbeit auslösen und damit den arbeitsplatzvernichtenden Effekt der Substitutionsprozesse zumindest zum Teil wiederum ausgleichen. Es ist also keinesfalls sicher, dass jeder arbeitssparende technische Fortschritt zu Arbeitslosigkeit führt.

 

Als zweites hat Erich Streißler aufgezeigt, dass der technische Fortschritt tatsächlich langfristig kapitalsparend und nicht arbeitssparend war, arbeitssparend war nur der relativ kleine Teil der Investitionen in Maschinen; langfristig wirkten sich jedoch die kapitalsparenden Effekte bei den Lagerinvestitionen aus, die selbst wiederum durch den technischen Fortschritt im Transportwesen möglich wurden. Wir hatten also in Wirklichkeit vorwiegend einen technischen Fortschritt, der Kapital und gerade nicht Arbeit eingespart hat.

 

Drittens schließlich ist die Frage, welcher technische Fortschritt sich letzten Endes im Durchschnitt durchsetzt, keinesfalls unveränderlich vorgegeben, sondern selbst wiederum davon abhängig, wie sich die Lohn-Zins-Relation entwickelt. Steigt der Lohnsatz stärker an als der Zinssatz, werden kapitalintensive Produktionsverfahren für die Unternehmungen vorteilhafter und sie werden in der Tat durch Mechanisierung Arbeitsplätze abbauen. Wenn auf diese Weise die gesamtwirtschaftliche Arbeitslosigkeit ansteigt, ist dies nur ein Anzeichen dafür, dass ein technischer Fortschritt ausgelöst wurde, welcher in sozialer Hinsicht keinesfalls erwünscht ist. Er hätte vermieden werden können, wenn sich die Lohn-Zins-Relation entsprechend den Knappheitsverhältnissen entwickelt hätte.

 

Arbeitssparender Technischer Fortschritt ist in sozialer Hinsicht nur dann erwünscht, wenn es an Arbeitskräften mangelt, wenn aufgrund dieses Mangels technisch gesehen mögliche Steigerungen der Produktion und damit Wohlfahrtszuwächse unterbleiben müssten. Hier bedeutet es einen Wohlfahrtsgewinn, wenn durch Mechanisierung die Produktion gesteigert werden kann, ohne dass dadurch Arbeitslosigkeit entsteht. Entscheidend ist nun, dass gerade die keynesianische Theorie – entgegen ihrer politischen Absichten – dazu beigetragen hat, dass sich die von ihr ausgehenden Empfehlungen nicht beschäftigungssteigernd, sondern sogar arbeitsplatzvernichtend auswirken.

 

Nach keynesianischer Vorstellung sollen ja in Zeiten des Konjunkturabschwungs auf der einen Seite die Löhne stärker angehoben werden als die Arbeitsproduktivität steigt (Forderung nach expansiver Lohnpolitik). Auf der anderen Seite sollen die Zinsen sinken, um das Investitionsvolumen zu steigern. Beide Maßnahmen zusammen führen jedoch dazu, dass das Lohn-Zins-Verhältnis steigt mit der Folge, dass verstärkt kapitalintensivere Produktionsverfahren eingeschlagen werden. Das Investitionsvolumen steigt zwar an, es werden jedoch vorwiegend nicht Erweiterungs-, sondern Rationalisierungsinvestitionen durchgeführt, welche Arbeitsplätze (bei arbeitsplatzsparendem technischen Fortschritt) eher vernichten als neu entstehen lassen.

 

 

5.  Die Verelendungsthese

 

Wir hatten bereits gesehen, dass die These von der Verelendung der Arbeiter im Rahmen der marxistischen Theorie des Zusammenbruchs des kapitalistischen Systems eine bedeutende Rolle spielt. Es sind die verarmten Arbeitnehmer, welche schließlich die Regierung stürzen und damit eine sozialistische Gesellschaft einleiten. Wir hatten ebenfalls bereits darauf hingewiesen, dass diese Verelendung der gesamten Arbeitnehmerschaft in Wirklichkeit gar nicht eingetreten ist. Zwar ist es richtig, dass der Übergang zur Industrialisierung im ausgehenden 18. und im beginnenden 19. Jahrhundert zunächst zu einer starken Verarmung der Industriearbeiter geführt hat.

 

Wir haben aber auch gesehen, dass diese Verelendung keinesfalls anhielt, dass sich die wirtschaftliche und soziale Lage der Arbeitnehmer im Zuge der Weiterentwicklung der industrialisierten Gesellschaft entscheidend verbesserte und dass die anfängliche Verelendung damit zusammenhing, dass es im Zuge der Auflösung der mittelalterlichen Strukturen – ausgelöst durch die Wanderung in die Städte – zu einer enormen Steigerung der Bevölkerung kam, aufgrund derer die Wachstumsrate der Bevölkerung über die der Produktion stieg, mit der notwendigen Folge, dass das Pro-Kopf-Einkommen der gesamten Bevölkerung zurückgehen musste.

 

Im weiteren Verlauf der Industrialisierung  kam es jedoch auf der einen Seite  zu einem enormen Anstieg der Produktion, gleichzeitig ging jedoch die Wachstumsrate der Bevölkerung wiederum zurückging mit der Folge, dass das Pro-Kopf-Einkommen der Bevölkerung anstieg. Damit waren jedoch auch die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass schließlich auch das Einkommen der Arbeitnehmer im Durchschnitt ansteigen konnte.

 

Diese Entwicklung hätte eigentlich die Aufgabe der marxistischen Verelendungstheorie zur Folge haben müssen. Da aber diese Theorie den wichtigsten Baustein der marxistischen Lehre vom notwendigen Zusammenbruch der kapitalistischen Gesellschaft darstellte und mit dieser These auch die Theorie des automatischen Übergangs zur sozialistischen Gesellschaft zusammenbrechen musste, hielt der Marxismus an der Verelendungstheorie fest. Da man aber schließlich die Tatsachen nicht leugnen konnte, versuchten marxistische Theoretiker die These von der Verelendung umzudeuten.

 

So kam es zunächst einmal dazu, dass der Marxismus nicht mehr davon ausging, dass die Arbeitnehmer in absolutem Sinne verarmten, dass also ihr reales Pro-Kopf-Einkommen immer mehr absolut zurückging, es wurde nun vielmehr davon gesprochen, dass lediglich eine ‚relative‘ Verelendung zu erwarten sei, dass also das Wachstum der Produktion vor allem den Kapitalisten (den Selbständigen) zufiele mit der notwendigen Folge, dass der Anteil der Arbeitnehmer am Inlandsprodukt (die sogenannte Lohnquote) permanent zurückgehe.

 

Aber auch diese Umdeutung der Verelendungstheorie befriedigt aus zweierlei Gründen nicht. Erstens kann eine Theorie der relativen Verelendung der Arbeitnehmer wohl kaum den notwendigen Zusammenbruch der kapitalistischen Gesellschaft erklären. Die Bereitschaft der Arbeiter, das kapitalistische System in einer Revolution zu stürzen, könnte nur damit begründet werden, dass die Arbeitnehmer massenweise in absolutem Sinne verarmen. Ein Rückgang in der Lohnquote kann ein solches revolutionäres Verhalten nicht ausreichend erklären, vor allem dann nicht, wenn – wie gezeigt – das absolute durchschnittliche Einkommen der Arbeitnehmer stark angestiegen ist.

 

Zweitens stimmt jedoch diese These ebenfalls nicht mit der Wirklichkeit überein. Es ist zwar richtig, dass es in der Vergangenheit – wie z. B. auch gerade in den letzten Jahren – vorübergehend zu einem Rückgang der Lohnquote gekommen ist und dass die Lohnquote vor allem einen antizyklischen Verlauf nimmt, dass also in Zeiten des Konjunkturaufschwungs die Lohnquote zurückgeht. Die Lohnquote steigt jedoch in Zeiten des Konjunkturabschwungs wiederum an. Man erklärt dieses antizyklische Verhalten der Lohnquote unter anderem damit, dass die Gewerkschaften sehr viel größeren Erfolg aufweisen, in dem Ziel, ein Absinken der Löhne in Zeiten des Abschwungs zu verhindern, als in dem Ziel, die Lohnquote im Aufschwung zu steigern.

 

Über längere Sicht hinweg konnte aber bisher kein Rückgang in der Lohnquote festgestellt werden. Ganz im Gegenteil wurde immer wieder die These aufgestellt, dass die Lohnquote eine bemerkenswerte Tendenz aufweise, über einen längeren Zeitraum hinweg bemerkenswert konstant zu bleiben. Es gibt in der Literatur eine Vielzahl von Theorien, welche diese Konstanz der Lohnquote zu erklären versuchen.

 

Betrachten wir allerdings einen noch größeren Zeitraum und fragen uns, wie sich die Lohnquote über ein Jahrhundert und mehr verhalten hat, kann man eindeutig feststellen, dass die Lohnquote gegenüber den Anfängen der industriellen Gesellschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts ganz entscheidend angestiegen ist. Dies bedeutet nicht, dass es in unserer Gesellschaft überhaupt keine ernst zunehmende Armut gibt, es gab in der Vergangenheit immer gewisse Teilgruppen, welche einer Verarmung anheimfielen. Aber die These, dass die gesamte Arbeitnehmerschaft nicht am wirtschaftlichen Wachstum beteiligt worden sei und dass die durchschnittliche Höhe des Arbeitnehmereinkommens weniger stark als das Pro-Kopf-Einkommen der gesamten Bevölkerung angestiegen sei und dass deshalb die Lohnquote auf sehr lange Sicht zurückgegangen sei, stimmt nicht mit den Tatsachen überein.

 

Auch diese letzte Feststellung musste schließlich vom Marxismus akzeptiert werden. Man versuchte nun ein zweites Mal die These von der Verelendung der Arbeitnehmerschaft umzudeuten. Man behauptete nun nicht mehr, dass die Arbeitnehmerschaft in absoluter oder auch nur in relativer Hinsicht verarme, sondern nur noch, dass sie eigentlich hätten verarmt werden müssen, wenn die hochentwickelten Staaten nicht die Gelegenheit gehabt hätten, im Zuge des Kolonialismus des 19. und 20. Jahrhunderts die an und für sich fällige Ausbeutung der Arbeitnehmer in den hochentwickelten Staaten auf die arbeitende Bevölkerung in den Kolonialländern zu übertragen.

 

Die Ausbeutung der ehemaligen Kolonien erfolgt nach dieser These dadurch, dass auf der einen Seite Rohstoffe zu verbilligten Preisen ausgeführt wurden und dass auf der anderen Seite die Industriegüter zu überhöhten Preisen importiert werden, welche einen Mehrwert enthielten, der den Kapitalisten zufloss. So konnten die Arbeitnehmer aus den Ländern der Kolonialmächte auf Kosten der Bevölkerung in den Kolonien am Mehrwert beteiligt werden. Es finde also nach wie vor eine Ausbeutung statt, allerdings nun nicht der einheimischen Arbeitnehmer, sondern der Arbeitnehmer aus den Kolonien.

 

Diese Ausbeutung habe auch dann noch stattgefunden, nachdem in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg die ehemaligen Kolonien zu selbständigen Staaten wurden. Wie vor allem Raul Prebish (nicht unbedingt ein Sozialist!) nachzuweisen versuchte, hätten sich die Terms of Trade zuungunsten der Entwicklungsländer entwickelt. Nach Meinung von Prebish habe der Freihandel zu einer systematischen Benachteiligung der Entwicklungsländer geführt. Ausgangspunkt war die empirische Feststellung, dass sich die Terms of Trade in der Zeit von 1876 bis 1938 zu Lasten der Entwicklungsländer verschlechtert haben.

 

Wie vor allem Gottfried von Haberler  und Jakob Viner gezeigt haben, entwerfen diese Statistiken ein falsches Bild über die Verteilung des Wohlstandes auf hoch entwickelte Volkswirtschaften und Entwicklungsländer, da in diesen Statistiken die Importpreise in cif (cost, insurance, freight) gerechnet wurden. Bei der cif-Berechnung sind jedoch auch die Transportkosten enthalten, diese gingen jedoch vorwiegend auf Rechnung der hochentwickelten Volkswirtschaften und verminderten sich in diesem Zeitraum sehr stark.

 

Weiterhin hänge die Wohlfahrt einer Volkswirtschaft nicht nur von der Entwicklung der Terms of Trade, sondern auch vom Außenhandelsvolumen ab. Auch müsse berücksichtigt werden, dass das geringe Pro-Kopf-Einkommen in den Entwicklungsländern zum Teil damit erklärt werden müsse, dass die Wachstumsrate der Bevölkerung in diesen Ländern sehr hoch sei und die Wachstumsrate der Produktion übersteige.

 

Wichtig ist in unserem Zusammenhang jedoch die Feststellung, dass ein Zusammenbruch des kapitalistischen Systems in den hochentwickelten Staaten voraussetzt, dass die inländischen Arbeitnehmer ausgebeutet werden, sodass bei einer Verlagerung dieser Ausbeutung auf die Arbeitnehmer in den Entwicklungsländern nicht mit einer Revolution zu rechnen ist, zumindest nicht mit einer Revolution innerhalb der Industrieländer.

 

 

       Fortsetzung folgt!